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Zeit rennt dem SVN davon

Seit Jahresanfang ist es recht ruhig um den SVN Zweibrücken geworden. Seit der Verein seine Mannschaft im Januar aus der Fußball-Oberliga zurückgezogen hat, seit im Februar das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, gibt es kaum neue Nachrichten. Mit Spannung erwartet wurde daher die Gläubigerversammlung in der vergangenen Woche. Doch wieder hieß es: keine großen Veränderungen. Dann gab's aber doch was: Die wirklich überraschende - und für viele nicht verständliche - Wende der Stadt, dem angeschlagenen Verein nun doch die Anzeigetafel und blauen Sitzschalen abzukaufen und damit unter die Arme zu greifen.

Ansonsten aber: nichts Neues. Ob das nun ein eher gutes oder schlechtes Zeichen ist - schwer zu sagen. Gut, der SVN Zweibrücken ist noch am Leben. Die Reserve-, Jugend- und AH-Mannschaften können ihre Runden zu Ende spielen. Und auch für die erste Mannschaft, den gesamten Verein bleibt noch ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer. Die Zukunftsaussichten bleiben aber düster für die Mannen um den Vorsitzenden Richard Denger. Noch lange ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Denn auch, wenn einzelne Sponsoren die Niederauerbacher weiter unterstützen wollen, fehlt es an Geld, an weiteren Gönnern, um den Spielbetrieb in der Verbandsliga überhaupt wieder aufnehmen, geschweige denn, den SVN retten zu können.

Und nur im Falle eines Starts in der Verbandsliga und den daraus generierten Einnahmen sieht Insolvenzverwalter Jürgen Roth überhaupt eine Chance, die Verbindlichkeiten der Gläubiger - bislang war, ohne es genau zu beziffern, immer die Rede von rund 160 000 Euro - zurückzahlen zu können. Wie, ist auch dann nur schwer vorstellbar.

Lange Zeit bleibt nun auch nicht mehr, die anstehende Runde finanziell und personell auf sichere Beine zu stellen. Für Trainer Raphael Laghnej, der in Ruhe eine Mannschaft zusammenstellen wollte, verrinnen die Tage wie der Sand in einem Stundenglas. Zumal die sportliche Perspektive unter den gegebenen Voraussetzungen nicht unbedingt lockt. Auch die Tage, die Spieler, die der Coach derzeit an der Hand hätte, hinzuhalten, vergehen nun nur allzu schnell. Etwas Nachhaltiges beim SVN aufzubauen, wie es Laghnej im Sinn hat, kommt einer kaum zu bewältigenden Mammutaufgabe gleich. Zumindest auf kurze Sicht. Wenn der Trainer überhaupt noch die Möglichkeit dazubekommt.