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Zeit für Jens Kiefer beim FCH abgelaufen

Jens Kiefer ist nicht länger Trainer des FC Homburg. Am Freitag wurde er entlassen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar. Im Gespräch sind unter anderem Jürgen Luginger und Konrad Fünfstück.Foto: Hagen
Jens Kiefer ist nicht länger Trainer des FC Homburg. Am Freitag wurde er entlassen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unklar. Im Gespräch sind unter anderem Jürgen Luginger und Konrad Fünfstück.Foto: Hagen FOTO: Hagen
Homburg. Nach der 1:2-Pleite gegen den VfB Stuttgart II hat sich der Regionalligist an Karfreitag von seinem Trainer getrennt. Markus Hagen

Jens Kiefer ist nicht mehr Trainer des FC Homburg. Nach der 1:2-Niederlage am Donnerstag gegen den VfB Stuttgart II, der zehnten Pleite im Waldstadion in dieser Saison, zog der Vorstand des Regionalliga-Vierzehnten noch in der Nacht die Notbremse. Nach fast dreijähriger Tätigkeit beim FC Homburg hat der Verein am Freitagmorgen die Trennung von Kiefer bekannt gegeben.

Der Vorsitzende Herbert Eder hat auch die Mannschaft am Freitag über diese Entscheidung informiert, die einstimmig im Gesamtvorstand mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Rafael Kowollik, dem FCH-Sportvorsitzenden Angelo Vaccaro und Schatzmeister Franz-Josef Woitowitz gefällt wurde. "Nach dem 0:4 bei den Offenbacher Kickers haben wir Trainer und Mannschaft noch einmal in die Pflicht genommen, das Spiel gegen den VfB Stuttgart II unbedingt zu gewinnen." Leider sei dies nicht gelungen und man habe "an der Stellschraube Trainer" drehen müssen. "Die Entlassung von Jens Kiefer tut weh", sagt Eder, der von der Arbeit des 42-Jährigen überzeugt ist. "Man muss auch festhalten, dass es bei unserer Entscheidung, sich von unserem langjährigen Cheftrainer zu trennen, um den Verein ging."

Kiefer selbst hätte "gerne beim FC Homburg weitergearbeitet". Dennoch sei die Entscheidung angesichts der schlechten Ergebnisse in diesem Jahr - sieben Niederlagen, zwei Remis und ein Sieg stehen nach der Pause zu Buche - "nachvollziehbar". Nach dem Abschied zieht Kiefer auch ein Gesamtfazit der Arbeit beim FCH: "Die ersten beiden Jahre waren absolut okay. In der Liga sind wir dort gelandet, wo wir hinwollten. Dazu haben wir den Saarlandpokal (2016) gewonnen. Im dritten Jahr gab es dann leider viele Problemfälle, die zu der jetzigen Situation geführt haben."



Der Vereinsvorsitzende betonte am Freitagmorgen auch "dass wir uns von einigen Schreihälsen auf den Rängen nicht bei der Entscheidung haben beeinflussen lassen - und das auch künftig nicht werden." Seit er beim FC Homburg tätig sei, "ist bei den Fans unabhängig vom Tabellenstand das Glas immer halb leer." Die Unterstützung seitens der Zuschauer fehlte übrigens auch am Donnerstagabend gegen Stuttgart II. Trotz der 900 Anhänger herrschte eine Friedhofsstille im Waldstadion, die nur durch "Kiefer-raus-Rufe" unterbrochen wurde. Als Protest auf die bisher schwache Saison des FCH in der Regionalliga blieb der Fanbereich in Block drei leer.

Die Nachfolge von Jens Kiefer ist noch nicht geklärt. Vorerst werden Co-Trainer Pascal Bach und Torwarttrainer Oliver Müller als Interimstrainer einspringen. Sportvorstand Angelo Vaccaro wird beratend in Sachen Trainingsplanung und Durchführung dabei sein. "Wir wollen zeitnah einen neuen Trainer verpflichten, der keinesfalls als Feuerwehrmann tätig sein, sondern auch den möglichen Weg in die Oberliga antreten wird", betont Eder. Seit Freitag ist Vaccaro auf Trainersuche. Zu möglichen Kandidaten nahm der Verein keine Stellung. Nach Merkur-Informationen steht unter anderem der ehemalige Trainer des 1. FC Saarbrücken, Jürgen Luginger, der bereits vor der Verpflichtung von Kiefer im Gespräch war, auf der Wunschliste. Ebenso Francisco Copado, ein enger Freund von Angelo Vaccaro sowie Konrad Fünfstück, Ex-Trainer des 1. FC Kaiserslautern II.

Die wichtigste Aufgabe für den FCH sei es neben der Trainersuche nun, den Klassenverbleib zu sichern. "In den ausstehenden fünf Spielen gibt es noch 15 Punkte zu holen. Wir spielen vier Mal gegen Mitkontrahenten um den Ligaverbleib. Bis auf die Partie beim FCS müssen wir punkten", betont Vaccaro. "Das halte ich für möglich. Und dann auch, den Klassenerhalt zu schaffen."