| 21:20 Uhr

Handball-Oberliga
Zehn Minuten lang völlig von der Rolle

Nicht zufrieden konnte VTZ Trainer Danjiel Grgic (Mitte) mit dem Auftritt seiner Mannschaft am Samstagabend in Mundenheim sein.
Nicht zufrieden konnte VTZ Trainer Danjiel Grgic (Mitte) mit dem Auftritt seiner Mannschaft am Samstagabend in Mundenheim sein. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Mundenheim. Handball: Oberliga-Spitzenreiter VTZ Saarpfalz geht in Mundenheim nach Schwächephase in Hälfte zwei mit 17:26 unter. Von Jadran Pesic

Das war nichts! Die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz haben sich die erste Niederlage des Jahres eingehandelt und in Mundenheim überraschend deutlich mit 17:26 (9:10) verloren. Wie schon in den Jahren zuvor konnten die Zweibrücker beim VTV Mundenheim nicht ihre Topleistung abrufen, die nötig gewesen wäre, um beim Absteiger aus der 3. Liga etwas Zählbares mitzunehmen. Überragender Akteur auf Seiten des VTV war Torhüter Rouven Hahn, der die VTZ mit zahlreichen, teilweise spektakulären Paraden zur Verzweiflung brachte.

„Wir waren im Angriff heute zu schlecht“, fand Kapitän Philip Wiese den Hauptgrund für die Niederlage. Vor allem in der Chancenverwertung zeigte sich der Spitzenreiter zu harmlos, um gegen den VTV gefährlich zu werden. 17 eigene Tore sprechen eine klare Sprache. „Wir haben heute alles versucht, aber er es hat einfach nicht sollen sein“, kommentierte ein sichtlich geknickter VTZ-Coach Danijel Grgic das Spiel. In einer sehr hitzigen und von beiden Seiten hart geführten Partie erlaubten sich die Zweibrücker zu Beginn der zweiten Halbzeit eine zehnminütige Schwächephase, die die Gastgeber eiskalt ausnutzten und sich entscheidend absetzen konnten. Großen Anteil daran hatte Torhüter Rouven Hahn, der nach einer roten Karte für Nico Klein in die Partie kam und zum Matchwinner für sein Team avancierte.

Die Anfangsphase der Partie war sehr ausgeglichen und geprägt von ständigen Führungswechseln. Die VTZ konnte den besten Angriff der Liga weitestgehend in Schach halten, zeigte sich aber im Angriff ebenfalls zu harmlos. Beim Stand von 4:4 in der 13. Spielminute nahm Grgic eine Auszeit, um seine Mannschaft neu einzustellen. Die half seiner Mannschaft zunächst nicht weiter und die Gastgeber gingen nach einem Treffer von Marco Binnes mit 5:4 (15.) in Führung. In der 19. Spielminute überschlugen sich dann die Ereignisse. VTZ-Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin wird beim erfolgreichen Torwurf von VTV-Torhüter Nico Klein getroffen, der daraufhin die Rote Karte sah. Kurotschkin war es dann auch vorbehalten, die zwei nächsten Treffer seiner Mannschaft zu erzielen und seine VTZ mit 7:5 (21.) in Front zu werfen. Der VTV verkürzte durch Daniel Arentz und konnte nur wenig später per Siebenmeter durch Yannick Treiber zum 7:7 (22.) ausgleichen. Dem Siebenmeter vorausgegangen war ein Foulspiel von VTZ-Rechtsaußen Tobias Stauch, der ebenfalls mit Rot vom Feld musste. Bis zum Halbzeitpfiff blieb es eine Partie auf Augenhöhe, jedoch mit leichten Vorteilen für die Hausherren, die dann auch mit einer 10:9-Führung in die Pause gingen.



Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah noch niemand das Unheil aus Zweibrücker Sicht kommen. Martin Mokris glich per Siebenmeter zum 10:10 (32.) aus, ehe die Rosenstädter dann völlig den Faden verloren. Fast elf Minuten lang konnte der Spitzenreiter der Oberliga-RPS keinen Treffer mehr erzielen. Die Gastgeber hingegen spielten sich in einen wahren Rausch und konnten sich dabei auf Torhüter Rouven Hahn verlassen, der die Saarpfälzer verzweifeln ließ. In der 43. Spielminute beim Stand von 18:10 war dann die Partie schon entschieden. Die Zweibrücker versuchten verzweifelt, irgendwie die Partie nochmal zu drehen, doch egal was sie auch versuchten, wollte einfach nicht klappen. Über 23:14 sicherte sich der VTV Mundenheim einen verdienten 26:17-Heimsieg.

Die VTZ Saarpfalz muss jetzt dringend schauen, dass sie das Spiel möglichst schnell analysieren und abhaken. Bereits am kommenden Samstag kommt es zum innerstädtischen Derby mit dem SV 64 Zweibrücken. In der Form der vergangenen beiden Spieltage wird man wohl kaum gegen den Lokalrivalen bestehen können. Dass sie es aber bedeutend besser können als in Mundenheim, haben Grgics Jungs bereits mehr als nur einmal in der Saison gezeigt.