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Wird im Breitensport gedopt?

Kaiserslautern/Saarbrücken. Dopingsünder im Spitzensport sind mittlerweile in vielen Sportarten zu finden. Schwerer sind die Zahlen im Breitensport zu beziffern. Eine Online-Befragung des Sportbundes Pfalz in Kooperation mit der Uni des Saarlandes soll zumindest bei pfälzischen Sportlern neue Aufschlüsse bringen. red/ski

Die Radfahrer Lance Armstrong und Jan Ullrich, der jamaikanische Sprinter-Star Asafa Powell und zuletzt Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle. Sie alle sind des Dopings überführt worden. Im Spitzensport nichts Neues mehr. Doch wie sieht das eigentlich unter Freizeitsportlern aus? Ob und inwieweit im Breitensport bereits zu leistungssteigernden Mitteln gegriffen wird, dieser Frage gehen der Arbeitsbereich Sportökonomie/-soziologie an der Universität des Saarlandes unter der Leitung von Professor Eike Emrich und der Sportbund Pfalz in einer Online-Befragung nach.

Das Bundesgesundheitsministerium gab 2011 nach der sogenannten "Kolibri"-Studie Entwarnung: Weniger als ein Prozent der Deutschen hätten bereits gedopt. Mehr als 6000 Menschen hatten für die Untersuchung anonym Angaben gemacht hatten. Schnell wurden kritische Stimmen laut. Denn 2009 etwa gaben 62 Prozent der mehr als 1000 befragten Teilnehmer des Bonn-Marathons an, vor dem Start Schmerzmittel eingenommen zu haben. So werde im sportlichen Alltag, aber auch in der Wissenschaft zunehmend vom "Doping" im Breiten- und Freizeitsport gesprochen, erklärt der Sportbund. Dabei gehen die Begriffe Doping, Medikamentengebrauch und -missbrauch oft munter durcheinander. Im Breitensport sei die Formulierung "Doping" sicherlich nicht immer passend. Um diese Diskussion zu versachlichen, sei offensichtlich eine fundierte Datenbasis notwendig, um beurteilen zu können, ob und in welcher Form man sich mit diesem Thema auseinandersetzen sollte, so der Sportbund in seiner Mitteilung weiter.

Zur Frage der Abgrenzung zwischen verschiedenen Formen des Medikamentengebrauchs, aber auch zu Häufigkeit des Einsatzes von Medikamenten im Breiten- und Freizeitsport soll nun die Erhebung dienen.

Damit diese gelingt, bitten die Partner um die Mithilfe möglichst vieler Sporttreibenden in der Pfalz. Die Befragung richtet sich an Sportler und Sportlerinnen jeden Alters, aber auch an ehemals sportlich aktive Personen. Die Teilnahme ist unabhängig von der betriebenen Sportart, einer Vereinszugehörigkeit, Wettkampfaktivität und/oder vom erreichten Leistungsniveau.

Die gewählte "randomized response technique" stelle sicher, dass alle teilnehmenden Personen ehrlich antworten können, ohne dass die Antwort ein schlechtes Licht auf sie selbst wirft. Die Sicherung der Anonymität geht so weit, dass selbst ein unerlaubtes Abfangen der im Internet übermittelten Daten keine Rückschlüsse auf das Verhalten der einzelnen antwortenden Personen zulasse.

Die Online-Befragung ist ab sofort freigeschaltet und unter www.sbp.socioeconomy.eu, über den Link auf der Homepage des Sportbundes Pfalz oder durch Scannen des folgenden QR-Codes zu erreichen. Am 4. Juni sollen die Ergebnisse beim Sportbund vorgestellt werden.