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Streit um Spielabsage
„Wir wollen uns gewiss keine Punkte ermogeln“

Zweibrücken. Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken wehrt sich gegen Vorwürfe aus Heilbronn, man habe ganz bewusst alle Vorschläge für einen Nachholtermin abgelehnt. Von Martin Wittenmeier

Die Entscheidung, dass dem EHC Zweibrücken die drei Punkte aus dem Ende November abgesagten Regionalliga-Spiel beim Heilbronner EC anerkannt werden (wir berichteten), sorgt für reichlich böses Blut zwischen den beiden Vereinen. Man habe den Zweibrückern „mehr als fünf“ Nachholtermine angeboten, wäre sogar bereit gewesen, auf das Heimrecht zu verzichten – ohne Erfolg. Aus der Rosenstadt hagelte es stattdessen Absagen. Bei den Verantwortlichen des HEC hinterlässt die Haltung der Hornets einen schalen Beigeschmack. Eisbären-Trainer Heiko Vogler spricht im Heilbronner Nachrichtenportal „echo24“ sogar von einer „Frechheit“, in den sozialen Medien wirft man dem EHCZ vor, mit Kalkül jeden Termin abgelehnt zu haben, um dadurch kampflos an die Punkte zu kommen.

Gegen diese Anschuldigungen wehrt sich der EHC Zweibrücken. In einer gemeinsamen Stellungnahme des Vorstandes heißt es, dass es „in sportlicher Sicht keinesfalls in unserem Interesse ist, Spiele nicht wahrzunehmen oder Punkte am ‚Grünen Tisch‘ zu erhalten. Wir sind genauso für Fair-Play und Gerechtigkeit wie alle anderen Vereine in dieser Liga auch, wollen nichts geschenkt und uns auch gewiss keine Punkte ermogeln, um bessere Chancen auf einen Playoff-Platz zu erlangen“.

Den Hornets sei am 23. November via Facebook aus Heilbronn mitgeteilt worden, dass die Partie abgesagt sei und man sich um einen Ersatztermin bemühe. In einem Telefonat habe man den HEC-Verantwortlichen mitgeteilt, dass samstags definitiv kein Eis in Zweibrücken zur Verfügung stehe und ein Freitagstermin beim Hallenbetreiber erst angefragt werden müsse, heißt es in der Stellungnahme weiter. Am 29. November habe die Hornets eine weitere Mail mit 18 Terminvorschlägen erreicht, die aus Sicht des EHC Zweibrücken aber wenig plausibel waren. An sechs der genannten Termine war bereits ein Spiel des EHCZ in der Regionalliga Südwest angesetzt. Sechs weitere Termine seien in der Zeit zwischen dem 28. Dezember und 6. Januar angeboten worden. Heilbronn sei jedoch bereits bekannt gewesen, dass sich die meisten Zweibrücker Spieler in dieser Zeit im Weihnachtsurlaub befänden. „Für unseren Verein, Fans, Sponsoren und Zuschauer ist es nicht tragbar, Termine anzunehmen, bei denen wir uns sportlich schlechter stellen“, heißt es in der Begründung.



Die anderen sechs vorgeschlagenen Termine seien an einem Freitag oder Samstag gewesen. „An beiden Tagen ist es uns leider nicht möglich, Eiszeiten vom Eishallenbetreiber zu erhalten“, beteuert der EHCZ.

Das Angebot von Heilbronn, das Heimrecht zu tauschen, habe man als sehr großzügig erachtet und sei daher auch bemüht gewesen, einen Termin zu finden, der für beide Mannschaften passe. „Allerdings war das leider nicht möglich, da an allen Sonntagen eine oder beide Mannschaften bereits spielen.“ Dies habe man dem Heilbronner EC und dem Verband am 6. Dezember per Mail mitgeteilt, ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Zwei Tage habe den EHC Zweibrücken dann ein Schreiben des Verbandes erreicht, dass die Begegnung mit 5:0 für die Hornets gewertet wird.

Darüber hinaus findet es der Vorstand des EHCZ „sehr schade und unsportlich, welche Diffamierungen wir in den sozialen Medien ertragen und lesen müssen, ohne zuvor die genauen Fakten zu kennen. Diese Behauptungen, Beleidigungen und Drohungen gehen deutlich zu weit und überschreiten das Maß an Respekt und Toleranz.“ Der EHC Zweibrücken sei sich seiner Gastrolle als rheinland-pfälzischer Verein in der Regionalliga Südwest absolut bewusst und man habe sich in der bisherigen Ligen-Zugehörigkeit nichts zu Schulden kommen lassen. Daher bedauere man den Vorfall sehr.