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VTZ II glaubt noch an sich
„Wir gehören nicht ans Tabellenende“

Zweibrücken. Die Handballer der VT Zweibrücken II sind als Aufsteiger noch nicht in der Saarlandliga angekommen. Von Jadran Pesic

So haben sie sich das nicht vorgestellt. Die Handballer der VT Zweibrücken II liegen abgeschlagen am Tabellenende der Saarlandliga, können erst einen Punkt auf der Habenseite vorweisen. Mit allen Mitteln soll trotzdem das große Ziel „Klassenverbleib“ noch realisiert werden. Besonders die letzten Auftritte vor der Pause gaben durchaus Grund zur Hoffnung, dass zur Rückrunde eine Aufholjagd gestartet werden kann.

Nach den ersten beiden Spielen zwar ohne Punkt gestartet, waren sich die Zweibrücker doch sicher, dass die ersten Zähler bald folgen würden. Hatte sich der Aufsteiger mit der SGH St. Ingbert und der HSG TVA/ATSV Saarbrücken doch zwei vermeintlich besseren Teams je erst in der Schlussphase geschlagen geben müssen. Doch die VTZ konnte an die guten Leistungen zum Auftakt nicht anknüpfen. So folgten weitere Niederlagen. Und mit jeder wuchs die Verunsicherung im Team. Zu oft versagten in den entscheidenden Phasen die Nerven. „Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass wir nicht auf den letzten Platz gehören. Wir waren oft nah dran, endlich den ersten Sieg zu feiern, aber leider hat uns dann immer eine gewisse Abgezocktheit gefehlt, um den Sack zuzumachen“, sagt Trainer Marek Galla. „Es ist einfach schade, dass es bisher so gelaufen ist. Ich weiß, dass der derzeitige Tabellenplatz nicht das widerspiegelt, wozu die Mannschaft in der Lage ist.“

In einer solchen Hinrunde, die geprägt von Misserfolg war, die schlimmsten Niederlagen zu suchen, sei nicht leicht. Dennoch hat der ehemalige slowakische Profihandballer gleich ein paar Beispiele parat. „Erst einmal tut jede Niederlage weh. Aber am schlimmsten waren dann doch die beiden gegen die HF Illtal II sowie die Mannschaft aus Saarbrücken, weil uns hier nur wenige Sekunden vom Punktgewinn getrennt haben. Insgesamt waren es aber vier bis fünf Spiele, die sehr schmerzhaft waren, weil diese auch leicht hätten gewonnen werden können.“ In seiner Analyse macht Galla auch keinen Halt vor Selbstkritik. „So wie die Mannschaft Fehler macht, bin auch ich nicht befreit von falschen Entscheidungen. Im Nachhinein kann man sicherlich die eine oder andere Entscheidung innerhalb einer Partie diskutieren.“ Aber nicht für die Mannschaft ist die Saarlandliga Neuland. Auch der Coach braucht seine Zeit, sich weiterzuentwickeln. Er übernahm die Mannschaft in der Verbandsliga nach einem gewaltigen Umbruch und schaffte im ersten Jahr dank einer überragenden Rückrunde noch den Klassenverbleib. Bereits im zweiten Jahr hatte er ein Spitzenteam geformt und konnte den Aufstieg feiern. In dieser Saison mussten er und seine Truppe allerdings bisher viel Lehrgeld zahlen, was zu einem Reifungsprozess einer jeden Mannschaft dazu gehört. Die letzten beiden Partien – gegen die HWE Homburg, die sich als Aufsteiger direkt an die Spitze gesetzt hat, und den HC Dillingen-Diefflen, der seit Jahren zur Crème de la Crème der Saarlandliga gehört –, haben aber gezeigt, dass die Mannschaft einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.



„Wir werden bis zum Schluss alles dafür geben, die Klasse noch zu halten. Wir haben noch die ganze Rückrunde, um zu beweisen, dass wir in die Saarlandliga gehören. Wir müssen noch hier und da ein paar kleinere Sachen ändern. Klappt das, so bin ich felsenfest davon überzeugt, dass wir noch einige Punkte holen werden“, gibt sich Galla trotz der fast aussichtslosen Situation optimistisch. Vielleicht hilft aber genau auch diese Situation der Mannschaft, die paar letzten Prozent auf die Platte zu bringen und die große Aufholjagd zu starten. Zu verlieren hat die VTZ-Zweite nichts mehr. Im allergünstigsten Fall könnte sogar der vorletzte Platz, den zurzeit die HF Illtal II mit drei Punkten Vorsprung auf die Saarpfälzer innehat, reichen. Nach derzeitigem Stand muss keine saarländische Mannschaft aus der RPS-Oberliga den Weg nach unten antreten. Sollte zudem der Meister der Saarlandliga die Qualifikation zur Oberliga überstehen, würde nur noch eine Mannschaft absteigen. Momentan sieht alles danach aus, als würde die HWE Homburg das Saarland in der Oberliga-Quali vertreten. Da die zweite Mannschaft des SV 64 Zweibrücken, derzeit Zweiter, nicht aufsteigen darf, weil die erste Mannschaft schon in der Oberliga spielt, sind die nächsten Verfolger mit bereits sechs beziehungsweise sieben Punkten Rückstand der HSV Merzig-Hilbringen, der amtierende Meister TV Niederwürzbach sowie der TuS Brotdorf. Für Trainer Marek Galla sieht es nach einem Zweikampf zwischen dem HSV und der HWE aus. „Das sind die beiden Mannschaften, die bisher den besten Eindruck gemacht haben. Vor allem beim HSV Merzig-Hilbringen muss ich sagen, dass sie eine richtig starke Mannschaft haben.“

Die VTZ-Zweite hat nun erst Mal noch Zeit, Kraft zu tanken. Am 12, Januar, 20.15 Uhr müssen sie dann bei der HG Saarlouis II ran, die sich vor der Saison gut verstärkt hat. Wenn die Zweibrücker an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, ist eine Überraschung möglich und die Aufholjagd könnte eingeleitet werden.

Marek Galla, Trainer der VTZ-Zweiten, glaubt noch an die Chance, in der Rückrunde den Klassenverbleib zu sichern.
Marek Galla, Trainer der VTZ-Zweiten, glaubt noch an die Chance, in der Rückrunde den Klassenverbleib zu sichern. FOTO: Martin Wittenmeier / maw