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Relegation zur Handball-Oberliga
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 Die Sensation ist perfekt: Nach einer herausragenden Saison schafft der TV Homburg als Aufsteiger den Durchmarsch bis in die Oberliga.
Die Sensation ist perfekt: Nach einer herausragenden Saison schafft der TV Homburg als Aufsteiger den Durchmarsch bis in die Oberliga. FOTO: mh / Markus Hagen
Kleinich. Saarlandligameister TV Homburg gelingt durch einen 31:19-Relegationssieg in Irmenach der Durchmarsch von der Verbandsliga bis in die vierthöchste Spielklasse. Für Spielertrainer Thomas Zellmer, der zum SV 64 Zweibrücken zurückkehrt, war es der perfekte Abschied aus Homburg. Von Markus Hagen

Riesenjubel herrschte bei den Handballern des TV Homburg. Tanzend lagen sich die Spieler des Saarlandligameisters Sekunden nach dem Abpfiff in den Armen. Mit einem nie gefährdeten 31:19 (16:15)-Auswärtssieg setzte sich der TVH am Samstagabend in seinem dritten und letzten Relegationsspiel beim Rheinlandmeister HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch durch und begleitet den Pfalzmeister HSG Eckbachtal (28:23-Sieg gegen den TV Bodenheim) als zweiter Aufsteiger in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

TVH-Spielertrainer Thomas Zellmer saß nach der Schlusssirene abgekämpft auf den Zuschauerrängen. Etwas Zeit zum Nachdenken, denn für den 31-Jährigen war es das letzte Spiel für den TV Homburg, den er erst vor zwei Jahren als Spielertrainer übernommen hatte. „Etwas Wehmut ist schon dabei. Wir haben in den zwei Jahren Unglaubliches geleistet, sind zuerst aus der Verbandsliga in die Saarlandliga aufgestiegen. Nun sind wir erneut Meister geworden und spielen in der RPS-Oberliga.“ Zellmer wird den TVH aus beruflichen und familiären Gründen verlassen und sich bei seinem Heimatverein SV 64 Zweibrücken wieder als Spieler auf den Handball konzentrieren. „Die Belastung als Spieler und Trainer ist in der Saarlandliga und nun erst recht in der Oberliga viel zu hoch“, begründet der dreifache Familienvater seinen Abschied. Zellmer hat allen Grund mit seiner ersten Station als Spielertrainer hochzufrieden zu sein. „Das lief ganz gut“, meint er schmunzelnd.

Nur in den ersten 30 Minuten konnte die HSG Irmenach gegen den TV Homburg noch einigermaßen mithalten, obwohl die Saarländer meistens mit einem oder zwei Toren in Führung lagen. Zellmer war mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft nicht einverstanden, was er seinen Mitspielern in der ersten Auszeit auch lautstark deutlich machte. 16:15 führte das Zellmer-Team zur Halbzeit. „15 Gegentore waren einfach zu viel. Wir haben das in der Pause besprochen. In der zweiten Halbzeit lief es dann einfach überragend“, meinte TVH-Handball-Abteilungsleiter Jörg Ecker, der gemeinsam mit Zellmer am Spielfeldrand wieder das Kommando übernommen hatte.



Und wie es für den TV Homburg in der zweiten Halbzeit lief. Die HSG zeigte sich entnervt über die starken Paraden der TVH-Torhüter Maximilian Loschky und Tobias Krumm. Sie waren praktisch nicht mehr zu überwinden, zumal auch die 6:0-Deckung der Saarländer fast keine Lücken mehr zuließ. Mit 19:15 hatte sich der TV Homburg in den ersten Minuten einen Vier-Tore-Vorsprung erspielt. Der Gastgeber markierte das 16:19. Es folgten unglaubliche neun Minuten der Homburger in denen sie mit einem 6:0-Lauf zum 25:16 (47.) die Partie vorzeitig entschieden. Drei Minuten vor dem Ende stand es sogar 30:17 für den TVH, auch weil Loschky und Krumm weiter überragend hielten. Zudem trug die konsequente Verwertung der Torchancen der Saarländer dazu bei, dass Irmenach am Ende mit einer 19:31-Packung vom Spielfeld geschickt wurde. Nur vier Tore gelangen dem Rheinlandmeister in den zweiten 30 Minuten.

In der ersten Halbzeit habe man sich noch etwas schwer getan, meinte Loschky. „Aber es war einfach überragend, was wir dann gezeigt haben. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff hat alles gepasst“, freute sich der Homburger Torhüter. 31 Tore in einem Auswärtsspiel seien super gewesen. Besser als in der zweiten Halbzeit könne man nicht spielen, fand Sebastian Mathieu. „Der Sieg war auch in der Höhe verdient, weil wir unsere schnellen Gegenstöße konsequent ausgenutzt haben.“

TVH-Abteilungsleiter Jörg Ecker wird sich nun allerdings Gedanken machen müssen, wer den Oberliga-Aufsteiger künftig trainieren wird. „Wir gehen das in Ruhe an“, erklärte er am Samstagabend. Zuerst einmal werde man den völlig unerwarteten Aufstieg richtig feiern. Der TV Homburg hat ihn sich fraglos verdient.