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Wie gewonnen so zerronnen

Sheffield. Den deutschen Radprofis ist beim Auftaktwochenende der 101. Tour de France ein optimaler Start gelungen. Allen voran Marcel Kittel, der die erste Etappe gewann und sich für einen Tag das Gelbe Trikot sicherte. sid

Die deutschen Radprofis haben bei der 101. Tour de France für einen Traumstart gesorgt. Top-Sprinter Marcel Kittel gewann die erste Etappe und trug gestern einen Tag lang das Gelbe Trikot, Jens Voigt testete in seiner Paraderolle als Ausreißer die eigene Leidensfähigkeit und belohnte sich mit einigen Stunden im gepunkteten Jersey.

"Es ist ein Wahnsinn", sagte Kittel , nachdem er im dramatischen Sprint der ersten Etappe triumphiert hatte und sich von Herzogin Kate das wohl begehrteste Stück Stoff der Sportwelt überreichen ließ. Ganz in Gelb gekleidet und auf einem speziell lackierten Rad nahm Kittel gestern seinen Tag als Nummer eins des Feldes auf. "Bevor ich es das erste Mal auf meinen Schulter hatte, habe ich mir nicht vorstellen können, wie magisch dieses Trikot ist. Ich liebe es", sagte Kittel . "Und am Ende gewinnt der Deutsche", titelte die französische Sporttageszeitung "L'Équipe" in großen Lettern. Über das anspruchsvolle zweite Teilstück rettete Kittel seine Führung erwartungsgemäß nicht. Weit mehr als der Verlust des Gelben Trikots dürften Kittel gestern die neun Bergwertungen der 201 Kilometer langen Etappe nach Sheffield geschmerzt haben.

In der finalen Phase geriet das Rennen zu einer ersten Prüfung der Top-Favoriten. Am Anstieg zur Jenkin Road, einer Bergwertung der vierten Kategorie fünf Kilometer vor dem Ziel, ließen Titelverteidiger Christopher Froome und Herausforderer Alberto Contador die Muskeln spielen. In der Abfahrt setzte dann der italienische Mitfavorit Vincenzo Nibali den entscheidenden Angriff und löste Kittel mit dem Etappensieg als Gesamtführenden ab.

Wie der Arnstädter tritt auch Jens Voigt heute wieder im gewohnten Team-Trikot an. Zum Auftakt hatte der 42-Jährige mit einer Solofahrt brilliert und sich am Ende mit dem Bergtrikot belohnt - nach 1998 das zweite seiner Karriere. "Jetzt war ich ein letztes Mal im Fernsehen", sagte Voigt, der mit seiner 17. Teilnahme zu den Rekordteilnehmern George Hincapie (USA) und Stuart O'Grady (Australien) aufschloss: "Ich war weit über meinem Limit."

Die britischen Fans verdienten sich ein Extralob, ein Millionenpublikum an der Strecke sorgte für einen äußerst stimmungsvollen Start. Mit einem Etappensieg wurden die Gastgeber für ihren Enthusiasmus aber nicht belohnt.