| 20:44 Uhr

Handball 3. Liga Süd
VTZ will ihre Außenseiterrolle nutzen

 Tom Paetow (am Ball) weiß, wo das gegenerische Tor steht: Der Rückraumspieler der VTZ Saarpfalz liegt momentan auf Platz acht der Torschützenliste der 3. Liga Süd.
Tom Paetow (am Ball) weiß, wo das gegenerische Tor steht: Der Rückraumspieler der VTZ Saarpfalz liegt momentan auf Platz acht der Torschützenliste der 3. Liga Süd. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Ein richtig schwerer Brocken wartet heute Abend auf Handball-Drittligist VTZ Saarpfalz. Für die Zweibrücker geht es nach Östringen zur Reserve der Rhein-Neckar Löwen, die zuletzt fünf Siege in Serie feierten. Von Jadran Pesic

Eine auf dem Papier nur schwer lösbare Aufgabe steht den Handballern der VTZ Saarpfalz heute Abend um 20 Uhr bevor. Gegen den Tabellendritten, die Bundesligareserve der Rhein-Neckar Löwen, starten die Zweibrücker in der Rückrunde der 3. Liga Süd und gehen als klarer Außenseiter in die Partie. Mit zuletzt fünf Siegen in Folge arbeiteten sich die Junglöwen in die Spitzengruppe vor und wollen gegen den Aufsteiger den sechsten Sieg in Folge feiern.

Die VTZ Saarpfalz konnte in den beiden vergangenen Partien gegen Vorjahresmeister SV Salamander Kornwestheim und den VfL Pfullingen nicht an die sehr gute Leistung aus dem Heimspiel gegen den TSB Heilbronn-Horkheim anknüpfen. Zwei klare Niederlagen waren die Folge. Beide Male überzeugte die bis dahin so hochgelobte Defensive der Saarpfälzer nicht wirklich. Das muss sich schleunigst ändern, denn mit den Rhein-Neckar Löwen II erwartet die Mannschaft von Trainer Danijel Grgic der zweitstärkste Angriff der Liga. Zuletzt gab es einen auch in der Höhe verdienten 40:15-Erfolg gegen stark ersatzgeschwächte Willstätter.

Bereits im Hinspiel waren die Rosenstädter dem variablen und schnellen Spiel der Mannschaft von Michael Abt nicht gewachsen und verloren klar mit 24:31. Den Unterschied an diesem Tag machte vor allem Torwart-Routinier Daniel Unser, der in der zweiten Halbzeit nach seiner Einwechslung zur Höchstform auflief. Mit elf Paraden hatte er maßgeblichen Anteil am späteren Erfolg.



Die Rhein-Neckar Junglöwen hatten gerade zu Beginn der Runde noch mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen und mussten auf wichtige Leistungsträger verzichten. Doch die junge Truppe fand sich schnell zurecht und wusste im Laufe der Saison immer mehr zu gefallen. Dabei fällt vor allem auf, dass Trainer Abt auf ein schier unerschöpfliches Arsenal an jungen Spielern aus der A-Jugend zurückgreifen kann, die sich nahtlos in das Spielsystem des Tabellendritten integrieren und ihren Teil dazu beitragen. Auch wenn es der noch junge Trainer zunächst nicht wahrhaben wollte, wurde seine Truppe trotz des Ausfalls wichtiger Akteure immer noch zu den Favoriten um die vorderen Plätze gehandelt. In Philipp Ahouansou und Tim Ganz haben die Junglöwen ihre treffsichersten Angreifer.

Aber auch die VTZ Saarpfalz hat einen sehr gefährlichen Schützen. Rückraumspieler Tom Paetow teilt sich zurzeit mit Florian Taafel von der TGS Pforzheim den achten Rang in der Torschützenliste der 3. Liga Süd. Diese Ausbeute ist durchaus eindrucksvoll, denn Paetow wurde innerhalb der Runde immer wieder von Verletzungen und Krankheit nach hinten geworfen. Doch auch das konnte ihn nicht davon abhalten, schnell in eine Führungsrolle bei der VTZ hineinzuwachsen. Neben einem gefährlichen Paetow wird es aber vor allem auf die Zweibrücker Defensive ankommen, die sich im Vergleich zu den letzten beiden Partien dringend steigern muss.

Der Aufsteiger aus der Rosenstadt geht als Underdog in die Partie und hat im vorletzten Kräftemessen des Jahres nichts zu verlieren. Vielleicht kitzelt genau dieser Umstand die paar letzten Prozent aus der Mannschaft von Trainer Danijel Grgic. Und dass sie auch gegen die großen Kaliber der 3. Liga bestehen können, haben sie bereits mehrfach gezeigt. Wieso also nicht auch heute Abend in der Stadthalle in Östringen.