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Abstieg steht fest
VTZ verpasst das rettende Ufer

Sinnbildlich für eine missglückte Saison: VTZ-Spielertrainer Denis Rendgen am Boden.
Sinnbildlich für eine missglückte Saison: VTZ-Spielertrainer Denis Rendgen am Boden. FOTO: Martin Wittenmeier / maw
Zweibrücken. Obwohl die Zweibrücker Basketballer ihr Saisonfinale gegen den TV Bad Bergzabern II 86:73 gewonnen haben, steigen sie als Vorletzter aus der Landesliga ab. Denn die direkte Konkurrenz hat am Wochenende überraschende Siege eingefahren. Von Martin Wittenmeier

Vergeblich versuchte Denis Rendgen seinen Frust mit einem Bier herunterzuspülen. Die Enttäuschung stand dem Spielertrainer der VT Zweibrücken nach Spielende aber deutlich ins Gesicht geschrieben. Trotz eines 86:73 (26:25/55:37/74:56)-Heimerfolgs am Sonntagabend gegen den TV Bad Bergzabern II muss sein Team nach drei Jahren den Gang aus der Landes- in die Bezirksliga antreten. Der Abstieg der VTZ-Basketballer war bereits vor dem Anwurf besiegelt. Denn beide direkten Konkurrenten im Tabellenkeller hatten tags zuvor ihre „Endspiele“ gewonnen und den Zweibrückern somit die letzte Möglichkeit geraubt, die Liga auf der Zielgeraden doch noch zu halten. So siegte die TG Nieder-Ingelheim unerwartet beim Tabellenvierten Lerchenberg mit 74:68. Noch größer war Rendgens Verwunderung über den 66:57-Erfolg der TSG Heidesheim über Tabellenführer Rockenhausen, der bereits vor dem letzten Spieltag als Meister feststand: „Es hat schon ein bisschen was von Wettbewerbsverzerrung, wenn man sieht, mit welcher Aufstellung Rockenhausen nach Heidesheim gefahren ist.“

Obwohl die letzte Partie für die VTZ somit nur noch statistischen Wert hatte, „wollten wir uns nicht mit einer Niederlage verabschieden“. Allerdings tat sich Rendgens Mannschaft in den Anfangsminuten schwer, stand sich durch unnötige Ballverluste selber im Weg und lag Mitte des ersten Viertels mit 12:22 zurück. Ein erfolgreicher Distanzwurf von Jorge Ordonio läutete die Aufholjagd ein. Von nun an lief der Ball bei der VTZ. Ein weiterer Dreier von Nizar Barkaoui besorgte Ende des ersten Viertels sogar die 26:25-Führung.

Im zweiten Abschnitt waren die Zweibrücker dann wie aufgedreht. Vor allem jenseits der Drei-Punkte-Linie war fast jeder Wurf ein Treffer. In dieser Phase waren es die Gäste, die im Angriff zu überhastet agierten, während Rendgens Truppe geduldig passte, bis ein freier Mann gefunden war. Mit der Halbzeitsirene versenkte Mohammad Kamal Midani den nächsten Dreier zur deutlichen 55:37-Pausenführung im Bad Bergzaberner Korb.



Nach dem Seitenwechsel hielten die Zweibrücker die Gäste zunächst problemlos auf Abstand. Klingelte es hinten im VTZ-Korb, hatte Zweibrücken fast immer die passende Antwort parat. „Wir spielen eigentlich schon die gesamte Saison einen guten Basketball, auch heute war das über weite Strecken ordentlich. Leider waren wir oftmals selbst unser härtester Gegner“, sagte Rendgen. Über 67:47 hielt die VTZ ihren Vorsprung konstant und führte auch nach drei Vierteln souverän mit 74:56.

Mit Beginn des Schlussabschnitts war der Gästekorb aber plötzlich wie vernagelt. Bis auf sechs Punkte pirschte sich der TV Bad Bergzabern II heran. Lange fünfeinhalb Minuten dauerte es, bis Johannes Meenken per Korbleger zum 76:68 wieder Zählbares für die VTZ auf die Anzeigetafel brachte. In Gefahr geriet der siebte Saisonsieg in der Schlussphase nicht mehr. Routiniert spielten die Zweibrücker die letzten Minuten runter und gewannen verdient mit 86:73.

Doch von Jubel keine Spur. Stattdessen herrschte Katerstimmung bei den VTZ-Spielern. „Es ist schon bitter, dass es trotz sieben Siegen am Ende nicht gereicht hat. Es gibt Jahre, da wirst du mit so einer Bilanz Fünfter. Aber die Liga war so eng, da war jeder liegengelassene Punkt einer zu viel“, haderte Rendgen mit zahlreichen verpassten Gelegenheiten. Etwa mit den beiden Niederlagen gegen Nieder-Ingelheim. Vor allem dem Rückspiel, als Rendgen selbst in der Schlussminute die Nerven versagten und er beim 66:67 zwei Freiwürfe versemmelte. Oder dem „unnötig“ verlorenen direkten Vergleich gegen Heidesheim. „Noch ist es nicht endgültig, vielleicht gibt es noch eine Chance, wenn ein Team abmeldet oder verzichtet. Aber zu 90 Prozent sind wir abgestiegen.“

Den Absturz in die Bezirksliga wolle man in der neuen Runde so schnell wie möglich wieder geraderücken. „Ich glaube, dass die Mannschaft zum größten Teil so zusammenbleiben wird. Ziel ist es jetzt, eine gute Saison zu spielen, um dann direkt wieder hoch in die Landesliga zu gehen. Dass wir da vom Niveau hingehören, haben wir in den letzten drei Jahren gezeigt.“