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Gerätturnen
Laura Conrad von Bronze überrascht

 VTZ-Turnerin Laura Conrad hat bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften einen starken Auftritt hingelegt.
VTZ-Turnerin Laura Conrad hat bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften einen starken Auftritt hingelegt. FOTO: @ Marco Wille -Photographie / mARCO WILLE
Gau-Odernheim. Einen weiteren tollen Erfolg hat Laura Conrad bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Gerätturnerinnen gefeiert. In Gau-Odernheim landete die VTZ-Starterin in der Kür-Leistungsklasse 1 auf Rang drei. Svenja Hofer

Bei der Siegerehrung ist Laura Conrad von ihrem guten Abschneiden selbst verblüfft. Die Gerätturnerin der VT Zweibrücken hat bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Gau-Odernheim Bronze in der Kür-Leistungsklasse 1 der Jahrgänge 1988 bis 2001 gewonnen. Und hat damit auch Trainerin Sonja Rayer überrascht. „Laura hat sich ja ‚nur’ als Vierte der Pfalz-Meisterschaften für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften qualifiziert, hatte Glück, dass eine Starterin aus der Pfalz ausgefallen ist“, erklärt Rayer. Zudem hatte diese erwartet, dass bei ihrem Schützling nach dem überragenden sechsten Platz beim Deutschland-Cup in Berlin (wir berichteten) die Luft raus ist. „Wir haben uns gesagt, dass wir hin fahren, das Beste geben und sehen, was dabei herauskommt – und das war nun etwas so Tolles“, freut sich die VTZ-Trainerin.

Dabei ging der Wettkampf für Laura Conrad überhaupt nicht gut los. Am Barren, der ohnehin nicht ihr stärkstes Gerät ist, lief es nicht rund. Mit 10,90 Zählern büßte sie einige gegenüber der Konkurrenz ein. Auch am Balken leistete sie sich einen ungewohnten Wackler, fiel einmal runter. „Das konnte sie aber super kompensieren, indem sie danach ganz stark weiterturnte“, beschreibt Rayer den Auftritt. So erkämpfte Conrad noch 13,20 Punkte. „Am Boden zeigte Laura dann – wie gewohnt – eine sehr schöne Übung. Mit 14,30 erhielt die Zweibrückerin die beste Wertung der Konkurrenz. Bei der Landung am Sprung hatte  sie zwar zweimal die Hand am Boden, „aber wir haben den Tsukahara gebückt riskiert, weil wir ja nichts zu verlieren hatten“, erklärt die Trainerin. Mit den 12,10 Punkten kam Laura Conrad auf insgesamt 50,50 Zähler und damit den Bronzerang. „Vor der Siegerehrung haben wir das noch nicht gewusst. Ich bin niemand, der die ganze Zeit rumrechnet. Wir haben nur gesehen, dass die anderen Turnerinnen ihre Übungen durchzogen –  und daher sind wir super zufrieden mit Rang drei.“ Umso höher sei die Leistung ihres Schützlings zu bewerten, wenn man bedenkt, dass in der LK 1 die Turnerinnen antreten, die von oben aus dem Spitzensport herunterkommen, die schon von Kindesbeinen an vier bis fünf Mal pro Woche trainiert haben. „Wir arbeiten uns aus dem Breitensport hoch, daher ist das eine tolle Leistung“, betont Sonja Rayer stolz.

In der Kür-Leistungsklasse 2 der Jahrgänge 1988 bis 2002 landete Anne Meister mit 48,90 Punkten auf Rang sechs. Auch, wenn sie sich den einen oder anderen Patzer leistete, war sie mit den Bewertungen der Kampfrichter nicht vollkommen einverstanden. „Mit dem, was sie gezeigt hat, kann sie aber schon zufrieden sein“, betont Rayer. Am Sprung sammelte sie 11,90, am Barren 12,05, am Balken 11,80 sowie am Boden 13,10 Punkte.



Die zweite Bronzemedaille für die VTZ bekam in Gau-Odernheim Jill Grunder umgehängt. In den Pflicht­übungen der Jahrgänge 1988 bis 1999 wäre sogar noch mehr drin gewesen. „Doch am Boden ließ sie eineinhalb bis zwei Punkte liegen, die zu Rang eins gereicht hätten.“ Am Balken war Grunder mit 16,90 Punkten die stärkste Turnerin, am Sprung erhielt sie 17,70 Punkte, am Barren 16,40 und abschließend am Boden 15,80. „Nach einem langen Tag in der warmen Halle, einer Handstandrehung am Ende der Übung, waren die Kräfte vielleicht einfach weg“, erklärt Rayer den Hänger von Jill Grunder, die die Hand einfach nicht mehr von der Matte bekam. „Aber wir sind auch keine Roboter und mit Rang drei auf Rheinland-Pfalz-Ebene, wo Jill beständig auf dem Treppchen steht, kann man doch zufrieden sein.“

Das VTZ-Ergebnis komplett machte Emma Baumann als Vierte im Pflicht-Wettkampf der Jahrgänge 2004 und 2005. 0,6 Punkte fehlten Baumann nach 14,75 am Sprung, 15,85 am Barren, 15,40 am Balken und 16,80 als Bester am Boden zu  Rang drei. Doch Platz vier als eine Turnerin des jüngeren Jahrgangs, die sich als Dritte der Pfalzmeisterschaften für den Wettbewerb qualifiziert hatte, sei eine super Sache, betont Sonja Rayer. „Darauf kann man aufbauen“, sagte die Trainerin zufrieden.

Aimee Reichert von der Vereinigten Turnerschaft Contwig sicherte sich im Pflicht-Wettkampf der Jahrgänge 2000 bis 2003  bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften mit 62,25 Punkten den sechsten Rang. Diesen erzielte sie mit einer Wertung von 16,55 Zählern am Sprung, 15,15 am Barren, 14,70 am Balken und 15,85 Punkten am Boden.