| 20:19 Uhr

Handball-Oberliga
VTZ siegt dank Leistungssteigerung

 Mitte-Spieler Martin Mokris (rot), hier im Spiel gegen Budenheim, war in Bitburg mit neun Toren bester Werfer der VT Zweibrücken.
Mitte-Spieler Martin Mokris (rot), hier im Spiel gegen Budenheim, war in Bitburg mit neun Toren bester Werfer der VT Zweibrücken. FOTO: Norbert SChwarz / nos
Bitburg. Handball-Oberligist gewinnt beim TV Bitburg 26:22 (11:13) nach schwacher erster Hälfte. Torhüter Klöckner hält den Sieg fest. Von Jadran Pesic

Die Handballer der VTZ haben dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit den Sieg in Bitburg errungen. Beim 26:22 (11:13)-Erfolg beim TV Bitburg konnten sie sich nach einer schwachen ersten Hälfte erheblich steigern und so die Partie noch drehen. Der krankheitsbedingt angeschlagene VT-Torhüter Yannic Klöckner avancierte dabei vor allem dank einer starken Schlussphase zum Matchwinner. Bester Zweibrücker Torschütze war Mittelmann Martin Mokris mit neun Treffern.

„Die erste Halbzeit haben wir wirklich schlecht gespielt. Wir waren zu unbeweglich und in Angriff wie Abwehr nicht voll da“, kritisierte VTZ-Coach Danijel Grgic die ersten 30 Minuten seiner Truppe. Kapitän Philip Wiese sah es genauso und ergänzte: „Unsere 6:0-Abwehr hat in der ersten Halbzeit nicht funktioniert und vorne haben wir schlicht und ergreifend zu viele Chancen liegen lassen.“ Der Drittletzte der Oberliga-RPS, der TV Bitburg, bot den favorisierten Saarpfälzern von Anfang an einen packenden Fight. Bis in die Schlussphase der ersten Hälfte war es ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich beide Mannschaften lieferten. Die Gastgeber aus Bitburg legten immer wieder vor und führten zwischenzeitlich mit 4:2 (9.). Die VTZ ließ den TV Bitburg nicht weiter davonziehen und egalisierte immer wieder den Rückstand. Beim Stand von 6:6 in der 14. Spielminute hatte Grgic genug gesehen und nahm die Auszeit. Am weiteren Verlauf änderte diese aber zunächst nichts. Zwar konnten die Zweibrücker nach einem Treffer von Tomas Kraucevicius mit 8:7 (20.) in Führung gehen, sollten diese Führung aber schnell wieder hergeben. Vor allem die Abschlussschwäche machte ihnen dabei ordentlich zu schaffen.

„Der Bitburger Torhüter hat schon ganz ordentlich gehalten, aber man muss auch gleichzeitig sagen, dass unsere Würfe dankbar waren“, sagte Yannic Klöckner, der das Freitagstraining wegen Krankheit hatte ausfallen lassen müssen, sich aber dennoch in den Dienst der Mannschaft gestellt hatte. Ihm blieb auch kaum eine andere Wahl, da nach der Verletzung von Rouven Latz für diese Partie kein weiterer Torhüter zur Verfügung stand. Bis zur Halbzeit übernahm der Underdog dann das Kommando und ging auch folgerichtig mit einem verdienten 13:11-Halbzeitstand in die Pause.



Die Wende für die VTZ ließ auch zu Beginn der zweiten Halbzeit zunächst auf sich warten. Es wurde zunächst sogar noch schlimmer, denn die abstiegsgefährdeten Bitburger, die eine sehr couragierte und engagierte Leistung zeigten, konnten den Vorsprung weiter ausbauen. In der 34. Spielminute lagen sie mit 16:13 in Front. „Wir haben in der Phase oft gewechselt, bis wir endlich die richtige Formation gefunden hatten. Von da an haben die Jungs es fantastisch gemacht und wir haben nur noch neun Gegentore bekommen“, sagte Grgic. Kapitän Philip Wiese, der fünf Treffer zum Auswärtserfolg beisteuerte, machte vor allem die Umstellung auf die offensive 3:2:1-Deckung als Hauptgrund für den späteren Erfolg aus. „Mit der Umstellung in der Abwehr hat es dann viel besser geklappt. Aber auch im Angriff waren wir jetzt viel effektiver.“

In der 38. Spielminute hatten die Saarpfälzer nach Treffern von Martin Mokris, Wladislaw Kurotschkin und Richard Wilga erneut den Rückstand ausgeglichen und waren jetzt voll in der Partie. Selbst die erneuten Führungen der Gastgeber zum 17:16 (41.) und 18:17 (42.) sollten die Gäste jetzt nicht mehr vom Weg abbringen. Beim Stand von 23:19 (50.) für die Zweibrücker war schon so etwas wie die Vorentscheidung gefallen, denn die Mannschaft von TVB-Trainer Thomas Lauer leistete sich jetzt immer wieder leichte Fehler. Und wenn sie dann mal sich doch gute Chancen erspielten, stand da immer noch ein starker VT-Torhüter Yannic Klöckner im Weg. Bis zum Ende verteidigte die VTZ ihre Führung souverän und konnte sich am Ende über einen hart erarbeiteten, aber dennoch mehr als verdienten 26:22-Auswärtserfolg freuen.

Erneut konnten die Handballer der VTZ eine offensiv sehr starke Mannschaft in Schach halten. Auswärts nur 22 Gegentore zu bekommen, zeigt die enorme Qualität der Grgic-Truppe. Nächste Woche empfangen sie zu Hause die HSG Völklingen zum Abschluss der Hinrunde, ehe es in die verdiente Winterpause geht.

Derzeit ist die VTZ mit vier Minuspunkten Zweiter vor den Sportfreunden aus Budenheim mit fünf Minuspunkten und hinter den HF Illtal mit drei Minuspunkten. Selten waren drei Teams so stark in einer Hinrunde wie diese drei Mannschaften. Um sich weiter in der Spitze festzubeißen, müssen gerade die Partien gegen die vermeintlich schwächeren Teams gewonnen werden, was diesen drei Teams bislang in beeindruckender Art und Weise gelungen ist.