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Handball 3. Liga Süd
Polster auf die Abstiegsränge anlegen

Der Klassenverbleib hat für Richard Wilga, hier am Ball im Spiel gegen Saarlouis, und die VTZ Saarpfalz diese Saison oberste Priorität.
Der Klassenverbleib hat für Richard Wilga, hier am Ball im Spiel gegen Saarlouis, und die VTZ Saarpfalz diese Saison oberste Priorität. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball: Drittliga-Aufsteiger VTZ Saarpfalz will sich mit einem Heimsieg am Samstag (19 Uhr) gegen den VfL Pfullingen Luft im Tabellenkeller verschaffen. Rückraumspieler Alexey Wetz hat seinen Vertrag bei den Rosenstädtern aufgelöst. Von Jadran Pesic

Am Samstagabend um 19 Uhr wird der letzte Spieltag der Hinrunde in der 3. Liga Süd angepfiffen. Die VTZ Saarpfalz empfängt dann in der heimischen Westpfalzhalle den VfL Pfullingen, der derzeit den neunten Rang in der Tabelle belegt. Die Zielsetzung der VTZ ist ganz klar: Mit einem Sieg soll der Vorsprung auf die Abstiegsplätze ausgebaut oder zumindest gehalten werden.

Das Handballjahr neigt sich dem Ende zu, genauso wie die Hinrunde der 3. Liga Süd. Klammert man die Partie in Kornwestheim aus, kann man sagen, dass sich die Zweibrücker in den letzten Spielen weiterentwickelt haben und in der Liga angekommen sind. Auch wenn die Ausbeute bislang nicht den eigenen Wünschen entspricht, war es bislang sicherlich eine Vorrunde, die den VTZ-Fans gefallen hat. Einer der Spieler, die das Rampenlicht nicht unbedingt suchen, aber dennoch enormen Wert für die Mannschaft von VTZ-Trainer Danijel Grgic haben, ist der junge slowakische Linksaußen Richard Wilga. Letztes Jahr wechselte er während der Runde zur VTZ und deutete schnell sein Potenzial an. Allerdings fehlte ihm die Konstanz in seinem Spiel.

Vor seiner ersten Saison in der 3. Liga machte es sich Wilga zum Ziel, endlich zu zeigen, wozu er in der Lage ist. Er investierte viel Arbeit und verbesserte unter anderem seine Physis auf bemerkenswerte Art und Weise. Dieser Einsatz machte sich auch bezahlt. Auch wenn er keiner der Lautsprecher der Mannschaft ist, ist er aus dieser Truppe nicht wegzudenken und marschiert Spiel für Spiel auf der linken Außenbahn. „Ich denke, dass ich im Moment ganz gut spiele, aber ich weiß auch, dass ich noch besser spielen kann“, schätzt der zurückhaltende Slowake seine Situation ein. Ähnlich wie er sich im Spiel in den Dienst der Mannschaft stellt, selbst dann, wenn er mal weniger Zuspiele erhält, formuliert er auch seinen persönlichen Wunsch. „Ich möchte mit der Mannschaft die Klasse halten und persönlich auch einen Teil dazu beitragen, dass es am Ende klappt“, sagt Wilga.



Mit dem Stress und der Herausforderung, um den Klassenverbleib zu kämpfen, muss sich der VfL Pfullingen diese Saison nicht abgeben. Mit sieben Siegen und sieben Niederlagen belegen sie derzeit den neunten Rang. Nach oben wie auch nach unten passiert mittelfristig erstmal nicht viel. Pfullingen hat aber eine in vielerlei Hinsicht interessante Mannschaft. Mit Frederick Griesbach werden sie vom den jüngsten Trainer aller Drittliga-Mannschaften gecoacht. Mit gerade mal 29 Jahren ist der Student und A-Schein-Inhaber mit Pfullingen gut in die Runde gestartet und konnte am vierten Spieltag sensationell die HSG Konstanz, den Ligaprimus, auswärts besiegen.

Insgesamt besticht der VfL durch eine starke Offensive, die immer wieder mit vielen Toren auf sich aufmerksam macht. Das geschieht oftmals auf Kosten der Defensive. Da präsentiert sich die Mannschaft zu oft nicht wirklich sattelfest. Die besten Torschützen sind Marc Breckel mit 74 Treffern und Youngster Niklas Roth mit 69. Die beiden letzten Partien gegen Fürstenfeldbruck und den Aufsteiger aus Sandweier konnten beide zuhause siegreich gestaltet werden. Die beiden Auswärtsspiele zuvor gingen hingegen teilweise klar verloren.

Die direkten Konkurrenten Willstätt oder Neuhausen/Fildern, die zwei Punkte hinter den Rosenstädtern liegen sowie Oppenweiler, einen Punkt und Platz vor der VTZ, haben alle schwere Auswärtsspiele zu bestreiten. Mit einem Sieg könnte die VTZ nicht nur den Vorsprung auf die Abstiegsplätze vergrößern, sondern vielleicht sogar noch einen Platz nach oben klettern.

Eine Veränderung wird es kurzfristig im Kader der Saarpfälzer geben. VTZ-Rückraumspieler Alexey Wetz steht Trainer Danijel Grgic zukünftig nicht mehr zur Verfügung. Der Vertrag von Wetz wurde mit sofortiger Wirkung auf eigenen Wunsch einvernehmlich aufgelöst. „Die Entscheidung ist mir vor allem wegen der Mannschaft nicht leicht gefallen, weil ich mit ein paar Jungs schon einige Jahre zusammenspiele und wir sehr gute Freunde geworden sind. Da ich aber zuletzt immer weniger Einsatzzeiten hatte und keine sportliche Zukunft mehr gesehen habe, verbunden mit dem großen Aufwand, der trotzdem damit einherging, habe ich mich mit dem Vorstand auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung geeinigt“, erklärte Wetz. „Wir danken Alexey für die guten gemeinsamen Jahre. Er hat uns mit seinen Toren viel Freude bereitet und deshalb möchten wir ihm auch keine Steine in den Weg legen“, betont Klaus Biehl, Vorstan der VTZ Saarpfalz.