| 21:50 Uhr

Handball 3. Liga Süd
VTZ Saarpfalz ist so gut wie abgestiegen

  Oft kamen die Zweibrücker, wie hier Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin, gegen Haßloch frei zum Torabschluss, ohne dass Zählbares dabei heraussprang.
Oft kamen die Zweibrücker, wie hier Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin, gegen Haßloch frei zum Torabschluss, ohne dass Zählbares dabei heraussprang. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. 3. Handball-Liga Süd: Nach einer 22:27-Heimiederlage gegen die TSG Haßloch ist der Klassenerhalt der Zweibrücker nur noch Utopie.

Das war es dann endgültig mit dem Klassenerhalt für die Handballer der VTZ Saarpfalz. Nach der 22:27-Heimniederlage am Samstag im Pfalzderby gegen die TSG Haßloch ist die VTZ rechnerisch zwar noch nicht abgestiegen. Dass die Zweibrücker aber ihre letzten drei Saisonspiele alle gewinnen, während der TV Willstätt höchstens noch einen Punkt holt, ist nicht unwahrscheinlich – es ist utopisch.

Eine Halbzeit lang konnte die VTZ die Partie offen halten. Zu Beginn der zweiten Hälfte nutzen die Gäste die vielen Fehlwürfe der Gastgeber rigoros aus und setzen sich ab. Der alles überragende Spieler war TSG-Keeper Daniel Schlingmann, der nach dem Seitenwechsel der entscheidende Faktor für den Sieg der Gäste wurde. Bester Werfer der Partie war Zweibrückens Martin Mokris mit acht Treffern.

„Natürlich war das ein verdienter Sieg“, urteilte VTZ-Coach Danijel Grgic nach der Partie. „Die Qualität hat sich durchgesetzt. Außerdem haben wir Schlingmann in der zweiten Halbzeit schön warm geworfen“, kritisierte er die mangelnde Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Der TSG-Torhüter hatte am Ende neben 19 Paraden sogar noch einen Treffer erzielt.



In der ersten Halbzeit war es eine Partie auf Augenhöhe. Das Tempo war überschaubar und beide Mannschaften suchten ihr Glück in ruhigen und langen Angriffen. Früh zeichnete sich aber ab, dass das die Partie des TSG-Keepers werden würde. Immer wieder war er bei Chancen der VTZ zur Stelle. Zu Gute kam ihm die gute Zusammenarbeit mit dem beweglichen TSG-Innenblock um Stefan Job und Oliver Zeller. Aber auch die Defensive der Zweibrücker stand gut. So entwickelte sich eine spannende aber wenig hochklassige Partie. Bis zum 8:8 in der 20. Minute konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen, ehe die Gäste nach Treffern von Zeller und Borodovskis mit 10:8 in Front gingen. Die VTZ hatte aber die passende Antwort parat. Angetrieben von 400 Zuschauern in der Westpfalzhalle, unter denen sich auch Fans und Spieler des Eishockey-Regionalligisten EHC Zweibrücken befanden, drehte die VTZ nach Treffern von Mokris und Tom Paetow die Partie und ging mit 11:10 (28.) in Führung. Haßloch ließ sich von dem Zwischenspurt der Zweibrücker nicht überrumpeln und lag bis zur Pause wieder knapp vorne (12:11).

„Knackpunkt waren sicherlich die ersten Minuten der zweiten Hälfte“, sagte TSG-Coach Tobias Job nach der Partie und traf damit den Nagel auf den Kopf. Binnen fünf Minuten zogen die Gäste auf 17:11 davon und profitierten in der Phase von gleich sechs Fehlwürfen der Saarpfälzer in Folge. Zweibrücken kämpfte sich langsam wieder heran, doch die Aufholjagd gestaltete sich zäh. In der 44. Spielminute hatten die Zweibrücker den Rückstand bis auf drei Tore verkürzt (17:20). Doch im Anschluss scheiterten die VTZ-Spieler trotz bester Möglichkeiten wieder reihenweise an Schlingmann. Da half den Rosenstädtern auch die eine phasenweise aggressivere und offensivere Deckungsvariante ebenso wenig wie der siebte Feldspieler. Leichte Fehler bei Überzahl bestraften die Gäste eiskalt. Anstatt den Rückstand zu minimieren, zog Haßloch entscheidend auf 24:17 davon. Auch Torhüter Schlingmann konnte sich am Ende in die Torschützenliste eintragen und krönte so seinen eigenen Auftritt. Am Ende feierte die TSG Haßloch einen ebenso verdienten wie souveränen Sieg im Pfalzderby.

Nächste Woche geht es für die Zweibrücker auswärts bei der TSB Heilbronn-Horkheim darum, an die Leistung aus der Partie gegen den TuS Fürstenfeldbruck anzuknüpfen, dem man ein Remis abringen konnte. Doch selbst im Falle eines Sieges beim Tabellensiebten könnte der Abstieg der Rosenstädter nach dem Spieltag auch rechnerisch feststehen.