| 20:18 Uhr

Handball 3. Liga Süd
VTZ Saarpfalz bricht ihren Heim-Bann

Bei Tom Paetow (am Ball) und der VTZ Saarpfalz ist endlich der Knoten geplatzt. Gegen den TSB Heilbronn feierte der Drittliga-Aufsteiger am Sonntag den ersten Heimsieg.
Bei Tom Paetow (am Ball) und der VTZ Saarpfalz ist endlich der Knoten geplatzt. Gegen den TSB Heilbronn feierte der Drittliga-Aufsteiger am Sonntag den ersten Heimsieg. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Mit einem Kraftakt hat der Drittliga-Aufsteiger dem Tabellendritten TSB Heilbronn-Horkheim die beiden Punkte entrissen. Für die Mannschaft von Trainer Danijel Grgic war es der erste Saisonerfolg in der heimischen Westpfalzhalle. Von Jadran Pesic

Es ist endlich geschafft. Die Handballer der VTZ Saarpfalz konnten nach dem überraschenden 26:25 (9:9) gegen den TSB Heilbronn-Horkheim den ersten Heimsieg in der 3. Liga Süd feiern. Gegen den Tabellendritten zeigte die Mannschaft von Trainer Danijel Grgic, der seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert hat, eine ansprechende und kämpferisch einwandfreie Leistung und belohnte sich mit zwei verdienten Punkten. Ganz stark präsentierten sich vor allem Torhüter Yannic Klöckner sowie der neunfache Torschütze Martin Mokris.

„Ich bin sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Sie haben aufopferungsvoll gekämpft. Jetzt genießen wir diesen Sieg“, zeigte sich Grgic sichtlich erleichtert. Gäste-Trainer Volker Blumenschein brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Die Heimmannschaft wollte es mehr und wir haben verdient verloren.“ Nach dem sich Blumenschein zunächst etwas wortkarg beim Trainergespräch zeigte, legte er im Anschluss so richtig los. „Auch wenn wir nur mit einem Tor verloren haben, muss man dennoch sagen, dass Saarpfalz ein deutlich besseres Spiel gemacht hat als wir. So wie heute geht es nicht. Das war eine furchtbar schlechte Leistung, die wir analysieren müssen.“

Dabei hatte es für seine Horkheim-Hunters zu Beginn der Partie noch gut ausgesehen. Die Abwehr der Gäste um die beiden Hünen Nils Boschen und Oliver Hess stand gut und ließ gegen den beweglichen Rückraum der VTZ so gut wie nichts zu. Nach etwas mehr als zehn gespielten Minuten führten die Gäste mit 5:2 und zwangen Coach Grgic zu einer Auszeit. Er fand die richtigen Worte. VTZ-Rückraumspieler Tom Paetow verkürzt mit einem Kracher aus dem Rückraum auf 3:5. In der Folge wurde die Defensive der Hausherren auch immer stärker, sodass die Gäste im Angriff ebenfalls recht wenig auf die Platte bekamen. Das lag vor allem an einer überragenden Leistung Yannic Klöckner, der alleine in Halbzeit eins auf insgesamt zehn Paraden kam. Teilweise spektakulär vereitelte er immer wieder auch die besten Chancen der Gäste, darunter zwei Siebenmeter. Es entwickelte sich eine recht zerfahrene Partie, die vor allem durch zwei starke Defensiven dennoch zu begeistern wusste.



Mitte der ersten Halbzeit brachte Grgic dann Martin Mokris für den bis dahin etwas unglücklich agierenden Mannschaftskapitän Philip Wiese im Angriff. Auch wenn er zunächst ebenfalls wenig glücklich in seinen Aktionen war, war er dennoch ein belebendes Element im Zweibrücker Rückraum. So war es dann auch Mokris vorbehalten, den Ausgleich zum 5:5 zu erzielen. Da waren bereits 20 Minuten gespielt. Obwohl die Gäste immer wieder vorlegen konnten, hatten die Saarpfälzer stets die richtige Antwort parat. Mit einem leistungsgerechten 9:9 ging es in die Halbzeit.

Den ersten Treffer der zweiten Hälfte erzielten die Hausherren nach einer feinen Einzelaktion von Rechtsaußen Dusan Maric und gingen erstmals in dieser Partie in Front (10:9). Nach einem Doppelschlag des starken Mokris konnte sich die VTZ in der 36. Minute erstmals auf zwei Tore absetzen (13:11). Doch Heilbronn reagierte prompt und glich binnen weniger als zwei Minuten wieder aus. Dennoch hatte man spätestens jetzt das Gefühl, dass an diesem Abend der VTZ die Überraschung gelingen könnte. Pierre Freudl, der beste Schütze des TSB, konnte sich kaum entfalten und auch der zweitbeste Torschütze der Gäste, Kreisläufer-Riese Nils Boschen, konnte nahezu gänzlich ausgeschaltet werden. Das Duo blieb bei lediglich vier Treffern.

In der 42. Minute konnte die Mannschaft von Danijel Grgic sich erneut leichte Vorteile erarbeiten und ging nach einem Treffer von Wladislaw Kurotschkin mit 16:14 in Führung. Diese Führung sollten sie bis zum Schluss nicht mehr hergeben. Die Gäste konnten zwar immer wieder verkürzen, doch der Ausgleich sollte ihnen nicht mehr gelingen, auch wenn sie jetzt im Angriff deutlich das Tempo verschärften. Nach einem Treffer vom besten TSB-Spieler Marcel Rieger knapp fünf Minuten vor dem Ende führte die VTZ 24:22, als TSB-Trainer Volker Blumenschein seine letzte Auszeit nahm. Blumenschein hatte bereits Mitte der zweiten Hälfte den Torhüter gewechselt und beorderte in den letzten fünf Minuten eine Manndeckung gegen Tom Paetow. Seine Mannschaft verkürzte nochmal auf 23:24, doch die VTZ ging nach einem verwandelten Siebenmeter von Mokris erneut mit zwei Toren in Führung. Dem erneuten Anschlusstreffer für den TSB durch Janik Zerweck folgte ein sehenswerter Leger von Dusan Maric, der in der zweiten Hälfte eine gute Leistung zeigte, zum 26:24, etwas weniger als eine Minute vor Ende.

Die Gäste hatten es jetzt sehr eilig und verkürzten innerhalb weniger Sekunden. Grgic nahm jetzt ebenfalls seine letzte Auszeit. Die Gäste zwangen die Hausherren zu einem freien Wurf, der zwar pariert werden konnte, aber den Saarpfälzern erneut in die Hände viel, sodass sie die verbliebenen Sekunden runter laufen ließen und sich im Anschluss über den ersten Heimsieg freuen konnten.