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Handball
VTZ holt verdienten Punkt im Pfalzderby

Tom Paetow avancierte in Haßloch zum erfolgreichsten Werfer der VTZ Saarpfalz.
Tom Paetow avancierte in Haßloch zum erfolgreichsten Werfer der VTZ Saarpfalz. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Und noch ein Remis: Das 23:23 in Haßloch war für die VTZ Saarpfalz das vierte Unentschieden der Saison in der 3. Liga Süd. Von Jadran Pesic

Die VTZ Saarpfalz hat sich im Pfalzderby bei der TSG Haßloch einen verdienten Punkt erkämpft und avanciert zu den Unentschieden-Königen der 3. Handball-Liga Süd. Das 23:23 (11:11) war für die Zweibrücker das vierte Unentschieden der Saison. Sie schließen damit zum punktgleichen TSV Neuhausen/Filder auf. Beim umkämpften und spannenden Derby war VTZ-Rückraumspieler Tom Paetow mit acht Treffern bester Schütze der Partie.

„Es war auf jeden Fall ein verdienter Punkt, der gut für die Moral meiner Jungs ist“, sagte VTZ-Coach Danijel Grgic nach der Partie. Dabei war er nur bedingt mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden, die zwar in der entscheidenden Phase abgebrüht spielte und mit großem Willen und Zusammenhalt diesen Punktgewinn möglich machte, aber zu oft hektisch agierte und sich so um die Chance auf den doppelten Punktgewinn brachte. Der Punkt ist nach drei Niederlagen in Folge ein Fingerzeig in die richtige Richtung.

Den besseren Start erwischte mal wieder die VTZ, die sich nach einem Treffer des besten Torschützen des Abends, Tom Paetow, in der achten Spielminute die erste Zwei-Tore-Führung (3:5) erarbeitete. Wenig später baute sie ihren Vorsprung auf 4:7 (11.) aus. Bis in die 15. Minute waren die Gäste aus der Rosenstadt die tonangebende Mannschaft und führten aufgrund einer guten Deckungsarbeit und eines sehr ruhigen und unaufgeregten Spielaufbaus im Angriff völlig verdient mit 6:9 (15.). Trotz dieser Führung zeichnete sich hier schon ab, dass die Partie aus VTZ-Sicht hektisch werden würde. „Wir haben uns dann zu viele Fehler erlaubt. Das Spiel kippte leicht in Richtung der TSG“, sagte Grgic, der trotz weniger Gegentore nur bedingt zufrieden war. „Wir wissen, dass die TSG Haßloch gerne und viel über die Mitte versucht. Hier wollten wir kompakter stehen und weniger zulassen, was uns trotz nur 23 Gegentoren nicht so gut gelungen ist“, erklärte Grgic nach der Partie. Nach Treffern von Stefan Job, Florian Kern und Kevin Seelos glichen die Gastgeber zum 9:9 (22.) aus. Da war die VTZ seit knapp sieben Minuten ohne Treffer geblieben. Erst in der 24. Spielminute waren die Zweibrücker wieder erfolgreich und gingen nach einem Treffer von Dusan Maric mit 10:9 in Führung. Das Spiel stand jetzt auf des Messers Schneide und keine Mannschaft konnte sich Vorteile erspielen. Mit einem gerechten 11:11 ging es in die Halbzeitpause.



Die Halbzeitansprache von TSG-Trainer Tobias Job schien ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Die Hausherren kamen besser aus der Kabine und führten nach einem Doppelschlag des starken Elvijs Borodovskis mit 13:11 (33.). Nur zwei Minuten später lieferten Grgics Jungs die richtige Antwort und drehten die Partie in ein 13:14 (35.). „Genauso wie Haßloch vorher, haben wir es jetzt auch verpasst, uns mal mit ein paar Toren abzusetzen, obwohl die Möglichkeiten vorhanden waren“, bemängelte Grgic. Gleichwohl betonte er, dass seine Jungs in der zweiten Halbzeit Pech hatten. So landeten die Abpraller nach TSG-Abschlüssen wieder bei den Hausherren, die eine zweite Angriffschance bekamen. Bis zum 15:15 blieb die Partie ausgeglichen, ehe die TSG eine Zeitstrafe gegen VTZ-Spieler Laurynas Petrusis perfekt zu nutzen wusste. 3:0 entschied sie die folgenden zwei Minuten für sich und ging mit 18:15 in Führung. Grgic versuchte den Lauf der Gastgeber direkt zu unterbinden und nahm eine Auszeit, um seine Jungs neu einzustellen und auf das letzte Drittel der Partie einzustimmen. Es gelang ihm ansatzweise gut. Seine Mannschaft blieb dran und sollte gefährlich werden. Vor allem Rückraumshooter Tom Paetow sollte in der Schlussphase die Partie an sich reißen. So verkürzte er in der 47. Spielminute mit einem Doppelschlag auf 19:20. Für mehr sollte es vorerst nicht reichen. Die Gastgeber, angepeitscht von ihrem lauten Publikum, erhöhten auf 22:20 (54.). Nachdem Tom Paetow und Martin Mokris bereits Siebenmeter vergeben hatten, riss VTZ-Rechtsaußen Dusan Maric den Ball an sich und verkürzte in der 57. Spielminute auf 21:22. Der gute Martin Mokris glich weniger als zwei Minuten vor dem Ende zum 22:22 aus. Die Spannung im proppenvollen TSG-Zentrum riss die Zuschauer von den Sitzen. TSG-Spieler Elvijs Borodovskis brachte knapp eine Minute vor dem Ende erneut seine Farben in Front und Grgic reagierte direkt. Mit seiner letzten Auszeit stellte er seine Jungs für den letzten Angriff ein. Die Zweibrücker entschieden sich, alles auf eine Karte zu setzen und mit dem siebten Feldspieler zu agieren. Dieser Mut wurde belohnt und Tom Paetow glich mit seinem achten Treffer zum 23:23 aus. Der letzte Angriff bei noch knapp 30 Sekunden auf der Uhr gehörte den Gastgebern, die aber mit dem letzten Wurfversuch nichts ausrichten konnten. Für die TSG hätte es sogar schlimmer kommen können, denn der bis dahin gut haltende Yannic Klöckner im VTZ-Gehäuse hatte sogar die Möglichkeit, einen Gegenstoß einzuleiten, doch er entschied sich für einen direkten Wurfversuch. Am Ende war es eine gerechte Punkteteilung.

Die Partie liefert den Rosenstädtern Auftrieb für die kommenden Wochen. Auch Trainer Danijel Grgic zeigte sich unmittelbar nach der Partie bereits kämpferisch. „Ab Montag startet die Operation zwei Punkte zuhause“, sagte der ehemalige kroatische Nationalspieler. Gegner ist der derzeitige Tabellenzweite TSB Heilbronn-Horkheim.

Für die VTZ spielten: Yannic Klöckner, Sven Mevissen im Tor, Tom Paetow 8/1, Wladislaw Kurotschkin 5, Martin Mokris 4, Tomas Kraucevicius 3, Dusan Maric 2/1, Richard Wilga 1, Rade Radjenovic, Jacob Brauns, Philip Wiese, Laurynas Petrusis, Robin Schweitzer, Alexey Wetz, Tobias Stauch