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Basketball
VTZ besteigt den Landesliga-Thron

 Nur fliegen ist schöner: Entschlossen zieht Johann Klein von der VT Zweibrücken zum Kaiserslauterer Korb.
Nur fliegen ist schöner: Entschlossen zieht Johann Klein von der VT Zweibrücken zum Kaiserslauterer Korb. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Zweibrücker Basketballer sind nach Sieg über FCK II neuer Tabellenführer und dürfen jetzt sogar von der Meisterschaft träumen.

Als die letzten Sekunden langsam runter tickten, war die gesamte Zweibrücker Bank bereits aufgestanden. Nach der Schlusssirene gab es dann kein Halten mehr: Sämtliche VTZ-Spieler stürmten in den Mittelkreis und lagen sich Augenblicke später jubelnd in den Armen, während die Gäste aus Kaiserslautern bedröppelt vom Feld schlichen. Im Spitzenspiel der Basketball-Landesliga schlug die Truppe von Spielertrainer Denis Rendgen am Sonntagabend in der voll besetzten Hofenfels-Sporthalle den bisherigen Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern II mit 78:69 (14:16/35:32/54:50) und rückt durch den Heimsieg selbst auf Platz eins.

„Der Wille war da, die Mannschaft war richtig heiß. Ich glaube, wir waren physisch stärker und wollten am Ende den Sieg einfach einen Tick mehr“, begründete Rendgen den Coup seiner Truppe. Einen einzelnen Spieler wollte der Zweibrücker Trainer deshalb auch nicht herausheben. „Jeder hat heute alles rausgehauen.“ Vor einer stattlichen Kulisse gelang es zunächst keinem Team, sich abzusetzen. Gegen den Spitzenreiter ließ die VTZ den Ball von Beginn an gut laufen, war eng an ihren Gegenspielern und verteidigte mit großem Einsatz. Doch auch die Gäste aus der Barbarossastadt hielten gut dagegen und gingen mit einer knappen 16:14-Führung in die Viertelpause.

Im zweiten Abschnitt erwischten die Hausherren einen tollen Start. Johannes Petuchov schloss einen 9:0-Lauf der VTZ zum 23:16 ab, ehe der FCK mit einer ganzen Serie von verwandelten Freiwürfen ein wenig den Schwung aus dem Zweibrücker Spiel nahm und die Partie kurz vor der Halbzeit beim Stand von 32:32 wieder auf Null stellte. Erst ein ganz später Dreier von Jan Piechocki brachte die Zweibrücker wieder in Front.



Ihre Treffsicherheit hatten die VTZ-Spieler offensichtlich in der Kabine vergessen. Fast fünf Minuten lang gelang der Rendgen-Truppe kein Korb im zweiten Durchgang. Den kleinen Durchhänger nutzten die Gäste, um auf 42:35 davon zuziehen. Doch die Zweibrücker ließen sich von der Schwächephase nur kurz aus der Ruhe bringen. Vor allem Johannes Meenken lief nun heiß, versenkte binnen weniger Sekunden zwei Distanzwürfe im Kaiserslauterer Korb und sorgte für die wichtigen Punkte, die die VTZ nach dem dritten Viertel wieder mit 54:50 in Front brachte. „Da habe ich ein paar ganz gut getroffen“, meinte der hochgewachsene Zweibrücker. „Früher hätten wir uns von solchen Rückschlägen irritieren lassen, aber die Jungs haben dazugelernt“, lobte Rendgen, wie seine Mannschaft mit dem Negativlauf nach der Pause umging.

Dazu trugen auch die Zuschauer bei. Jede gelungene Aktion wurde in dieser Phase frenetisch von den VTZ-Fans bejubelt und brachte den Gastgebern die Sicherheit wieder. „Wir sind es eigentlich nicht gewohnt, vor so vielen Leuten zu spielen. Da war man schon ein bisschen nervös“, sagte Zweibrückens Spielmacher Milomir Mihailovic, der mit 18 Punkten bester Werfer der Partie war.

Der FCK gab sich allerdings noch nicht geschlagen und stellte das Ergebnis zu Beginn des Schlussviertels abermals auf den Kopf. Per Dreier besorgte Niklas Geßner das 60:57 für den Landesliga-Primus. Doch die VTZ-Korbjäger hielten dem Sturmlauf der Gäste stand und schafften erneut die Wende. War es im dritten Abschnitt noch Meenken, der die Aufholjagd eingeläutet hatte, war in den letzten zehn Minuten Johann Klein der bestimmende Mann auf dem Parkett. Acht seiner zwölf Punkte erzielte der quirlige VTZler im Schlussviertel. Mit Tempo-Basketball hebelten die Zweibrücker die FCK-Hintermannschaft ein ums andere Mal aus und zogen in den Schlussminuten endgültig auf und davon.

Durch den 78:69-Heimsieg dürfen die Zweibrücker nun sogar von der Meisterschaft träumen. „Verdient hätten wir es meiner Meinung nach, aber andere Teams haben ein leichteres Restprogramm als wir“, hofft der VTZ-Coach, dass sein Team auswärts an die Heimauftritte anknüpfen kann. Denn zuhause sind die Zweibrücker eine Macht und seit zwei Jahren ungeschlagen. Auf dem Spielplan stehen zum Abschluss allerdings noch zwei knifflige Aufgaben in der Fremde an: Am 29. Februar müssen Rendgen und Co. beim Siebten SG Towers Speyer/Schifferstadt antreten. Zwei Wochen darauf steht dann das letzte Saisonspiel bei den Fastbreakers aus Rockenhausen an. Danach wird sich zeigen, wohin die Reise der VT Zweibrücken in der neuen Runde geht.

 Freude pur: Nach der Schlusssirene feierte die VTZ um Spielertrainer Denis Rendgen (Mitte) ausgelassen ihren Coup gegen den bisherigen Spitzenreiter.
Freude pur: Nach der Schlusssirene feierte die VTZ um Spielertrainer Denis Rendgen (Mitte) ausgelassen ihren Coup gegen den bisherigen Spitzenreiter. FOTO: maw / Martin Wittenmeier