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Vorbereitung alles andere als optimal

 Diese Blicke sprechen Bände: Noch jede Menge Redebedarf gibt es nach der durchwachsenen Vorbereitung zwischen Homburgs Trainer Jens Kiefer (links) und seinem Mittelfeldmann Steven Kröner. Foto: Markus Hagen
Diese Blicke sprechen Bände: Noch jede Menge Redebedarf gibt es nach der durchwachsenen Vorbereitung zwischen Homburgs Trainer Jens Kiefer (links) und seinem Mittelfeldmann Steven Kröner. Foto: Markus Hagen FOTO: Markus Hagen
HOMBURG. Fußball-Regionalligist FC Homburg hat auf das große Verletzungspech reagiert und auf dem Transfermarkt kräftig nachgerüstet. Markus Hagen

Am Dienstagabend ist Fußball-Regionalligist FC Homburg aus seinem zehntägigen Trainingslager im türkischen Side zurückgekehrt. 14 Tage vor dem ersten Punktspiel, einer Nachholpartie am 10. Februar im Homburger Waldstadion gegen Eintracht Trier, zieht FCH-Trainer Jens Kiefer eine Zwischenbilanz über den Stand der Vorbereitung.

"In Side konnten wir optimal trainieren", sagt Kiefer. Schwerpunkte habe man in diesen Tagen in der Athletik und in der Ausdauer gelegt. "Die spielerische Feinarbeit mit Ball werden wir dann in Homburg legen." Während seine Spieler in den Bereichen Fitness und Ausdauer auf Kurs liegen, musste Kiefer während des Türkei-Aufenthaltes einige verletzungsbedingte Tiefschläge einstecken.

"Ganz bitter ist natürlich der Kreuzbandriss von Jaron Schäfer. Er war eine feste Größe und Stammspieler in meiner Mannschaft. Dieser Ausfall schmerzt gewaltig", so der Coach der Grün-Weißen. Hinzu kam ein Bänderriss von Tom Schmitt, einem jungen Perspektivspieler, der bisher in der Regionalliga kaum spielte, sich aber in der letzten Zeit hervorragend entwickelt habe, so Kiefer. Torhüter Patrick Bade, die Nummer zwei im FCH-Tor, zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu.



Nils Fischer, Kai Hesse, Thierry Steimetz, der mit Sicherheit bis zum Ende der Saison ausfallen wird, und Jan Eichmann blieben verletzungsbedingt zu Hause. Offen ist zurzeit, wann Fischer wieder ins Teamtraining einsteigen kann. "Nils hat nach seiner Knie-Operation immer wieder Probleme. Er ist in der Reha, aber wann er uns wieder zur Verfügung steht, ist noch nicht abzusehen", erklärt Kiefer. Neben Nils Fischer konnte auch der zweite Innenverteidiger Jan Eichmann wegen eines Muskelfaserrisses die Reise in die Türkei nicht antreten. Nachdem zudem Innenverteidiger Jure Colak seinem Ex-Trainer Thomas Brdaric in seine Heimat Kroatien folgte, musste der FCH für die Innenverteidigerposition noch etwas tun.

Mit den Holländern Timothy van der Meulen, Gévero Markiet und Kai Heerings habe sich der FC Homburg "sehr gut verstärkt", so Kiefer. In den Testspielen in der Türkei wurde deutlich, dass Kiefer auf Markiet und Heering als Duo in der Abwehrkette setzen könnte. "Beide Spieler kennen sich gut, haben zusammen in der ersten niederländischen Liga gespielt", sagt der Homburger Trainer, ohne dabei Van der Meulen zu vergessen. "Er hat längere Zeit nicht gespielt und muss sich noch heranarbeiten."

In der Offensive hakt es aber beim FC Homburg, wie man auch bei den drei Testspiel-Niederlagen in der Türkei ohne ein erzieltes Tor (0:3 gegen Viktoria Berlin, jeweils 0:1 gegen Chikhura und Optik Rathenow) sehen konnte. Eine Kritik, der sich auch Kiefer anschloss. "Mit den bisherigen Testspiel-Ergebnissen kann ich nicht zufrieden sein. Gegen Viktoria Berlin war die Leistung im zweiten Spielabschnitt in der Offensive nicht in Ordnung. Auch gegen Rathenow hätte ich mir mehr im Spiel erwartet, auch wenn wir auch drei, vier Möglichkeiten hatten." Gegen den georgischen Erstligisten Chikhura habe man sehr gut gespielt, viele Möglichkeiten herausgeholt. Allein es fehlte der Vollstrecker.

Kiefer hofft auf Björn Kluft, einen weiteren Neuzugang, den der FCH in der Winterpause vom Zweitligisten Erzgebirge Aue geholt hat. "Björn kann auf den offensiven Außenseiten oder hängende Spitze spielen", setzt Kiefer darauf, dass der 27-Jährige den Ausfall von Steimetz kompensieren kann. Personell, so der Trainer, habe er in der Türkei schon improvisieren müssen. "Neben den Verletzten kamen noch Krankheitsfälle dazu, so dass ich statt 19 bis 20 Spielern nur 14 oder 15 Spieler zur Verfügung hatte. Das war alles andere als optimal."

Im Offensivbereich muss sich der FC Homburg gegenüber den bisherigen Testspielen steigern. Dabei wartet Jens Kiefer sehnsüchtig auch auf Kai Hesse, der wegen eines ausgekugelten Daumens und einer Operation am lädierten Finger, jetzt erst ins Teamtraining einsteigen kann. In den nächsten elf Tagen gelte es nun, taktisch und spielerisch weiter den Feinschliff zu finden.

Nach vielen intensiven Trainingseinheiten in Side gab Kiefer seinem Kader bis Freitagnachmittag zur Erholung und Regeneration frei. Am Wochenende wird der Tabellenelfte der Regionalliga Südwest gleich zwei Vorbereitungsspiele absolvieren.

In Ralingen spielt der FCH am Samstag und Sonntag um den Wintercup der SG Sauertal. Zunächst wird man am Samstag um 16 Uhr gegen das Schlusslicht der ersten Liga Luxemburgs, Viktoria Rosport, antreten. Am Sonntag wird man dann entweder um 13.30 Uhr im Spiel um Platz drei gegen den Verlierer oder im Finale ab 16 Uhr gegen den Sieger der Partie zwischen dem FSV Salmohr und F91 Dudelange aus Luxemburg antreten.