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Von Blau-Schwarz zur Grün-Weiß

 Tim Stegerer, Frederic Ehrmann, Jaron Schäfer und Nils Fischer wechselten alle vom FCS zum FCH. Foto: mh
Tim Stegerer, Frederic Ehrmann, Jaron Schäfer und Nils Fischer wechselten alle vom FCS zum FCH. Foto: mh FOTO: mh
Homburg. Seit der D-Jugend hat Jaron Schäfer für den FC Saarbrücken die Fußballschuhe geschnürt. Ab der kommenden Runde spielt er im grün-weißen Dress des Ligakonkurrenten FC Homburg. Drei weitere EX-FCSler hoffen zum Auftakt auf einen Sieg gegen den ehemaligen Verein. Makus Hagen

Der Saisonauftakt ist für den FC Homburg ohnehin ein besonderer. Für Nils Fischer, Frederic Ehrmann, Jaron Schäfer und Tim Stegerer, die im vergangenen Jahr alle vier noch das blau-schwarze Trikot des 1. FC Saarbrücken übergestreift hatten, ist das Match gegen ebendiesen saarländischen Rivalen am kommenden Freitag noch bedeutender.

"Für mich ist es ein ganz neues Gefühl, ausgerechnet gegen meinen Heimatverein zu spielen", erklärt der 21-jährige Jaron Schäfer. Kein Wunder, spielt der 1,72 Meter große Mittelfeldmann doch zum ersten Mal nicht für den FCS. Gut zehn Jahre lang, ab der D-Jugend, trug Schäfer das Trikot der Landes-Hauptstädter, ehe er nun in Homburg eine neue Herausforderung sucht. "Ich spiele jetzt hier, da ist keine Zeit, an Gefühle zu denken", will er sich ganz auf seine neue Aufgabe auf der Außenbahn bei den Grün-Weißen konzentrieren. Für den Abiturienten, der weiterhin in Saarbrücken wohnt, war Trainer Jens Kiefer für den Wechsel ins Waldstadion ausschlaggebend. "Ich kannte ihn ganz gut von meiner U15-Zeit beim FCS. Er war damals Trainer der U17." Kiefer spricht von einem starken Eindruck, den Schäfer auf der Außenbahn in den Tests hinterlassen habe: "Ihm gehört sicher die Zukunft". Schäfer hofft nicht nur auf einen Sieg der Homburger gegen den Ex-Club, sondern auch, dass er von Beginn an dabei ist.

Darauf setzt auch Tim Stegerer, der seine Position in der Vierer-Abwehrkette sieht. Zwei Tage vor Trainingsauftakt beim FCH war der Wechsel perfekt. "Kiefer hatte großes Interesse an mir", erzählt der 26-Jährige ledige gelernte Versicherungs- und Finanzkaufmannn. Auf die Stärken und Erfahrung von Stegerer aus 67 Drittliga-Spielen für den FCS setzt der Trainer: "Er kann in der Vierer-Abwehrposition auf allen Positionen sowie als Sechser zum Einsatz kommen - und das auf hohem Regionalliganiveau." Auch Stegerer ist ganz heiß auf das Derby. "Ich habe mich in Homburg gut eingelebt und rechne mir gute Chancen aus, gegen meinen Ex-Verein aufzulaufen." Wie der FCH in der Saison abschneiden wird, sei schwer vorherzusagen. "Wir hatten eine ganz gute Vorbereitung. Es wird sich zeigen, wie weit wir schon mit einem fast ganz neuen Kader zu einer Einheit geworden sind." Es gebe einige Favoriten: den 1. FC Saarbrücken , Elversberg, Trier und Offenbach. "Aber auch wir sollten stark genug sein für einen Platz im oberen Drittel", ist Stegerer optimistisch.

Für Frederic Ehrmann ist Homburg keine unbekannte Stadt. Wohnhaft in Schwarzenbach, machte der heute 20-jährige Mittelfeldspieler am Johanneum sein Abitur. Beim SV Schwarzenbach schnürte er einst seine Fußballstiefel, ehe er vom FK Pirmasens zum 1. FC Kaiserslautern wechselte, wo er von der U15 bis U17 drei Jahre spielte. Danach ging es zur U19 des FCS. "Als klar war, dass es beim FCS keine Zukunft mehr für mich gibt, war der FCH die erste Adresse", erklärt der ledige 1,79-Meter-Mann, der in Homburg bis zum 30. Juni 2015 unter Vertrag steht. "Ein guter Start wäre sehr wichtig für uns. Und wenn uns dieser gegen den Favoriten aus Saarbrücken gelingt, gäbe dies sicherlich Antrieb für die kommenden Aufgaben." Selbstverständlich erhofft sich auch er seine Einsatzchance gegen den FCS. Er könne durchaus optimistisch sein, zu spielen. Jens Kiefer: "Er kann im Mittelfeld jede Position spielen. Er ist ein großes Talent, das gute Chancen hat, zu den ersten Elf zu gehören."

Darauf setzt auch Nils Fischer. Der 27-jährige Abwehrspieler, der ein Jahr für die Saarbrücker spielte, kann auf 29 Zweitliga- und 107 Drittligaspiele zurückblicken. Kiefer betont, dass Fischer mit seiner Erfahrung in der Defensive eine tragende Rolle spielen könnte. "Wichtig für uns ist es, dass wir uns als Team finden. Ein guter Start wäre im Hinblick auf den weiteren Verlauf für uns schon gut", blickt Fischer voraus. Auf eine mögliche Tabellenposition möchte er sich nicht festlegen. "Man muss abwarten, wie sich mit der Neuformierung entwickelt." Neben seinem Beruf als Fußballer gibt es keine Zeit für weitere Hobbys. "Meine Freizeit gehört ganz der Familie." Vor zwölf Wochen wurde Fischer Vater einer Tochter. Lia ist der ganze Stolz von ihm und seiner Frau Jacqueline. Vor möglichen Pfiffen der FCS-Fans gegen ihn habe er keine Angst. "Das ist im Fußball normal, aber ehrlich gesagt: Damit rechne ich nicht."