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Völkerverständigung auf dem Rad

Niedergailbach. Die 100 besten Nachwuchs-Radfahrer aus 19 Nationen fuhren am Wochenende bei der 27. Trofeo durch Homburg und das Bliestal. Von Rivalität war zwischen den Fahrern aber keine Spur. Und am Sonntagmorgen gab es eine besondere Aufwachhilfe. mire

Die Abschluss-Etappe der 27. Trofeo Karlsberg am Sonntag war in diesem Jahr bereits die zweite, die durch den Bliesgau und die dritte, die durch den Saarpfalz-Kreis führte. Denn schon am Samstagabend war die Bischof-Weis-Straße beim Einzelzeitfahren von Niedergailbach nach Rubenheim der Ausgangspunkt einer Etappe gewesen. Sieger nach 8,8 Kilometern wurde der Deutsche Lennard Kämna. Und bereits am Samstagmittag hatte die Trofeo Halt in Homburg und Umgebung gemacht. Gewinner nach 79 Kilometern wurde der spätere Trofeo-Gesamtsieger Kristjan Kumar aus Slowenien.

Am Sonntagmorgen ging es dann zur Schlussteappe nach Niedergailbach. Und Frühaufsteher beim Morgenspaziergang erlebten dort ein fast schon babylonisches Sprachengewirr. Die besten europäischen Nachwuchs-Radfahrer hatten ihr Lager auf dem kleinen Rasenplatz hinter dem Generationentreff aufgeschlagen. Mehr als 100 Sportler aus 19 verschiedenen Nationen bevölkerten das kleine Gelände - und von gegenseitiger Rivalität war keine Spur. Im Gegenteil: Die Amerikaner frotzelten mit ihren Nachbarn, den Finnen, die Tschechen erklärten den Iren in radebrechendem Englisch, was am Vortag auf der Zeitfahr-Etappe schief gelaufen war. Und was die Fahrer aus Aserbaidschan und Japan sich mit Händen und Füßen verständlich machen wollten, erschloss sich auch auf den zweiten Blick nicht.

Kurz vor 10.30 Uhr füllte sich das Areal um den Start in der Bischof-Weis-Straße allmählich mit den ersten Zuschauern. Mit Klappstühlen sicherten sich manche die besten Plätze. Eine Aufwachhilfe Art lieferte der Schützenclub Enzian Reinheim . Nach den ohrenbetäubenden Böllerschüssen zum Start wurde in jeder Rennrunde, die die Fahrer über Medelsheim, Seyweiler, Walsheim, Gersheim und Reinheim zurück nach Niedergailbach führte, die Zahl der Zuschauer ein bisschen größer und die Stimmung ein bisschen besser.

Wer die drei Stunden des Rennens nicht komplett in der Sonne am Streckenrand verbringen wollte, der flüchtete zwischenzeitlich in den Schatten der angrenzenden Pfarrkirche, wo sich die Besucher stärken konnten. Spätestens zum Abschluss der letzten Rennrunde pilgerten die Zuschauer dann aber geschlossen zum Zieleinlauf, um nach 100 Kilometern die letzte Trofeo-Ankunft der Fahrer zu erwarten.

Und die Kiebitze wurden nicht enttäuscht. Mit einem fulminanten Schluss-Sprint sicherte sich der Deutsche Lennard Kämna hinter dem Belgier Milian Menten und dem Slowaken David Zverko Rang drei. Durch diese Platzierung sprang Kämna auch in der Trofeo-Gesamtwertung auf Platz drei und konnte sich im Anschluss auf dem Podium feiern lassen. "Die Trofeo ist eine super Veranstaltung. Über die Zuschauer, das Wetter und die aufwendige Siegerehrung hat hier alles gepasst", sagte der 17-Jährige und strahlt. Und trotz verschiedener Sprachen, Jubel hört sich in jeder Sprache gleich an.

 Die Zuschauer im Bliestal und in Homburg sahen wieder klasse Radsport bei der Trofeo. Etappensieger nach der Königsetappe in Niedergailbach wurde am Sonntag der Belgier Milian Menten. Links von ihm kam der beste Deutsche Lennard Kämna (weißes Trikot) ins Ziel. Fotos: rup
Die Zuschauer im Bliestal und in Homburg sahen wieder klasse Radsport bei der Trofeo. Etappensieger nach der Königsetappe in Niedergailbach wurde am Sonntag der Belgier Milian Menten. Links von ihm kam der beste Deutsche Lennard Kämna (weißes Trikot) ins Ziel. Fotos: rup