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Sportkolumne
Unerträglich lange Spannung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
In Hamburg tickt die Uhr seit diesem Wochenende anders. Während die Saison des Bundesliga-Dinos tatsächlich mit dem ersten Abstieg aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs besiegelt ist, wird in andern Stadien, auf anderen Plätzen bis in die untersten Klassen noch gefiebert, gezittert, gebang – und vor allem eifrig gerechnet. Und das nicht mehr nur mit der Tabelle der eigenen Liga, mit dem eigenen Restprogramm vor Augen.

Wer steigt auf, wer steigt ab, und wie viele Teams rutschen eigentlich aus welcher Liga in die nächsthöhere oder -niedrigere? Was passiert, wenn nur der Meister die Relegation übersteht, was, wenn auch der Zweite den Sprung nach oben schafft? Da den Durchblick zu behalten, ist wirklich schwer geworden. Pauschal zu beantworten ist die Frage, „Wie viele steigen denn aus eurer Liga ab?“ nicht mehr. Wöchentlich könnte die Zahl der in der Tabelle eingefärbten Abstiegsränge von der Regionalliga abwärts abgewandelt werden.

So kann auch Südwest-Verbandsligist SG Rieschweiler, derzeit Zwölfter, noch nicht aufatmen. Bei bis zu fünf möglichen Absteigern hat das Team von Trainer Björn Hüther als derzeit Sechstletzter das rettende Ufer noch nicht erreicht. Hat aber heute im Nachholspiel die große Chance, schon Mal mit einem Bein dort hin zu klettern. Und die will Hüther nutzen. Um nach dem letzten eigenen Spiel am 26. Mai entspannt in die Sommerpause gehen zu können, nicht mehr zittern und rechnen zu müssen. Langweilig wird es Fußballfans und Hobbymathematikern da zwar nicht. Aber auf diese unerträglich lange Spannung könnte der ein oder andere Club sicher verzichten.