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„Überragende Saison gespielt“

 Peter Rubeck und Teammanager Heiner Semar (von links) haben in den vergangenen sieben Jahren die Mannschaften erfolgreich zusammengestellt. Nun trennen sich ihre Wege. Foto: cos/pma
Peter Rubeck und Teammanager Heiner Semar (von links) haben in den vergangenen sieben Jahren die Mannschaften erfolgreich zusammengestellt. Nun trennen sich ihre Wege. Foto: cos/pma FOTO: cos/pma
Zweibrücken. Der Fußball-Regionalligist SVN Zweibrücken hat selbst die Experten mit Platz sieben überrascht. Der Aufsteiger hat sportlich und strukturell am Limit gearbeitet. Einziger Wermutstropfen ist die Niederlage im Finale des Verbandspokals mit ihren finanziellen Folgen. Werner Kipper

"Unsere Kraftanstrengungen sind belohnt worden. Und die Verantwortlichen können behaupten, dass sie nichts falsch gemacht haben. Wir haben eine überragende Saison gespielt", lautet das Fazit von Trainer Peter Rubeck nach dem Auftaktjahr des SVN Zweibrücken in der Fußball-Regionalliga. "Wenn mir jemand vor der Saison erklärt hätte, dass wir am Ende den siebten Platz belegen würden, den hätte ich für verrückt erklärt", gibt der 52-Jährige, der nach sieben Jahren die Zweibrücker zum Ligakonkurrenten Eintracht Trier verlässt, unumwunden zu. Eine bessere Platzierung, wie etwa Rang fünf, habe die Mannschaft in der Schlussphase verspielt. Unruhe war unter den Spielern nach unterschiedlichen Verhandlungen von außen und innen aufgekommen.

Als "völlig unnötig" bezeichnet er die 0:1-Niederlage im Finale des Verbandspokals gegen Waldalgesheim, "Die Mannschaft war nicht bei der Sache, nicht clever genug", machte Peter Rubeck als Ursache fest. Dabei wäre gerade ein Sieg in diesem Wettbewerb "ein finanzieller Eckpfeiler" für die Zweibrücker in der kommenden Saison geworden. "Aber es darf nicht von der Mannschaft erwartet werden, dass sie jedes Jahr den Verbandspokal gewinnt, um in die lukrative erste Hauptrunde des DFB-Pokals einzuziehen", bricht er eine Lanze für seine Mannschaft.

Dabei war die Saison alles andere als vielversprechend gelaufen, da der Aufsteiger wegen fehlender Sicherheitsvorkehrungen im Westpfalzstadion zunächst ins Pirmasenser Stadion auf der Husterhöhe ausweichen musste. Nach der ernüchternden 0:3-Niederlage gegen Eintracht Trier zogen die Zweibrücker Verantwortlichen für den sportlichen Bereich, Teammanager Heiner Semar und Trainer Rubeck, die Reißleine. Das ursprüngliche Konzept, mit dem Gros der Meistermannschaft aus der Oberliga die Regionalliga zu bestreiten, wurde über Bord geworfen. In der Schlussphase der Transferperiode wurden regionalliga-taugliche Spieler, wie Christian Telch, Mefail Kadrija, David Bouzid und Patrick Lienhard, verpflichtet.

"Das war der Schlüssel zur erfolgreichen Saison", blickt der gebürtige Brenschelbacher zurück, der neben dem Trainer des weiteren Aufsteigers, Spvgg. Neckarelz, als Einziger noch voll berufstätig bei den SHG-Kliniken in Völklingen ist. Diesen Job gibt er auch bei seinem Engagement in Trier nicht auf.

Nicht vergessen wollte er, dass auch die Routiniers Thorsten Hodel im Tor und Abwehrchef Andreas Backmann "eine super Runde" gespielt hätten. Dass bei den Neu-Verpflichtungen auch gewisse Abstriche gemacht werden mussten, wollte Peter Rubeck nicht verschweigen und machte dies an den Beispielen Joseph Olumide, Jan-Patrick Kadiata oder Tufan Tosunoglu fest. "Es war nicht zu erwarten, dass jeder Spieler einschlägt."

Als eine der herausragenden Qualitäten seiner Elf sah der SVN-Trainer "das Auftreten im Kollektiv, die läuferische Qualität und die Aggressivität im Kampf gegen den Ball" an. Gleichzeitig habe seine Mannschaft versucht, Fußball zu spielen. Das hätten auswärts die Traditionsmannschaften SSV Ulm, Kickers Offenbach und Mainz 05 II zu spüren bekommen. "Die Siege waren das Ergebnis unserer Disziplin."

Allerdings machte sich in der Schlussphase, als Rene Schwall und Abdessamad Fachat mit Kreuzbandrissen ausfielen, der Kräfteverschleiß bei einigen Stammspielern bemerkbar, die fast die komplette Runde samt den Pokalpartien durchspielen mussten. "Das hat in der Schlussphase das Betriebsergebnis geschmälert" (Rubeck).

Nichtsdestotrotz können die Zweibrücker auf das Erreichte stolz sein. Denn das sei das Ergebnis, das sich eine Handvoll Engagierte mit Richard Denger als Vorsitzender an der Spitze und der Schatzmeisterin Marina Neu auf die Fahnen schreiben können. Mit kleinem Budget wurde etwas Großes geleistet. Allerdings gestand er ein, dass dieser Kraftakt, sowohl sportlich als auch finanziell, seine Spuren hinterlassen habe. Diese Doppel-, Drei- und Vierfach-Belastung habe stark an den Kräften aller Beteiligten gezehrt. Das könne er seinerseits erst jetzt richtig ausmachen, wo er sich in Trier als Trainer nur um seine originären Trainertätigkeiten kümmern müsse.

"Unter diesen Umständen muss man den Hut ziehen, was im letzten Jahr rund ums Westpfalzstadion mit den erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen für die Regionalliga geleistet worden ist", gesteht er ein. Das sei geradezu sensationell, denn es sei bisweilen über das Machbare hinausgegangen. "Wir haben in allen Bereichen am Limit gearbeitet."

Der SVN Zweibrücken startet am Sonntag, 22. Juni, ab elf unter dem neuen Trainer Adis Herceg im Westpfalzstadion mit der Vorbereitung.