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Bittere Entscheidung für Saarländerin
Pauline Schäfer muss auf die Ersatzbank

 Die Saarländerin Pauline Schäfer (2. von rechts) muss bei der WM die harte Ersatzbank drücken: Sie wurde von Cheftrainerin Ulla Koch (2. von links) nur hinter Sarah Voss (rechts) als deutsche Nummer sechs nominiert.
Die Saarländerin Pauline Schäfer (2. von rechts) muss bei der WM die harte Ersatzbank drücken: Sie wurde von Cheftrainerin Ulla Koch (2. von links) nur hinter Sarah Voss (rechts) als deutsche Nummer sechs nominiert. FOTO: dpa / Thomas Kienzle
Stuttgart. Beide deutsche Mannschaften für Stuttgart sind nun komplett. Die Ex-Schwebebalken-Weltmeisterin aus Bierbach ist bei der Heim-WM der Kunstturner Anfang Oktober nur Ersatz. Bei den Männern bereitet Nguyens Schulter Sorgen. dpa

Die deutschen Turnerinnen und Turner nehmen drei Wochen vor den Heim-Weltmeisterschaften in Stuttgart das Fernziel Olympia 2020 mit großer Zuversicht in Angriff. Nachdem das Männer-Team schon feststand, nominierte auch Frauen-Cheftrainerin Ulla Koch am Donnerstag in Stuttgart ihr Quintett für die Titelkämpfe vom 4. bis 13. Oktober. Es besteht aus Rekordmeisterin Elisabeth Seitz und ihrer Stuttgarter Teamkollegin Kim Bui sowie der diesjährigen deutschen Mehrkampfmeisterin Sarah Voss, Sophie Scheder und der 16-jährigen Emelie Petz.

Nur als sechste Athletin und damit als Ersatzturnerin gehört die Schwebebalken-Weltmeisterin von 2017, Pauline Schäfer, zur Mannschaft. „Die Enttäuschung ist noch da. Ich bin traurig, aber das gehört zum Sport dazu“, sagte die 22-jährige Saarpfälzerin, die in Chemnitz trainiert. Die Bierbacherin will sich aber ganz in den Dienst des Teams stellen: „Die Mädchen haben natürlich meine volle Unterstützung.“

„Es war keine Bauchentscheidung, sondern es gibt genaue Nominierungskriterien, an die ich mich gehalten habe. Es war eine sehr knappe Entscheidung“, erläuterte Koch. Die 64 Jahre alte Trainerin ließ alle relevanten Ergebnisse vom Computer auswerten, der dann das Quintett ausspuckte. Für Schäfer, die am Balken eine WM-Finalchance gehabt hätte, tat es Koch „sehr leid“: „Aber ich bin froh, dass ich eine so starke Turnerin als Ersatz habe.“



Beide Teams wollen sich mit einem Platz in den „Top 12“ bei der Heim-WM in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle für Tokio qualifizieren.

Anfang dieser Woche hatte sich bereits Männer-Chefcoach Andreas Hirsch auf sein Quintett festgelegt. Die WM-Riege wird angeführt von Team-Kapitän Lukas Dauser (TG Saar), dazu kommen der deutsche Mehrkampfmeister Andreas Toba, Routinier Nguyen, Jungstar Karim Rida und Nick Klessing. Große Sorgen bereitet noch der Frontmann. Der gerade 32 Jahre alt gewordene Nguyen gab bekannt, dass die Supraspinatus-Sehne in seiner linken Schulter angerissen ist. „Da habe ich einige Stabilitätsprobleme.“ Ihm ist klar, dass die Sehne bei Belastung reißen kann. Auf den Länderkampf an diesem Samstag in Backnang, die letzte Formüberprüfung, verzichtet der Vorzeige-Athlet. Für seine zehnte WM und Olympia geht er trotzdem auf Risiko, danach will er seine internationale Laufbahn beenden. Sollte Nguyen nicht starten können, würde nach derzeitigem Stand Ersatzmann Felix Remuta (TG Saar) nachrücken.

Barren-Spezialist Dauser (26) hatte sich erst auf den letzten Drücker seinen Traum von der Heim-WM erfüllt. Die Teilnahme des TG-Saar-Turners stand wegen seines Handbruchs am 18. Juni lange infrage. Nun ist er nach eigener Aussage voll im Zeitplan. „Ich bin schmerzfrei. Bis zur WM ist ja noch ein wenig Zeit. Es geht darum, dass ich der Mannschaft helfen kann, damit wir uns für Olympia qualifizieren“, sagte der Sportsoldat.