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Trotz Kantersieg noch viel Arbeit

 Erst im letzten Drittel konnten Andre Nunold (links) und Neuzugang Adam Klein (Mitte) ihre körperliche Überlegenheit ausspielen. Zu Beginn ärgerten die Eagles die Hornets gewaltig. Foto: Marco Wille
Erst im letzten Drittel konnten Andre Nunold (links) und Neuzugang Adam Klein (Mitte) ihre körperliche Überlegenheit ausspielen. Zu Beginn ärgerten die Eagles die Hornets gewaltig. Foto: Marco Wille FOTO: Marco Wille
Zweibrücken. Wenig Glanz hat Regionalligist EHC Zweibrücken im ersten Testspiel der neuen Saison versprüht. Die KMC Eagles aus Ramstein offenbarten 40 Minuten lang Abstimmungsprobleme in der Hornets-Abwehr. Martin Wittenmeier

Am Ende war es ein Schützenfest. Eines allerdings, das noch viele Fragen offen lässt. Mehr als 500 Zuschauer in der Zweibrücker Ice Arena erlebten am Sonntagabend einen 14:4 (3:4/2:0/9:0)-Erfolg der Hornets gegen die amerikanische Militärmannschaft der KMC Eagles aus Ramstein. Fast 40 Minuten lang deutete allerdings nichts auf einen Kantersieg hin.

Im ersten Drittel fehlte beim Regionalligisten noch sichtbar die Abstimmung. Immer wenn die Scheibe im Spielaufbau verloren ging, wurde es hinten sofort brenzlig. Insbesondere KMC-Stürmer James Koehler, der auch regelmäßig am Mannschaftstraining der Hornets teilnimmt, nutzte seine Freiheiten und netzte gleich viermal ein. Zweimal auch dank der Mithilfe von Hornets-Torwart Marcel Kappes, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte.

Für Richard Drewniak war es dennoch ein gutes Spiel, um in die Saison zu kommen. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns, das hat man gerade in den ersten beiden Dritteln deutlich gesehen. Aber dafür sind solche Testspiele da", erklärte der EHC-Trainer. Erst in der Schlussphase zum Ende des ersten Durchgangs konnten Doppeltorschütze Michael Neumann (19.) und Tomas Vodicka (20.) auf 3:4 verkürzen. Im Mittelabschnitt lief es etwas besser und das Spiel verlagerte sich zunehmend in das Drittel der Gäste. Neuzugang Marko Sakic stocherte den Puck an Gästetorwart Ryan Wehrman vorbei zum Ausgleich über die Linie. Drei Minuten später war Marc Lingenfelser zur Stelle und sorgte mit einem satten Distanzschuss für die 5:4-Pausenführung.

Erst jetzt erkannte man konditionelle Vorteile auf Seiten der Hornets. Kräftemäßig hatten die Eagles dem aggressiven und körperbetonten Spiel der Gastgeber kaum mehr etwas entgegenzusetzen. Ryan Wehrman war in den letzten 20 Minuten unter Dauerbeschuss und verhinderte mit zahlreichen Paraden eine noch deutlichere Niederlage der Amateurtruppe. Dennoch zappelte der Puck noch insgesamt neunmal im Netz der Amerikaner. Besonders Adam Klein, kanadischer Neuzugang in Reihen der Zweibrücker, zeigte im Schlussdrittel das ein oder andere Kabinettstückchen und stellte auch seine Torgefährlichkeit unter Beweis. "Unsere Neuzugänge haben stellenweise schon ihr Können aufblitzen lassen. Man hat aber auch gemerkt, dass sie mit Sicherheit noch eine gewisse Zeit benötigen, bis alles harmoniert", sagte Drewniak.

Peters verstärkt EHCZ

Eigentlich war die Kaderplanung beim EHC Zweibrücken bereits abgeschlossen, kurz vor dem Rundenstart hat der Eishockey-Regionalligist noch einen weiteren Angreifer verpflichtet: Von der letztjährigen Oberligamannschaft der Frankfurter Löwen wechselt Benedikt Peters zu den Hornets. Der 28-Jährige soll der Zweibrücker Offensive noch mehr Durchschlagskraft verleihen. Bereits mit fünf Jahren jagte der jetzige Ingenieur erstmals für den Rosenheimer Nachwuchs dem Puck hinterher. Danach folgten Stationen in Darmstadt, bei EKU Mannheim und in Frankfurt. Der 1,80 Meter große Rechtsschütze war langjähriger Sturmpartner von Marc Lingenfelser und Maximilian Dörr. Ausschlaggebend für den Wechsel des linken Außenstürmers sei gewesen, dass einige Freunde bei den Hornets spielen und er bisher nur Positives über das Vereinsumfeld gehört hat, erklärt EHC-Trainer Richard Drewniak. Der Neuzugang freut sich auf seine erste Saison bei den Hornets. "Ich möchte in dieser Saison mit den Hornets viel Spaß haben und mit der Mannschaft das Maximale erreichen", meint Peters.

Für Drewniak ist Peters ein "absoluter Knipser" und eine klare Verstärkung der ohnehin sehr gut besetzten Hornets-Offensive. "Er hat ja bereits mit Marc und Maximilian zusammengespielt und ist meiner Meinung nach, der Stärkste von den Dreien." Seit gut zwei Wochen trainiert Peters mit der Mannschaft und hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. "Offensiv kann uns in dieser Runde kein anderes Team das Wasser reichen. Da haben wir Oberliga-Niveau und können an einem guten Tag jeden Gegner wegballern." Benedikt Peters wird beim EHCZ künftig mit der Rückennummer 86 auflaufen.

Dagegen gibt es nach Kapitän Robin Lehmann und Ben Payne mit Thorsten Kilthau einen weiteren Abgang. "Es hat sich abgezeichnet, dass Thorsten in dieser Spielzeit nicht viel Eiszeit bekommen wird. Daher war eine Trennung noch vor Ende der Wechselfrist sinnvoll", betont Richard Drewniak.

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Auf einen BlickEHCZ: Kappes, Teucke (ab 2. Drittel im Tor) - Hellmann, Walzer, Wanninger, Brüstle, B. Hartfelder, Dech, F. Wendland, Voltz - Sakic, Vodicka, Machura, Lingenfelser, Srnka, Wolf, Neumann, Dörr, Hähn, Nunold, Klein.Tore: 0:1 Koehler (5.), 0:2 Koehler (9.), 1:2 Neumann (9.), 1:3 Koehler (14.), 1:4 Koehler (19., Penalty), 2:4 Neumann (19.), 3:4 Vodicka (20.), 4:4 Sakic (29.), 5:4 Lingenfelser (32.), 6:4 Klein (43.), 7:4 Dörr (44.), 8:4 Srnka (46.), 9:4 Sakic (50.), 10:4 Sakic (51.), 11:4 Voltz (53.), 12:4 Sakic (55.), 13:4 Lingenfelser (57.), 14:4 Klein (58.). Strafzeiten: 14 min. - 22 min.Zuschauer: 503. maw