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Pferdesport
Ticket für den Landeskader gelöst

 Stephanie Reinhard ist jetzt im Landeskader fürs Kutschenfahren.
Stephanie Reinhard ist jetzt im Landeskader fürs Kutschenfahren. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. 2014 erlernte Stephanie Reinhard das Kutschenfahren. 2018 wurde die Zweibrückerin mit ihren Ponys Baron und Shaleen in den Landeskader berufen. Von Cordula von Waldow

2018 wird ein spannendes Jahr für Stephanie Reinhard. Die Kutschenfahrerin aus Zweibrücken gehört mit ihrem erfolgreichen Ponygespann Baron und Shaleen ab dieser Saison dem Landeskader an. „Ich freue mich. Neue Lehrgänge und andere Turniere, bundesweit und international“, strahlt die Pfalzmeisterin von 2016. Von klein auf ist die gebürtige Schweixerin geritten, auf dem Grenzlandhof-Kröppen. „Irgendwann bin ich mal Kutsche gefahren und das war ein Fiasko“, erinnert sich die 38-Jährige. Kein Zustand für jemanden mit ihrem Ehrgeiz. „Wenn ich etwas nicht kann, will ich das richtig lernen“, erklärt sie bestimmt. So entschloss sie sich vor vier Jahren, das Kutschenfahren zu erlernen und wählte sich Urgestein August Mayer vom Verein für Pferdefahrsport Westpfalz als Ausbilder. Lag ihr Ziel mit ihrer schweren Warmblutstute Domena anfangs darin, auf den Turnieren nicht Letzte zu werden, überraschten die Neulinge gegen Ende der Saison mit einem Sieg in Mainz, als sie nach Gold in der Dressur auch die kombinierte Prüfung mit Hindernisfahren und Gelände gewannen.

Mit der damals sechsjährigen Tochter Marie und Ehemann Martin geriet das Kutschenfahren schnell zur Familienunternehmung, durchaus auch als lustvolle Spazierfahrt. Als mit dem Ehrgeiz der Fahrerin ihre Fähigkeiten über das Vermögen der Stute hinaus wuchsen und Marie ein Reitpony brauchte, kam die Deutsche Reitpony-Stute Shaleen in den Reinhard‘schen Stall. Das noch wenig erfahrene Kutschpferd stammte aus einem Viererzug, und „allein fühlte sie sich nicht wirklich wohl, war immer ein bisschen unzufrieden“, merkte sie schnell.

Auch, wenn die Pferdesportlerin lieber einspännig fährt, suchte sie einen Partner für Shaleen. „Baron war ein Glücksgriff für uns“, erinnert sie sich. Der Weltmeister im Viererzug und die Ponystute verstanden sich auf Anhieb, das perfekte Gespann war gefunden. „Die beiden gleichen sich wunderbar aus: Baron beruhigt Shaleen in der Dressur und sie zieht ihn in ihrer draufgängerischen Art mit ins Wasser, wenn er zögern will“, beschreibt Stephanie Reinhard. Bereits 2015 stieg sie von der Anfangsklasse A rasch in die mittelschwere Klasse auf, gewann mit Baron im Einspänner die Pfalzmeisterschaft. Mit dem Gespann wurde sie Vize-Pfalzmeisterin und gewann in der Landesmeisterschaft Bronze.



2016 wurde das Trio für die Süddeutsche Meisterschaft nominiert, eine besondere Auszeichnung. Nach dem zweiten Vizetitel in der Pfalzmeisterschaft sowie als Vize-Landesmeisterin zeichnete die Stadt Zweibrücken Stephanie Reinhard, die mittlerweile für die VRG Südwestpfalz anspannt, in 2017 mit der Sportlerehrenmedaille der Stadt aus. Seit einigen Monaten steht das Ponypaar im Stall von ihrem neuen Trainer Jörg Schuch bei Alzey. Die 80 Kilometer Fahrt lohnen sich für Stephanie Reinhard, denn: „Jörg und sein Team unterstützen mich massiv. Dort habe ich die besten Trainingsmöglichkeiten.“ Außerdem wird sie nach ersten Erfahrungen in der schweren Klasse in diesem Jahr, wo sie in Luxemburg sogar in die Schleifenränge fuhr, an seiner Seite weitere Erfahrungen in Klasse S sammeln. Ihr schönster Erfolg war ein Sieg mit Domena. „‚Nach einer bescheidenen Dressur haben sie uns ausgelacht und im Kegelfahren und im Gelände haben wir alles wieder wett gemacht“, erinnert sie sich stolz.

Die Zweibrücker Rennwiese kennt die Ergotherapeutin wie ihre Westentasche, doch sie liebt auch die Turniere in Frankreich, weil „das ist, wie ein großes Familienfest und dabei hoch professionell organisiert“. Die Dressuraufgaben dort seien anspruchsvoller und platziert würde nur der Sieger. „Da muss man schon Gas geben!“ Als Beifahrer, der am Turniererfolg massiv beteiligt ist, begleiten sie Martin Reinhard, die beiden Schwestern Lea und Lara Lauer oder ihr Trainer Jörg Schuch. Stephanie Reinhard hat sich für diese Saison ganz klare Ziele gesetzt. „Mein Bestes geben und die rheinland-pfälzischen Farben würdig vertreten.“ Ihr persönliches Highlight wäre ein Start bei der Deutschen Meisterschaft und „‚dabei nicht Letzte werden“. Sehr hilfreich wäre ein Sponsor, denn Lkw, professionell ausgerüstete Kutschen, die den gesteigerten Anforderungen entsprechen, und die vielen Kilometer verursachen, neben Trainingseinheiten, Startgebühren und dem Unterhalt der Ponys, erhebliche Kosten.