| 20:45 Uhr

Neunter Firmenlauf
Miteinander statt gegeneinander gelaufen

Das Führungstrio mit Sieger Jürgen Bischof (links) und dem Zweiten Matthias Müller in der Allee.
Das Führungstrio mit Sieger Jürgen Bischof (links) und dem Zweiten Matthias Müller in der Allee. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. 1108 Teilnehmer waren beim neunten Zweibrücker Firmenlauf am Start. Schnellster war Jürgen Bischof. Von Martin Wittenmeier

Eigentlich wollte Jürgen Bischof gar nicht vorneweg laufen. Doch am Ende ging auch diese Taktik auf. Während nach und nach immer mehr Hobbyläufer auf den Schlossplatz einbiegen, steht der 54-Jährige bereits etwas abseits und gibt mit einem Lachen im Gesicht die ersten Interviews. Abgekämpft sieht wahrlich anders aus, obwohl anstrengende 5,4 Kilometer hinter dem Läufer der VT Zweibrücken liegen.

Mit einem am Ende recht deutlichen Abstand gewann Bischof am Mittwochabend den neunten Zweibrücker Firmenlauf der VBZ und VTZ. In 16:30 Minuten verpasste er zwar einen neuen Streckenrekord, war aber dennoch ziemlich flott unterwegs. „Ich hatte mir letztes Jahr eine Verletzung an der Achillessehne zugezogen. Seit April 2017 war das mein erster wettkampfähnlicher Lauf“, sagt der Mitarbeiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums und ergänzt, „Mit 54 muss man das etwas langsamer angehen.“ Immerhin 60 bis 70 Kilometer spult Bischof derzeit pro Woche im Training ab. Beim Firmenlauf kam ihm das zugute. „Ich hatte eigentlich nicht vor, so schnell anzufangen und wollte erst nach so 1500 Metern aufs Tempo drücken. Aber die Konkurrenten haben da nicht mitgespielt“, sagt Bischof.

Schnell hatte sich eine dreiköpfige Spitzengruppe gebildet, die auf der zweiten Runde durch die Allee bereits auf den VTZ-Läufer und Matthias Müller vom Internationalen Bund zusammengeschrumpft war. Bei der Wende an der Schließ hatte Bischof schließlich auch seinen ärgsten Widersacher abgeschüttelt. „Da habe ich mich zum ersten Mal umgedreht und gesehen, dass mein Vorsprung schon recht groß ist. Ich glaube, das frühe hohe Tempo hat den anderen den Zahn gezogen.“



2019 kommt Bischof, für den es erst die zweite Teilnahme beim Firmenlauf war, in die nächste Altersklasse M55 und will noch mal angreifen. Eventuell sogar bei den Deutschen Meisterschaften starten. Am Mittwoch war er aber schon damit zufrieden, 1107 weitere Läufer hinter sich gelassen zu haben.

Ein Rekord war bereits vor dem Startschuss durch Bürgermeister Christian Gauf gefallen. Vom Azubi bis zum Firmenchef gingen insgesamt 1108 Läufer aus 49 verschiedenen Unternehmen auf die Strecke – so viele wie noch nie. Im Vorjahr waren es „nur“ 1047 Sportler gewesen. Alleine die Pirmasenser Firma Wasgau hatte 111 Starter gestellt und wurde dafür mit einer riesigen Flasche Sekt als teilnehmerstärkste Gruppe ausgezeichnet. Am originellsten waren einige Läufer von John Deere unterwegs: Die Lehrlinge hatten einen kleinen, grünen Mähdrescher gebaut und schleppten das Gefährt zu fünft durch die Allee bis ins Ziel. Für so viel Liebe zum Detail gab es vom Veranstalter ebenfalls als Belohnung eine Flasche Sekt.

Überhaupt stand bei den meisten Läufern der Spaß im Vordergrund. Wie schnell sie die 5,4 Kilometer bewältigten, entschied jeder individuell für sich. Und so liefen viele ganz entspannt nebeneinander ins Ziel. Die Zeit war egal, das Miteinander zählte.