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100 000 Euro geerbt
SVN Zweibrücken nimmt nächste Hürde auf dem Weg aus der Insolvenz

 Der SVN-Vorsitzende Richard Denger.
Der SVN-Vorsitzende Richard Denger. FOTO: Wille MArco
Niederauerbach. Mitglieder stimmen zu, dass der Verein weiter bestehen soll. Dank Erbschaft von 100 000 Euro könnte die Insolvenz nach dieser Saison beendet sein.

Der SVN Zweibrücken hat eine weitere Hürde auf dem Weg zu einem schuldenfreien Verein genommen. 46 von 48 anwesenden Mitgliedern stimmten bei der außerordentlichen Versammlung zu, dass der Verein weiter bestehen soll. Zwei enthielten sich (wir berichteten). „Das ist bei Vereinen, bei denen ein Insolvenzverfahren läuft, gesetzlich vorgeschrieben“, begründete der Vorsitzende des SVN, Richard Denger, die Abstimmung.

Nach der Entscheidung der Mitglieder werde der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Jürgen Roth, einen Insolvenzplan erstellen. Der Plan wird dann den Gläubigern vorgelegt. „Wenn die Gläubiger diesem zustimmen, könnte das Verfahren bis Ende der Saison im Mai abgeschlossen werden“, schaute Denger zuversichtlich in die Zukunft. „Dann geht der Verein schuldenfrei in die neue Saison“, sagte der sportliche Leiter, Reiner Seibert.

Zum Insolvenzplan benötige der Insolvenzverwalter auch einen Finanzplan, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Thomas Trier. Mit dem Plan werde abgebildet, dass der Verein nach Abschluss des seit Juli 2015 laufenden Insolvenzverfahrens wirtschaftlich bestehen kann. „Wir wollten den Finanzplan nicht nur dem Insolvenzverwalter vorlegen, sondern auch Euch“, erklärte Richard Denger. Die Mitglieder sollten vor der Zustimmung erfahren, wie es finanziell weiter gehen kann.



Nach dem von Seibert vor gestellten Plan werden in einer Saison Einnahmen von 75 000 Euro erzielt. Abzüglich der Einkäufe für den Wirtschaftsbetrieb bleiben noch 54 000 Euro. Nach dem Plan werden für Trainer, Punktprämie, Schiedsrichter, Jugend, Strom, Heizung, Versicherungen und Steuern rund 44 000 Euro ausgegeben. „Es bleibt ein Überschuss von 9500 Euro“, sagte Seibert.

„Obwohl wir bei den Einnahmen vorsichtig und bei den Ausgaben großzügig gerechnet haben. Es sieht gut aus.“ Später merkte Seibert an, dass das nur funktioniere, weil das Sportheim von ganz wenigen ehrenamtlich geführt werde. Sonst bliebe nichts übrig.

Die Fragen in der Versammlung bezogen sich allerdings mehr auf die Erbschaft und die Rolle des Insolvenzverwalters. Denn nur, weil eine Niederauerbacherin den SVN in ihrem Testament bedacht hatte, ist Geld da, um das Insolvenzverfahren zu beenden (wir berichteten). „Wie viel haben wir geerbt?“, fragte Horst Kircher. „100 000 Euro“, antwortete Denger.

„Wer hat das Geld“, war die nächste Frage. Das liege auf einem „Anderkonto“ des Insolvenzverwalters, sagte Denger. Auf dieses Konto sei bereits das Geld aus dem Verkauf der Anzeigetafel und der Sitzschalen an die Stadt geflossen, sowie die Sponsorengelder und weitere Einnahmen wie der Überschuss. Danach hatte Klaus Ackermann gefragt. Aus dem Konto würde der Insolvenzverwalter die anfallenden Rechnungen bezahlen, erklärte der Vorsitzende. Von den 100 000 könnten am Ende rund 40 000 Euro für die rund 50 Gläubiger übrig bleiben. Mit dem Rest werden die Kosten des Insolvenzverwalters und des Gerichts bezahlt, sagte Denger.

„Der Insolvenzverwalter ist also Herr des Verfahrens und des Vereins“, stellte Ackermann fest. „Da hätte ich es mir gewünscht, wenn der Mann bei der Versammlung da gewesen wäre.“ Zumal von Mitgliedern der Vorwurf erhoben wurde, dass der Insolvenzverwalter das Verfahren verzögere. „Da können wir nichts machen“, sagte Seibert. „Das liegt nicht in unserer Hand. Druck auf den vom Gericht bestellten Insolvenzverwalter können nur die Gläubiger machen“, hielt Seibert einem Vorwurf entgegen. Einem in der Versammlung angesprochenen Gerücht, dass das Sportheim nicht mehr dem Verein gehöre, widersprach der Vorsitzende.

„Es ist jetzt müßig, da weiter zu diskutieren. Wichtig ist, dass der Verein die Erbschaft bekommen hat und damit das Verfahren abschließen kann“, sagte Thorsten Gries. „Wir sollten zustimmen, dass der Verein weiter besteht.“ Nach der Abstimmung dankte der Torhüter Robin Koch im Namen der beiden Mannschaften der Versammlung für die Zustimmung. „Wir spielen gerne beim SVN.“

Walter Buchholz schaute nach der Abstimmung der Mitglieder in die Zukunft: „Hat man sich schon darüber Gedanken gemacht? Wer führt in Zukunft den Verein?“ Von den bei der vergangenen Wahl gewählten sind nur noch Denger, Trier und Jugendleiter Helmut Weber im Amt. Dazu kommt noch der sportliche Leiter Seibert: „Wir brauchen sieben bis neun Personen, die einen Posten übernehmen. Da sind noch sehr viele Posten frei.“ Denger, der seit 45 Jahren in verantwortlicher Position ist, meinte, dass es zwar schwierig sei. „Aber es war im Großen und Ganzen eine schöne Zeit.“ Wobei er die schwierigen letzten vier Jahre nicht verschwieg. Aber die bei einer Mitgliederversammlung im Frühjahr nach Abschluss des Insolvenzverfahrens gewählte Führungsmannschaft könne dann ohne Schulden beginnen.