| 20:38 Uhr

Umkämpftes Finale gegen Lemberg
SVN Zweibrücken neuer Futsal-Kreismeister

 Der SVN Zweibrücken um Trainer Andreas Hergert (hinten links) bejubelt den Titel bei den Futsal-Kreismeisterschaften.
Der SVN Zweibrücken um Trainer Andreas Hergert (hinten links) bejubelt den Titel bei den Futsal-Kreismeisterschaften. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de / Marco Wille
Zweibrücken. Mit einem knappen 1:0 im Finale gegen Lemberg holten die Zweibrücker den Titel. Im Spiel um Platz drei behauptete sich der TV Althornbach gegen den TSC Zweibrücken.

Da muss Andreas Hergert, Trainer des SVN Zweibrücken, nochmal kräftig durchatmen. Sekunden später reckt er beide Arme jubelnd in die Luft. Sein Torwart Robin Koch hat gerade noch einen letzten Schuss auf sein Gehäuse abgewehrt, dann ertönt die Schlusssirene und die in blau-weiß gekleideten Niederauerbacher sind Futsal-Kreismeister 2017.

Ein Gefühlschaos, das Hergert sich gerne erspart hätte. „Wir haben zu viele Chancen liegen lassen“, blickte er nach der Schlusssirene auf die vielen vergebenen Tormöglichkeiten seiner Spieler zurück, die das Ergebnis gut und gerne auf 2:0, 3:0 oder sogar 4:0 hätten hochschrauben können. Letztlich egal. So blieb es bei dem spielentscheidenden Treffer von Ingo Tomelleri auf Pass von Marco Seibert aus der fünften Minute des Endspiels gegen die stark aufspielenden Kicker des SV Lemberg. „Die Jungs waren ab Turnierbeginn um um zehn Uhr schon geil drauf und man merkt einfach, dass sie trotz des jungen Alters super zusammenspielen können und die Motivation da gewesen ist“, freute sich Andreas Hergert, bevor es zur Siegerehrung ging. Rund 180 Freunde des Budenzaubers schauten sich das Turnier am Sonntag in der Westpfalzhalle an. Mit dem Endspielgegner aus Lemberg stand neben dem SVN die zweitjüngste Mannschaft auf dem Parkett – und die spielte ebenso frech und munter auf. Besonders das Brüderduo Tobias und Dennis Siewert wirbelte ein ums andere Mal ihre Gegner gehörig durcheinander. Somit blieb das Finale ein offener Schlagabtausch. Mit Marvin Herdt hatte Lemberg zudem einen starken Rückhalt im Tor, der gerade SVN-Spieler Martin Schmitt zur Verzweiflung brachte.

Enttäuscht über die Finalniederlage war der SVL nicht. Für Trainer Marc-Kevin Schaf war es eine Überraschung, dass seine Mannschaft überhaupt so weit gekommen ist. „Es war nicht zwingend damit zu rechnen, dass wir uns in der Vorrunde gegen den Futsal-Titelverteidiger SV Obersimten I (1:0) oder gegen den FC Rodalben (4:1) durchsetzen würden. Von daher haben wir sehr viel erreicht mit unserem Kader von durchschnittlich 20 Jahren.“



Der von vielen als Turnierfavorit auserkorene TSC Zweibrücken, der mit einer Mischung aus Landesliga- und B-Klasse-Spielern antrat, musste sich mit Platz vier zufrieden geben. Im Halbfinale zogen die Jungs vom Wattweiler Berg im Stadtduell gegen den Turniersieger den Kürzeren. Helmand Mohammad und Marco Seibert sorgten für den 2:0-Endstand der abschlussfreudigeren Niederauerbacher. Die TSC´ler standen sich mit zu viel Klein-Klein-Spiel und Nicklichkeiten gegen ihre Gegner selbst im Weg, was auch Trainer Jürgen Tüllner so sah: „Wir haben einfach nicht an unser Spiel aus der Vorrunde oder dem 4:0 im Viertelfinale gegen den FC/VfB Münchweiler angeknüpft, es nicht konsequent durchgezogen. Die Auerbacher haben uns mit ihrem Spielsystem (Raute) etwas überrascht, womit wir einfach nicht zurecht kamen.“ Unzufrieden, sei er trotzdem nicht, da für ihn wichtig ist, dass sich keiner verletzt hat. Die Priorität liege klar auf der Rückrunde beider Mannschaften im Freien. Ähnlich sah es der Coach des B-Klasse-Vertreters TV Althornbach. „Das Turnier war fair, hat Spaß gemacht und mit einer besseren Chancenauswertung wäre vielleicht mehr drin gewesen“, sagte Michael Greinert. „Sechsmeterschießen ist einfach ein Lotterie-Spiel, dass beim zweiten Mal glücklich für uns ausgegangen ist.“ Die Althornbacher-Hallenspezialisten, die das Futsal-Turnier vor zwei Jahren für sich entscheiden konnten, wachten gegen den SV Lemberg im Halbfinale zu spät auf. Tobias Siewert brachte den SVL in der regulären Spielzeit nach acht Minuten in Front. Erst durch einen Schuss aus zehn Metern von Aaron Dernbach 20 Sekunden vor Schluss rettete sich die Greinert-Elf in ihr erstes Sechsmeterschießen, das mit 5:2 an den SVL ging. Im kleinen Finale musste erneut das Sechsmeterschießen entscheiden. Mirko Tüllner hatte den TSC in Führung geschossen. Tobias Früauf glich kurz vor Schluss aus. Am Ende stand ein 4:3 für den TVA auf der Anzeigetafel.

Der SVN löste mit dem Sieg der Futsal-Kreismeisterschaft das Ticket zur Südwestmeisterschaft. Diese wird am 28. Januar in der Contwiger IGS-Sporthalle ausgetragen.

 Im Spiel um Platz drei setzte sich Althornbach um Aaron Dernbach (li.) gegen den TSC, hier Pascal Julier, durch.
Im Spiel um Platz drei setzte sich Althornbach um Aaron Dernbach (li.) gegen den TSC, hier Pascal Julier, durch. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de / Marco Wille