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Zweibrücken
SVN Zweibrücken ist wieder schuldenfrei

Nach dreieinhalb quälenden Jahren hat es der SVN Zweibrücken aus der Insolvenz geschafft.
Nach dreieinhalb quälenden Jahren hat es der SVN Zweibrücken aus der Insolvenz geschafft. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Gestern beendete das Amtsgericht Zweibrücken das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Niederauerbacher Fußball-Vereins. Von Fritz Schäfer

Der SVN Zweibrücken hat das endgültige Aus abgewendet. Gestern Vormittag wurde das seit Juli 2015 laufende Insolvenzverfahren bei dem Fußballclub beendet. In einer Versammlung am Zweibrücker Amtsgericht stimmten alle anwesenden Gläubiger dem von Insolvenzverwalter Jürgen Roth vorgelegten Insolvenzplan zu. „Ich bin einfach nur froh, dass dieses Kapitel jetzt abgeschlossen ist und es mit dem Verein weitergeht“, sagte der Vereinsvorsitzende Richard Denger auf Merkur-Anfrage.

Nur noch Formalien stehen einer Entschuldung im Weg. „In drei Wochen könnte der Schlussstrich unter das Insolvenzverfahren des SVN gezogen werden“, schätzt der Direktor des Zweibrücker Amtsgerichts, Klaus Biehl. Gestern Vormittag trafen sich Insolvenzverwalter Roth und die Gläubiger im Amtsgericht um die Schuldenbereinigung abzustimmen. Zuvor waren noch Probleme ausgeräumt worden. Zur Versammlung waren acht Gläubiger aus den drei „Interessengruppen“ erschienen. Diese setzen sich aus Arbeitnehmern (zum Beispiel ehemalige Spieler), aus öffentlich-rechtlichem Anspruch (etwa Stadt, Finanzamt oder Arbeitsamt) und sonstigen Gläubigern zusammen. „Aus jeder dieser Gruppen waren Gläubiger dabei und haben dem vorgelegten Insolvenzplan ausnahmslos zugestimmt“, erklärt Roth.

Dieser sieht vor, dass die Gläubiger eine Quote von 8,33 Prozent der festgestellten Schuldsumme bekommen. Diese solle innerhalb der nächsten 14 Tage ausgezahlt werden. Aus dem etwa 90 000 Euro umfassenden Erbe einer Niederauerbacherin sind laut Roth nach Bezahlung aller anfallenden Rechnungen sowie der Kosten für den Insolvenzverwalter noch 28 000 Euro an Masse übrig geblieben, die jetzt prozentual unter den acht Gläubigern verteilt werden.



„Gegen den Beschluss können die Gläubiger Rechtsmittel einlegen“, erklärt Biehl. Die dauert zwei Wochen ab Zustellung. „Allerdings war gestern keiner dabei, der etwas gegen diesen Plan gehabt hätte. Damit ist das Verfahren erledigt“, betont Roth. Für den ehemaligen Regionalligisten ist dieses quälende Kapitel der Vereinsgeschichte nach fast dreieinhalb Jahren damit abgehakt und der SVN kann wieder arbeiten wie jeder andere Verein auch.

Dementsprechend groß war gestern die Erleichterung bei SVN-Boss Denger. Insbesondere bedankte er sich bei den Gläubigern, die einer Entschuldung zugestimmt hätten. Und bei den wenigen verbliebenen Vorstandsmitgliedern des SVN, die ihm in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden hätten: „Hier ist es nicht um meine Person gegangen, sondern um den Verein. Ich bin einfach nur froh, dass wir den Verein am Leben halten konnten.“

Denger, seit 44 Jahren im Vorstand des Vereins, hofft, dass der SVN nun zur Ruhe kommt und wieder eine echte Perspektive hat. Allerdings nicht mehr mit ihm an der Spitze. Schon vor der laufenden Runde wollte er den Club in andere Hände übergeben. Jetzt, nach Beendigung des Insolvenzverfahrens, strebt der SVN-Vorsitzende zügig eine Mitgliederversammlung an. Bei Neuwahlen möchte Denger dann selbst nicht mehr antreten. „Es war wirklich eine schöne Zeit, aber die letzten vier Jahre waren schon schlimm. Jetzt möchte ich den Verein mit einem guten Gefühl in jüngere Hände übergeben.“ Denger, der mit dem SVN Aufstiege in die Verbandsliga (1998), die Oberliga (2008) und schließlich die Regionalliga (2013) sowie zwei DFB-Pokal-Teilnahmen gefeiert hat, führt den Verein seit 28 Jahren an.

Der SVN-Vorsitzende Richard Denger.
Der SVN-Vorsitzende Richard Denger. FOTO: Wille MArco