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Futsal-Südwestmeisterschaft
SVN um eine Erfahrung reicher

 Nach der Vorrunde war Schluss für den SVN um Kapitän Martin Schmitt (li), hier gegen Meisenheims Malik Yerima.
Nach der Vorrunde war Schluss für den SVN um Kapitän Martin Schmitt (li), hier gegen Meisenheims Malik Yerima. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de / Marco Wille
Contwig. Futsal-Südwestmeisterschaft: B-Klasse-Vertreter scheidet in Vorrunde aus. TSG Bretzenheim sichert den Titel. Von Marco Wille

Nichts zu ernten gab es bei der Futsal-Südwestmeisterschaft für den SVN Zweibrücken. Bereits im zweiten Gruppenspiel ging es am Sonntag in der Halle der IGS Contwig um alles oder nichts. Nachdem das Team von Andreas Hergert zum Auftakt trotz eines engagierten Auftritts gegen den Landesligisten FSV Schifferstadt unterlag, musste gegen Vorjahressieger SG Meisenheim ein Sieg her, um die Chance aufs Halbfinale zu wahren.

Gegen Schifferstadt erzielte Steven Shehata nach schnellem 0:2-Rückstand zwar noch das 1:2, zu mehr reichte es aber nicht mehr. Zu allem Überfluss handelte sich bei der jungen SVN-Truppe Torwart Robin Koch eine Rote Karte nach Foulspiel ein. Die Pläne, mit zwei Blöcken zu spielen, wurden so schnell durcheinander gewirbelt. Feldspieler Philipp Clemens streifte fortan die Handschuhe über. „Ich habe bis zur C-Jugend im Tor gespielt und weiß, wie das geht“, erklärte Clemens. Für den erkrankt fehlenden Hergert stand Co-Trainer Cristian Aleo an der Seitenlinie und stellte die SVN-Truppe ein. Kein leichtes Unterfangen beim Blick auf die Gruppe. Denn zunächst musste der B-Ligist gegen zwei Landesligisten antreten. Erst im letzten Spiel der Vorrunde kam mit dem ASV Hessheim (B-Klasse) ein Gegner auf Augenhöhe. „Wir kamen trotzdem gut zurecht mit der Situation. Man merkt unseren jungen Spielern an, dass sie Futsal gewöhnt sind. Sie können phasenweiße mithalten“, waren die Blau-Weißen vor dem Anpfiff der zweiten zwölf Minuten noch zuversichtlich. Dort hielt diese Überzeugung keine 60 Sekunden. Dann schlängelte sich Alexander Tiedtke durch die Beinreihen der Zweibrücker und erzielte das Führungstor für Meisenheim. Angeführt von ihrem Spielführer Martin Schmitt steckten die Auerbacher das schnell weg und begannen ihr Spiel im Rautensystem aufzuziehen. Marco Seibert scheiterte in der zweiten Minute noch an Torwart Marcel Redschlag. Dessen Bruder Luca brachte nur eine Minute danach durch Martin Schmitt im Strafraum zu Fall. Per Sechsmeter hatte Adrian Schäfer die Chance auf den Ausgleich des SVN. Doch sein Nervenkostüm hielt nicht stand und er vergab mit einem unplatzierten Schuss in die Tormitte. Der Futsalmeister des Kreises Pirmasens/Zweibrücken gab sich nach dem neuerlichen Schockmoment zwar nicht auf, gerieten aber mit zunehmender Spieldauer immer mehr im Rückwärtsgang. Aushilfstorwart Clemens bekam mehr zu tun als im lieb war, machte dabei aber eine solide Figur im Kasten. Den Pfosten und dem Unvermögen der Meisenheimer war es zu verdanken, dass nach der Schlusssirene nur ein 0:4 auf der Anzeigetafel zugunsten des Landesligisten stand. „Die waren in allen Belangen besser, von der Spielanlage, Zweikampfverhalten, Technik, da müssen wir uns nichts vormachen“, gab ein im ersten Moment enttäuschter Co-Trainer nach dem Abpfiff zu Protokoll. „Die spielen nicht nur ein paar Klassen höher als wir, die sind eben auch eine komplette Futsal-Mannschaft. Und zudem von der Einstellung her etwas heißer als wir.“ Aufstecken galt aber nicht. Schließlich seien Duelle gegen höher spielende Mannschaften auch etwas für die eigene Erfahrung. Im letzten Spiel der Meisterschaft für den SVN zogen sich die Zweibrücker achtbar aus der Affäre. David Janzen erzielte in der dritten Spielminute das 1:0 für den SVN gegen den B-Ligisten ASV Hessheim. Dies war zugleich der Endstand. Auf Platz drei in der Gruppe verabschiedeten sich die Auerbacher um eine Erfahrung reicher für ihr junges Team. Auf Platz drei beendete die SG Meisenheim das Gesamt-Turnier. Die TSG Bretzenheim bezwang den TSV Mainz-Ebersheim mit 2:0 im Finale und wurde somit südwestdeutscher Futsal-Meister. Für SVN-Torwart Robin Koch gab es am Sonntagabend von verantwortlicher Stelle noch eine gute Nachricht: Sein Platzverweis wird keine Folgen haben und er ist ab sofort wieder spielberechtigt.