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SVN-Insolvenzverfahren eröffnet

 Zum verwertbaren Vermögen des SVN Zweibrücken zählt Insolvenzverwalter Jürgen Roth auch die Sitzschalen sowie den Sicherheitszaun. Foto: Martin Wittenmeier
Zum verwertbaren Vermögen des SVN Zweibrücken zählt Insolvenzverwalter Jürgen Roth auch die Sitzschalen sowie den Sicherheitszaun. Foto: Martin Wittenmeier FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Das vom SVN Zweibrücken angestrebte Insolvenzverfahren ist seit gestern Morgen eröffnet. Das Amtsgericht hat das Gutachten des Insolvenzverwalters geprüft, das ausreichend Masse aufweist. Svenja Hofer

Seit gestern Morgen ist es amtlich. Das Insolvenzverfahren des Fußball-Oberligisten SVN Zweibrücken ist eröffnet. Wie Klaus Biehl, Leiter des Zweibrücker Amtsgerichts erklärt, geht aus dem bei Gericht eingereichten Gutachten des vorläufigen Insolvenzverwalters Jürgen Roth hervor, dass ausreichend Masse vorhanden ist, um die Kosten des Verfahrens zu decken. "Bei dem verwertbaren Vermögen handelt es sich vor allem um Einrichtungen und Sporteinrichtungen", erklärt Biehl. Etwa die "moderne Anzeigetafel", der Sicherheitszaun, Sitzschalen und die Clubheim-Einrichtung, wie Roth bereits erklärte.

Nach der Abmeldung der Mannschaft aus dem Oberliga-Spielbetrieb geht es auf dem beschwerlichen Weg für die angeschlagenen Niederauerbacher nun darum, ausstehende Forderungen von Spielern und Trainer für die drei Monate Oktober bis Dezember über das Insolvenzgeld zu begleichen sowie all die weiteren Verbindlichkeiten - hauptsächlich an Berufsgenossenschaft, Knappschaft und Finanzamt - zu tilgen. Bei der ersten Aufstellung der Altlasten im Juli kam der SVN auf einen Schuldenberg von rund 160 000 Euro. Jürgen Roth, der Insolvenzverwalter bleibt, sieht allerdings erst nach allen Gesprächen, auch mit den weiteren Gläubigern, die über die Eröffnung des Verfahrens unterrichtet werden, sowie dem Erstellen der Insolvenztabelle, welche Verbindlichkeiten wirklich bestehen.

Wie lange sich das Insolvenzverfahren hinziehen kann, kann Roth ebenfalls nicht abschätzen. Das hänge auch davon ab, ob der Verein im Sommer am Verbandsliga-Spielbetrieb teilnehmen und in der Insolvenz saniert werden kann. Dazu müssten Überschüsse erwirtschaftet werden, um sukzessive die bestehenden Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. "Gelingt dies nicht, wird der Verein liquidiert." Sollte der Insolvenzverwalter merken, dass die Masse doch nicht ausreicht, "kann das Verfahren eingestellt werden", erklärt auch Biehl. Das wolle Roth mit aller Macht vermeiden. Einnahmemöglichkeiten sieht er dazu etwa - je nach der Entwicklung der Mannschaft - bei Zuschauer-Tickets, Sponsoren und Mitgliedsbeiträgen.

Der SVN sei von vielen Faktoren abhängig, damit alles wie erhofft gelingt. Auch wenn die Eröffnung des Insolvenzverfahrens erst einmal ein "positives Zeichen" für den Verein um den Vorsitzenden Richard Denger ist, bleibt ein großer Berg an Arbeit. Neue Sponsoren müssen her, eine komplett neue Mannschaft, die in der Verbandsliga auflaufen kann. Zudem sei der SVN "auf treue Sponsoren , die Öffentlichkeit, Ehrenamtler und die Mithilfe der Stadt angewiesen", betont Denger, der weiß, dass der Weg noch lang und schwierig ist.