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SV 64 Zweibrücken
Brisantes „Löwenduell“ für den SV 64 Zweibrücken

 SV 64-Spieler Tom Grieser (am Ball) hat keine allzu guten Erinnerungen an das Hinspiel gegen Vallendar. Nach einem ungestümen Foul war er mit dem Kopf auf den Hallenboden geknallt und musste behandelt werden – anschließend wurde er von Gegenspielern als Schauspieler beschimpft.
SV 64-Spieler Tom Grieser (am Ball) hat keine allzu guten Erinnerungen an das Hinspiel gegen Vallendar. Nach einem ungestümen Foul war er mit dem Kopf auf den Hallenboden geknallt und musste behandelt werden – anschließend wurde er von Gegenspielern als Schauspieler beschimpft. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Der SV 64 Zweibrücken trifft mit dem HV Vallendar am Samstag auf einen angeschlagenen Gegner, der jüngst den Trainer gewechselt hat. SV-Trainer Stefan Bullacher schlägt dennoch warnende Töne an — auch weil es im Hinspiel ziemlich hitzig wurde. Von Roman Kuhn

Am Samstag um 18 Uhr empfangen die Oberligahandballer des SV 64 Zweibrücken den HV Vallendar in der Ignaz Roth Halle. Ein „Löwenduell“ könnte man sagen – in Anlehnung an die Spitznamen der beiden Mannschaften. Der ehemalige Drittligist Vallendar aus der Nähe von Koblenz hat in den vergangenen Tagen für viel Aufsehen gesorgt. Trainer Christoph Bartel trat wegen einer beruflichen Änderung von seinem Amt zurück und übergab den Stab wieder an seinen Vorgänger Wolfgang Reckenthäler.

Die Koblenzer Trainerikone wird zusammen mit Veit Waldgenbach das Team bis Saisonende betreuen – und danach wieder als sportlicher Leiter fungieren. Reckenthäler, der mit der Frauenmannschaft der Trierer Miezen in der ersten Bundesliga große Erfolge feierte, will seinen Heimatverein in sichere Regionen der Tabelle führen. Aktuell stehen die Rheinländer – abhängig von der Auf- und Abstiegskonstellationen in der Liga – auf einem möglichen Abstiegsplatz. Ein Absturz in die fünfte Liga käme gefühlt einer Katastrophe gleich – schließlich spielt Vallendar seit mehr als vierzig Jahren in der dritt- oder vierthöchsten Klasse Deutschlands.

Auch für SV-Trainer Stefan Bullacher ist der momentane Tabellenstand der Gäste kaum erklärbar: „Sie haben mit Merlin Busse und Stefan Baldus zwei drittligaerfahrene Rückraumspieler und mit Oliver Lohner vielleicht den besten Kreisläufer der Liga. Auch die anderen Jungs sind wirklich stark. Am Ende haben sie wohl einfach zu viele Spiele knapp verloren.“ Trotz der durchwachsenen Saison der Vallendarer Löwen schlägt Bullacher warnende Töne an: „So ein Trainerwechsel setzt nochmal neue Energie frei. Auch das Hinspiel war kein Zuckerschlecken. Da wurde Handball so richtig als Männersport zelebriert“.



In der Tat war die Begegnung in der Konrad Adenauer Halle körperlich und auch verbal sehr hitzig. Als SV-Kapitän Tom Grieser nach einem ungestümen Foul mit dem Kopf ungebremst auf den Hallenboden aufschlug und minutenlang behandelt werden musste, blieben den 64ern einige Wortgefechte, bei denen ihnen Theatralik unterstellt wurde, in schlechter Erinnerung.

Stimmungsvoll könnte es auch am Samstag in der Ignaz Roth Halle werden. Wie auf der Homepage des HV Vallendar zu lesen war, möchten die Gästefans, die mit einem eigenen Bus anreisen, die Begegnung zu einem Heimspiel machen.

Auf Zweibrücker Seite stehen in erster Linie personelle Fragezeichen im Vordergrund. Da die A-Junioren zeitgleich in Schutterwald antreten – und das Team von Trainer Klaus Peter Weinert jeden Mann braucht – muss die Oberligamannschaft ohne jede Unterstützung aus der Jugend auskommen. Auch der Einsatz von Thomas Zellmer, der an einer ansteckenden Bindehautentzündung leidet, ist äußerst unwahrscheinlich. Dennoch geht Trainer Stefan Bullacher die Aufgabe positiv an: „Die Stimmung in der Mannschaft ist super. Alle Spieler ziehen mit und wir lassen uns durch ein paar Ausfälle sicher nicht aus der Bahn werfen. Die Jungs freuen sich auf das Spiel, weil sie wissen, dass sie gefordert werden“.

Das Vorspiel der B-Jugend in der Oberliga musste wegen zu vielen kranken und verletzten Spielern unterdessen abgesagt werden. Außerdem werden zusätzlich drei Spieler in der A-Jugendbundesliga eingesetzt, sodass keine spielfähige Mannschaft mehr zusammengestellt werden konnte.

Nach einer dreiwöchigen Spielpause greifen auch die Frauen des SV 64 Zweibrücken wieder in den Ligabetrieb ein. Am Sonntag empfangen die Löwinnen um 16 Uhr in der Ignaz Roth Halle den Drittligaabsteiger SG Ottersheim-Bellheim-Zeiskam-Kuhardt, die sich kurz Südpfalztiger nennen. Nach einem verunglückten Saisonstart mit 3:11 Punkten, haben sich die Vorderpfälzerinnen prächtig erholt und finden sich in der Verfolgergruppe der drei Spitzenteams Marpingen, Hunsrück und dem SV 64 wieder. Das liegt vor allem daran, dass sich der Kader der Gäste im Laufe der Saison erheblich verändert hat. Mit Julia Sefrin, Laura Winter Christine Brecht-Zekl kehrten drei starke Spielerinnen nach Verletzung und Babypause wieder auf das Spielfeld zurück. Auf Zweibrücker Seite steht vor der Begegnung ein Fragezeichen hinter dem Einsatz der beiden Kreisläuferinnen Laura Witzgall und Ina Sohns. Eventuell nominiert Trainer Rüdiger Lydorf noch das ein oder andere Talent aus der Jugend für den Spieltagkader.