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Wiedergutmachung angesagt
SV 64 zeigt enttäuschende Leistung beim Schlusslicht

Kaum ein SV 64-Spieler, auch nicht Torwart Julien Santarini, erreichte im Spiel beim Tabellenletzten Normalform.
Kaum ein SV 64-Spieler, auch nicht Torwart Julien Santarini, erreichte im Spiel beim Tabellenletzten Normalform. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de / Marco Wille
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Fans können nach dem 23:26 bei der SG Gösenroth-Laufersweiler im letzten Saisonspiel auf Wiedergutmachung hoffen. Von Roman Kuhn

Die Herren des SV 64 Zweibrücken haben am Wochenende nach schwacher Leistung gegen das Tabellenschlusslicht SG Gösenroth-Laufersweiler mit 23:26 verloren. Damit ist das zuletzt greifbar scheinende Ziel der Mannschaft von Trainer Axel Koch, den dritten Tabellenplatz in der Endabrechnung der RPS-Oberliga zu behalten, in Gefahr geraten. Denn Tabellennachbar SF Budenheim gewann sein Heimspiel gegen Rhein-Nahe Bingen klar mit 31:25 und hat damit die 64er wieder überholt.

Das vorletzte Spiel der 64er beim Tabellenletzten war ein Spiegelbild einer außergewöhnlichen Saison, in der die Zweibrücker meistens zu Hause tolle Leistungen ablieferten, in der sie aber auswärts teilweise völlig versagten. Den 13 Siegen in 14 Heimspielen stehen acht Niederlagen, ein Unentschieden und nur sechs Erfolge in der Ferne gegenüber. Und dass der Drittliga-Absteiger bei fünf der sechs Teams am Tabellenende der RPS-Oberliga – teilweise deutlich – verlor, ist nicht nur für die Spieler und das Trainerteam enttäuschend.

Die ersten Hiobsbotschaften mussten die 64er allerdings schon vor dem Spiel verdauen. Christopher Huber konnte aus beruflichen Gründen die Reise nach Sohren gar nicht erst antreten und für Niklas Bayer kam das Aus nach dem Aufwärmen. Für den wurfstarken Linkshänder kam ein Einsatz nach seiner Bänderverletzung im Sprunggelenk zu früh. Dafür berief Trainer Koch, wie schon beim Spiel in Worms, die beiden A-Jugendtalente Felix Dettinger und Sebastian Meister ins Aufgebot. Der Coach attestierte beiden Youngsters nach der Partie auch eine gute Leistung.



Wie meistens gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenregion vermasselten die 64er in der Schulsporthalle in Sohren den Start. Nach fünf Minuten lagen sie bereits mit 1:4 im Hintertreffen. Die Gäste schafften es im weiteren Spielverlauf nie, selbst einmal in Führung zu gehen. Lediglich in der Phase zwischen der 13. und 24. Minute gelang beim 6:6 durch Tobi Alt, beim 7:7 durch Lukas Majbik, beim 8:8 durch Max Sema und beim 10:10 durch Philipp Hammann immerhin der Ausgleich. In der Zwischenzeit vergaben die Westpfälzer reihenweise beste Torgelegenheiten. Und auch die immer wieder in Zweikämpfen geforderte Deckung ließ stellenweise zu große Lücken im Abwehrverband. Das sonst so starke Torhütergespann Berz/Santarini hatte auch einen eher glücklosen Tag erwischt. Da der Mannschaft um Kapitän Tom Grieser in den letzten sieben Minuten vor der Halbzeit kein eigener Treffer mehr gelang, führten die Hausherren zur Pause verdient mit 13:10.

Wer von den lediglich 75 Zuschauern im zweiten Durchgang eine Leistungssteigerung der Zweibrücker erwartet hatte, der sah sich getäuscht. Vielmehr war die SG Gösenroth-Laufersweiler in der Lage, das Geschehen zu kontrollieren. Und in der 55. Minute durch den dritten Treffer von Daniel Koch zum 23:18 erstmals auf fünf Tore wegzuziehen. Bis zum Endstand von 23:26 konnten die Zweibrücker nur noch etwas Ergebniskosmetik betreiben.

„Leider ist es uns auch im letzten Auswärtsspiel gegen eine der Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel die Wende nicht gelungen. Als Trainer fragt man sich schon, warum man es nicht schafft, die Mannschaft für diese vermeintlich einfachen Spiele richtig einzustellen“, betont Koch. Einen guten Punkt konnte er dem Spiel dennoch abgewinnen: „Wenigstens haben wir keine Wettbewerbsverzerrung im Abstiegskampf betrieben“, beschrieb ein deutlich zerknirschter Trainer seine Gefühlslage nach der Pleite.

Am Wochenende geht diese Saison nun mit einem Heimspiel gegen Mitabsteiger VTV Mundenheim zu Ende. Dabei dürfen sich die SV-Fans am Samstag, 18 Uhr, wieder auf eine Mannschaft freuen, die Wiedergutmachung betreiben will. In allen vergleichbaren Situationen im Laufe der Saison ist den Zweibrückern genau das immer gelungen.