| 21:54 Uhr

Souveräner Sieg
SV 64 verhindert das Déjà-vu

SV-Spieler Tom Grieser (Mitte) war von den beiden Mülheimern Lukas Helf und Max Zerwas (re.) nur durch ein Foul zu stoppen. Grieser steuerte sechs Treffer zum Sieg der Zweibrücker bei. 
SV-Spieler Tom Grieser (Mitte) war von den beiden Mülheimern Lukas Helf und Max Zerwas (re.) nur durch ein Foul zu stoppen. Grieser steuerte sechs Treffer zum Sieg der Zweibrücker bei.  FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Trotz Schwächephase in Hälfte zwei sichert sich Zweibrücken dieses Mal den Sieg gegen Mülheim. Von Roman Kuhn

Mit einem unerwartet deutlichen Heimsieg gegen den TV Mülheim haben die Handballer des SV 64 Zweibrücken Platz vier gefestigt. In der RPS-Oberligapartie setzte sich die Mannschaft von Trainer Axel Koch am Samstag mit 32:25 (15:12) durch (wir berichteten). Nachdem die Gäste zuletzt eine starke Serie von vier Siegen in Folge hingelegt hatten, ging Zweibrücken nicht unbedingt als Favorit in die Partie. Zumal der SV 64 stark ersatzgeschwächt antreten musste.

Neben dem verletzten Kian Schwarzer wurden die anderen A-Jugendspieler aufgrund des wichtigen Jugend-Bundesligaspiels gegen Echaz-Erms geschont. „Stand-by-Spieler“ Nils Wöschler war in Urlaub. Dennoch konnte Koch eine schlagkräftige Truppe aufbieten, die sich am Ende souverän behauptete. Mit Christopher Huber und David Oetzel erwiesen sich zwei Spieler als Sieggaranten, die zuletzt verletzungs- und krankheitsbedingt kaum Einsatzzeiten hatten. Mit acht (Huber) und fünf Treffern (Oetzel) hatten die beiden Halbangreifer großen Anteil am doppelten Punktgewinn.

Den besseren Start ins Spiel erwischten die 64er, die aufmerksam agierten und die Gäste zu technischen Fehlern zwangen. Die Folge: eine schnelle 4:1-Führung für die Gastgeber. Gleich drei der vier Treffer erzielten die flinken SV-Spieler nach überfallartigen Tempogegenstößen. Danach kam Mülheim besser ins Spiel, insbesondere der agile TV-Spielmacher Julian Vogt sorgte mit geschickten Körpertäuschungen immer wieder für Gefahr. So gelang es den Gästen, Mitte der ersten Halbzeit mit 8:7 in Führung zu gehen. Doch es folgte der starke Auftritt von David Oetzel. Vier seiner insgesamt fünf Treffer erzielte er vor der Pause. Die Zweibrücker bekamen das Spiel so wieder in den Griff. Durch einen erfolgreich abgeschlossenen Gegenstoß von Christopher Huber ging der SV 64 erstmals mit vier Toren in Führung (13:9, 28. Minute). Beim Stand von 15:12 für die Gastgeber wurden die Seiten gewechselt.



Kurz vor der Halbzeit hatte sichMülheims Philipp Schwenzer noch eine Zeitstrafe eingehandelt – und die Überzahlsituation nutzten die Zweibrücker nach Wiederbeginn gnadenlos aus. Durch die Treffer von Tobias Alt und David Oetzel baute der SV die Führung auf 17:12 aus. Beim 21:14 (37.) schien die Partie bereits gelaufen. Allerdings kam Mülheim durch vier Treffer in Serie wieder heran. Der Zweibrücker Anhang hatte da wohl ein Déjà-vu-Erlebnis. Denn auch im Hinspiel dominierten die 64er lange, um sich am Ende mit einem Remis (31:31) begnügen zu müssen. Am Samstag strapazierte erneut eine Phase von acht Minuten ohne Zweibrücker Treffer die Nerven der Fans. Aber Max Sema sorgte – trotz Unterzahl – mit seinem Treffer zum 22:18 wieder für Beruhigung. Danach lief die Maschinerie des torgefährlichsten Angriffs der Liga wieder rund. SV-Kapitän Tom Grieser und Huber sorgten mit je vier Toren in der Schlussviertelstunde für die entscheidenden Akzente. Dabei ließen sich die Löwen auch durch die Disqualifikation von Till Wöschler in der Schlussphase nicht mehr aus dem Konzept bringen. Durch den klaren Sieg untermauerten die Zweibrücker ihre Tabellenposition. Als Vierter mit 31:15 Punkten liegen sie fünf Zähler vor dem Fünften aber auch sechs Punkte hinter dem Dritten im „luftleeren Raum“ der RPS-Oberliga.

Mit zwei Auswärtsspielen in Vallendar und Offenbach geht es in der Liga weiter. Dazwischen liegt an Ostermontag, 2. April, allerdings noch das Pokal-Final-Four in Saarbrücken: Das Finalturnier ist die Möglichkeit, eine für den SV insgesamt eher durchwachsene Saison mit einem großen Erfolg zu beenden.

Die A-Jugend des SV 64 muss nach diesem Wochenende weiter um die direkte Qualifikation für die kommende Bundesligasaison bangen. Denn mit 32:35 musste sich der Nachwuchs zuhause geschlagen geben. Und das in dem so wichtigen Spiel gegen den direkten Konkurrenten JSG Echaz-Erms. Die Frauen des SV 64 haben ihre Auswärtspartie bei der TG Osthofen mit 27:25 gewonnen. Damit belegen sie in der RPS-Oberliga derzeit Rang sieben.