| 22:10 Uhr

Handball-Oberliga
SV 64: Torhüter Santarini hält den Sieg gegen Worms fest

SV64-Torhüter Julien Santarini lieferte die entscheidende Parade des Spiels.
SV64-Torhüter Julien Santarini lieferte die entscheidende Parade des Spiels. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. (rku) Die erste Männermannschaft des SV 64 Zweibrücken hat am Samstagabend ihr Heimspiel gegen die HSG Worms nach einer dramatischen Schlussphase mit 27:26 gewonnen. In einem Spiel, in dem sich die 64er durch technische Fehler und vergebene Großchancen das Leben selbst schwer machten, sahen die Gäste aus Rheinhessen zwei Minuten vor dem Ende beim 26:24 schon wie der sichere Sieger aus. Von Roman Kuhn

Mit einem Kraftakt gelang es den Schützlingen von Trainer Stefan Bullacher innerhalb der letzten 180 Sekunden, das Spiel zu wenden.

Tragischer Held war der ehemalige SV-Spieler Kubo Balasz, der die Wende zugunsten der 64er durch eine unnötige, aber berechtigte Zeitstrafe einleitete und zudem mit seinem letzten Wurf, unmittelbar vor Spielende, am Zweibrücker Keeper Julien Santarini scheiterte. Santarini war in der Schlussphase für den in der ersten Halbzeit stark haltenden Benni Berz ins Tor gekommen. Beste Spieler im Team der Löwen waren Tim Schaller (7/1), Till Wöschler (5) und Sebastian Meister (4).

Die Vorzeichen für die Begegnung gegen die auswärts starken Wormser waren im Zweibrücker Lager schlecht. Christopher Huber und Philipp Meiser fehlten verletzt ebenso wie Giona Dobrani, der für die USA auf Länderspielreise unterwegs war. Till Wöschler sollte aufgrund seiner Rückenprobleme geschont werden, saß aber für alle Notfälle auf der Bank. Neben ihm nahm Benni Zellmer Platz, der erst wenige Minuten vor Spielbeginn in der Halle ankam, weil er als Polizist in einen Einsatz gebunden war. Um seine Lücke zu schließen, musste Bullacher eine Aufstellungs-Rochade vollführen. Für Zellmer rückte der achtzehnjährige Sebastian Meister auf die vorgezogene Abwehrposition und die freigewordene Außenbahn besetzte Spielmacher Tim Schaller. Tom Grieser spielte im linken Rückraum und Lukas Majbik übernahm die Rolle des Spielgestalters.



Von Beginn an lieferten sich beide Teams ein Duell auf Augenhöhe, das mit großer Leidenschaft und Emotionalität geführt wurde. In den ersten dreißig Minuten konnte sich kein Team, bei ständig wechselnden Führungen, entscheidend absetzen. Im Mittelpunkt standen früh die Torhüter, die sich durch Paraden auszeichnen konnten. In der mit 400 Zuschauern wieder ausverkauften Ignaz-Roth-Halle sorgten vor allem die hitzigen Zweikämpfe und die daraus resultierenden Schiedsrichterentscheidungen für Aufregung. Die Unparteiischen Zimmermann und Peiser hatten einen schweren Stand, weil sich häufig Abwehrspieler wie Angreifer in derselben Szene gleichermaßen beschwerten. Die einen forderten eine Zeitstrafe oder einen Strafwurf und die anderen reklamierten Stürmerfoul oder eine theatralische Einlage. Besonders die beiden Wormser Moritz Bestrich und Tayfun Tok standen im Mittelpunkt des Geschehens. Unabhängig des Ausgangs, konnten sich beide Lager auch lange nach dem Schlusspfiff nicht über die Linie der Referees einigen.

Bedingt durch die Diskussionen, die Hektik und die unübersichtlichen Spielsituationen litt das Spielniveau erheblich. Da ging die nächste Hiobsbotschaft für die 64er fast unter. Tom Grieser verletzte sich nach 15 Minuten (5:6) am Oberschenkel und konnte fortan nicht mehr mitwirken. Beim 14:13-Halbzeitstand hatten alle Beteiligen Gelegenheit, sich abzukühlen und für den zweiten Durchgang neu zu orientieren. Wer gehofft hatte, dass das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlagen würde, sah sich getäuscht. Zwar übernahmen die Hausherren nun das Kommando, aber die Löwen ließen reihenweise Einwurfmöglichkeiten ungenutzt und vertändelten im Tempospiel nach vorne leichtfertig den Ball.

Anstatt das Spiel frühzeitig zu entscheiden, sahen sie sich kurz vor dem Ende (58.) einem 24:26-Rückstand gegenüber. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem Foul an Till Wöschler erhielt Moritz Bestrich eine Zeitstrafe, die Fabian Makert hätte bekommen müssen und Tim Schaller trat zum fälligen Siebenmeter an. Doch Schaller setzte den Wurf neben das Wormser Tor. In Unterzahl leisteten sich die Gäste einen Fehlpass ins Seitenaus, Kubo Balasz verhinderte die Ausführung des Einwurfs durch Nichteinhalten des Abstandes und musste regelkonform für zwei Minuten auf die Bank. Schaller traf zum 25:26. In den verbleibenden 90 Sekunden setzten die 64er mit einer offensiven Deckung alles auf eine Karte, jagten den Wormsern zweimal den Ball ab, so dass Wöschler und Zellmer noch zur nicht mehr für möglich gehaltenen SV-Führung trafen. „Wir sind heute die glücklichen Sieger, aber ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen, dass sie allen personellen Widrigkeiten getrotzt und immer an den Sieg geglaubt hat. Unsere Fans in der ausverkauften Halle stehen immer super hinter uns. Das hat heute den Unterschied ausgemacht“, so Trainer Stefan Bullacher.

Es spielten: Berz und Santarini im Tor, Bayer 2, Schaller 7/1, Grieser, Hammann 2, B. Zellmer 3, Schwarzer, Majbik 3, Meister 4, T. Zellmer 1, Wöschler 5; Siebenmeter: 2/1 - 3/3, Zeitstrafen: 5:2, Zuschauer: 400, Schiedsrichter: Zimmermann/Peiser (TuS Dansenberg).