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SV 64 rettet kurz vor Schluss den Punkt in Krefeld

Krefeld. Erleichterung nach der Schlusssirene: Mit nur neun Mann angereist, erkämpft der SV 64 bei der HSG Krefeld einen Punkt. Damit festigt das Team von Stefan Bullacher seinen Platz in der oberen Tabellenhälfte der 3. Handballiga. Svenja Kissel

Noch 30 Sekunden sind zu spielen. Ein Tor liegt der SV 64 bei der HSG Krefeld hinten. Eine Chance bekommen die Zweibrücker noch, einen Siebenmeter. Florian Enders nimmt sich ein Herz - und trifft. Dann ist Schluss. Die Zweibrücker tanzen jubelnd übers Spielfeld. Sie trennen sich in der Partie der 3. Handball-Liga West 23:23 (11:11) vom Tabellendritten. "Es war auf jeden Fall ein Punktgewinn für uns", freut sich SV64-Abteilungsleiter Christian Gauf, "obwohl es ganz seltsame Schiedsrichterentscheidungen gegen uns gab - es war ein großer Kampf".

Von der ersten Minute an haben sich Zweibrücken und Krefeld gestern Abend ein Spiel auf Augenhöhe geliefert. Zunächst schaffen es die Gastgeber schnell, sich auf 3:1 abzusetzen. Doch der SV 64 kontert und zieht seinerseits auf 7:4 vorbei (12.). Über 9:6 und 11:9 vier Minuten vor der Halbzeit liegen die Zweibrücker dann stets in Front. Nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Philipp Hammann gleicht die HSG kurz vor der Pause allerdings noch zum 11:11 aus.

Davon beschwingt erwischen die Krefelder danach den besseren Start. Beim 14:11 (34.) setzt sich die Heimmannschaft in Unterzahl erstmals auf drei Tore ab. Weiter davonziehen lassen die Zweibrücker ihren Gegner aber nicht. "Die Mannschaft hat sich super zurückgekämpft", erklärt Gauf. Beim 14:15 durch Benni Zellmer (40.) ist der Tabellenfünfte wieder dran. Sechs Minuten später gelingt Hammann der Ausgleichstreffer zum 17:17. Danach geht es ständig hin und her. Es bleibt eng. Zumal der SV 64 mehrere Zwei-Minuten-Strafen überstehen muss. Die ersatzgeschwächten Gäste schaffen es daher nicht, an den Krefeldern vorbeizuziehen. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende müssen die Zweibrücker, die nur mit neun Meter, darunter dem am Fuß verletzten Nils Wöschler angereist sind, dann noch den Ausfall von Bruder Aris verkraften, der nach seiner dritten Zwei-Minuten-Strafe disqualifiziert wird.

Das Team von Trainer Stefan Bullacher steckt aber nicht auf. Jugendnationalspieler Jerome Müller gelingt der Treffer zum 22:22 (58.), nachdem die KSG zuvor bereits auf zwei Treffer weggezogen ist. Knapp zwei Minuten vor Schluss erzielt Krefelds Maik Schneider die erneute Führung zum 23:22. Doch Florian Enders, mit neun Toren bester Schütze der Partie, sorgt nach einem groben Foul und den dadurch fälligen Strafstoß für den "letztlich verdienten Punkt". Christian Gauf: "Wir hätten sicher auch gewinnen können, aber genauso gut hätte Krefeld den Sack zwischendurch zumachen können - von daher sind wir sehr zufrieden mit dem Punkt."