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Packendes Duell
SV 64 leistet dem Stadtrivalen Schützenhilfe

Ein packendes Spiel haben sich der SV 64 Zweibrücken und die SF Budenheim geliefert. Hier setzt sich Christopher Huber (Mitte) durch.
Ein packendes Spiel haben sich der SV 64 Zweibrücken und die SF Budenheim geliefert. Hier setzt sich Christopher Huber (Mitte) durch. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Handball-Oberliga: Zweibrücker setzen sich im Heimspiel gegen den Tabellendritten SF Budenheim mit 30:27 durch. Von Roman Kuhn

Weiter ohne Punkverlust in eigener Halle bleiben die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken in dieser Saison. In einem kurzweiligen Spiel hat sich das Team von Axel Koch am Samstagabend gegen den Tabellennachbarn SF Budenheim mit 30:27 (15:12) durchgesetzt. Und dem Stadtrivalen VT Zweibrücken damit Schützenhilfe im Kampf um die Meisterschaft geleistet. „Heute haben wir uns gegenüber dem vergangenen Spiel in Offenbach deutlich gesteigert“, freute sich Koch über die engagierte Spielweise seiner Mannschaft, die die Gäste aus Rheinhessen kaum zur Entfaltung kommen ließ. Damit gelang den 64ern, was ihnen im Laufe dieser Saison schon mehrfach gelungen war: Nach einer enttäuschenden Auswärtsleistung betrieben sie acht Tage später zuhause Wiedergutmachung.

Budenheim, das in Torjäger Philipp Becker seinen auffälligsten Spieler hatte, blieb nach der klaren 21:34-Hinspielniederlage auch in der Ignaz-Roth-Halle ohne Punktgewinn und schaffte es somit nicht, sein Zweibrücken-Trauma abzulegen, nachdem auch gegen den Tabellenführer VTZ-Saarpfalz beide Spiele verloren gingen.

Den besseren Start erwischten die Gäste aber dennoch, lagen nach zehn Minuten mit 6:4 vorne. Nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Niklas Bayer, der im Hinspiel sehr stark war, sich am Samstag allerdings erneut am Fuß verletzte, steigerten sich insbesondere die Zweibrücker Rückraumakteure. Spielmacher Lukas Majbik im ersten sowie Kapitän Tom Grieser im zweiten Durchgang waren in der Lage, diesem flotten Oberligaspiel ihren Stempel aufzudrücken. Mit drei Treffern binnen drei Minuten sicherten Grieser, Majbik sowie Max Sema durch einen wirkungsvollen Zwischenspurt die 7:6-Führung. Obwohl in dieser Phase auch die erste Zeitstrafe gegen Benni Zellmer zu verkraften war.



Hinsichtlich der Zeitstrafen fühlten sich die 64er, Betreuerbank und Fans, in dieser Begegnung etwas benachteiligt. Die hohe Motivation, mit der die 64er dieses Spiel angingen, war allerdings gerade während der Unterzahlsituationen erkennbar. Denn sowohl bei den beiden Zeitstrafen gegen Zellmer sowie einer weiteren gegen Sema kassierten die SVler keinen Gegentreffer. Sie bauten vielmehr ihre Führung aus, sodass sie sich bis zur Pause auf 15:12 abgesetzt hatten.

Bis zur 44. Minute schaffte es dann keine Mannschaft mehr, sich entscheidende Vorteile zu erarbeiten. Grieser traf dann zum 23:19-Zwischenstand. Etwas Unruhe kam auf, als Christopher Goetzien den Zweibrücker Spielmacher Lukas Majbik etwas unsanft anpackte, der sich revanchierte und daraufhin beide für zwei Minuten auf die Bank mussten. In der Folge schlossen die 64er etwas zu überhastet ab, blieben dadurch vier Minuten ohne Torerfolg und mussten durch Benjamin Kröhles Treffer zum 23:23 wieder den Ausgleich hinnehmen. In dieser Phase agierten die Gäste zeitweilig mit siebtem Feldspieler. Dass mit den Gästen auch weiterhin zu rechnen war, belegten sie zwei Minuten später, als Sören Dübal zur 25:24-Führung traf.

Mit großer Moral – genau in diesem Punkt hatte Koch in der Vorwoche seine Mannschaft deutlich kritisiert – kämpften sich die 64er in die Partie zurück. Dabei ließen sie auch einige hochkarätige Chancen liegen. Tom Grieser traf zweimal nur den Pfosten und einmal die Latte. Glück hatten die SVler dabei aber trotzdem, denn die Abpraller landeten in dieser Phase mehrfach auch bei ihnen. SV-Keeper Benni Berz, der in der 19. Minute seinen Platz im Tor für Julien Santarini geräumt hatte, kam in der Schlussphase aufs Feld zurück und zeigte drei wichtige Paraden. Als Majbik eine Minute vor Spielende zum 29:27 traf, war der Heimsieg zum Greifen nah. Budenheims Trainer Thomas Gölzenleuchter riskierte nun sehr viel, brachte erneut den siebten Feldspieler. Die Gäste scheiterten allerdings erneut an Berz, der schnell zu Benni Zellmer passte. Der erzielte dann aus der eigenen Hälfte den letzten Treffer zum 30:27-Endstand. Beide Teams durften sich danach den Applaus der etwa 250 zufriedenen Zuschauer abholen.

An der aktuellen Tabellensituation änderte dieses Ergebnis indessen nichts. Mit nunmehr 38:12-Punkten liegen die Budenheimer weiterhin fünf Minus-Zähler vor der torgefährlichsten Oberligamannschaft, den viertplatzierten 64ern. Die VTZ-Saarpfalz steuert weiterhin souverän der Oberligameisterschaft entgegen. Am nächsten Wochenende gastieren die Zweibrücker Löwen beim Tabellenneunten HSG Worms.