| 20:43 Uhr

Handball
SV 64 gewinnt in Saulheim

 SV-Angreifer Marc-Robin Eisel (am Ball) bekamen die Binger zu keiner Zeit in den Griff. Immer wieder fand der Junioren-Nationalspieler Lücken in der Defensive, um zum Abschluss zu kommen.
SV-Angreifer Marc-Robin Eisel (am Ball) bekamen die Binger zu keiner Zeit in den Griff. Immer wieder fand der Junioren-Nationalspieler Lücken in der Defensive, um zum Abschluss zu kommen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. RPS-Oberliga: SV 64 bleibt nach Siegen in Saulheim und gegen Bingen dem Spitzenduo VTZ und Illtal auf den Fersen.

Mit einer hochkonzentrierten Leistung in den ersten 20 Spielminuten haben die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken am Sonntagabend die Grundlage für einen ungefährdeten 30:22 (13:8)-Auswärtssieg bei der SG Saulheim gelegt.

„Ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft heute hochzufrieden“, lobte SV-Trainer Axel Koch seine junge Truppe, die in der harzfreien Halle grandios begann. Verlassen konnten sich die 64er dabei wieder auf ihren Keeper Benedikt Berz, der in den ersten 19 Spielminuten beim 10:2-Zwischenstand nur zwei Gegentore zuließ.

Dabei waren die Voraussetzungen aus Zweibrücker Sicht alles andere als optimal. Neben dem erkrankten Mannschaftskapitän Tom Grieser fehlte mit Max Sema urlaubsbedingt ein weiterer wichtiger Leistungsträger der SV-Defensive.



SV-Coach Koch hatte hier allerdings die passende Antwort parat, ließ Benni Zellmer als Grieser-Vertreter im Abwehrzentrum verteidigen und betraute Marc-Robin Eisel mit der Abwehrarbeit auf der vorgezogenen Abwehrposition im 3:2:1-Abwehrverband. Der Jugendnationalspieler löste seine Aufgabe in der Defensive ausgezeichnet, war allerdings auch im Angriff häufig Initiator gelungener Aktionen. Mit ihren Kreuzbewegungen schafften es die SVler immer wieder, die defensiv ausgerichtete 6:0-Abwehrformation der Gastgeber auszuspielen. Dabei agierten die 64er so diszipliniert, dass ihnen in der ersten Hälfte lediglich zwei technische Fehler unterliefen. Mit zunehmender Spieldauer ließ bei den Löwen dann nur die Konzentration im Abschluss etwas nach, weshalb den Gastgebern gegen Ende der ersten Hälfte noch eine leichte Ergebniskosmetik zum 8:13-Halbzeitstand gelang.

„Ich hatte aber eigentlich nie das Gefühl, dass uns das Spiel nochmals entgleiten könnte“, merkte Koch nach dem Spiel zufrieden an. Auch nicht in der Phase zehn Minuten vor Spielende, als plötzlich mit Marc-Robin Eisel und Niklas Bayer gleich zwei SV-Spieler gleichzeitig für zwei Minuten des Feldes verwiesen wurden. In dieser Phase kamen die Gastgeber nochmals auf vier Tore heran, sehr zum Ärger der mitgereisten Zweibrücker Anhänger, die in diesen Szenen lautstark beklagten, dass beim Schiedsrichtergespann hier die Linie etwas verloren gegangen war, in vergleichbaren Situationen auf der anderen Seite die erwartete Konsequenz fehlte. Während dieser Unterzahlsituation verkürzten die Gastgeber vom 15:22 zum 18:22-Zwischenstand und witterten nun nochmals Morgenluft.

Es spricht aber durchaus für die Qualität des Drittligaabsteigers, dass er auch in diesen Szenen das Geschehen wieder an sich riss. Auch hier war es im Angriff insbesondere Marc-Robin Eisel, der immer dann, wenn er nicht konsequent bekämpft wurde, mit seinen gefährlichen Schlagwürfen erfolgreich war, am Ende mit sieben Treffern auch bester Torschütze der 64er war, obwohl auch er kurz nach der Halbzeitpause mit einem Siebenmeter-Heber übers Tor gescheitert war.

Viel schlechter als die Quote bei den SVlern waren hier allerdings die Gastgeber, die drei ihrer sechs Siebenmeter vergaben. Am Ende machten die 64er mit einem tollen Schlussspurt alles klar und zogen zum klaren 30:22-Auswärtssieg davon.

„Das war heute ein ganz wichtiger Sieg“, merkte nach dem Spiel auch Philipp Hammann an, der per Tempogegenstoß das letzte Tor für seine Mannschaft erzielt hatte. Vor vier Jahren, als sie nach ihrem erstmaligen Drittligaabstieg direkt wieder aufgestiegen waren, hatten sie im Auswärtsspiel in Saulheim nicht gewonnen, sondern nur Remis gespielt.

Gestern Abend ließen Löwen den zweiten Sieg innerhalb von 48 Stunden folgen. Gegen die HSG Bingen reichten den 64ern ganz starke zehn Minuten, in denen sie nach einem 0:2-Rückstand uneinholbar auf 10:2 davon zogen. Zur Pause führte die Gastgeber vor 350 Zuschauern in der Ignaz-Roth-Halle klar mit 16:9. Nach dem Wechsel kamen die Binger zwar noch einmal bis auf vier Tore heran (28:24), ernsthaft gefährlich wurden sie den Löwen aber nicht mehr. Am Ende stand ein ungefährdeter 32:25-Erfolg.

Durch den vierten Sieg im fünften Spiel bleibt der SV 64 auch in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Zwei Punkte liegt die Mannschaft von Trainer Axel Koch hinter der VTZ Saarpfalz und den HF Illtal, die beide noch eine weiße Weste besitzen. Das nächste Heimspiel absolviert der Oberliga-Dritte bereits am kommenden Samstag. Um 18 Uhr ist die TSG Friesenheim II zu Gast.