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SV 64 bringt TGS-Trainer zum Toben

 Florian Enders (links) steuerte zum überraschend klaren Sieg in Pforzheim vier Treffer für den SV 64 Zweibrücken bei. Foto: Marco Wille/pmd
Florian Enders (links) steuerte zum überraschend klaren Sieg in Pforzheim vier Treffer für den SV 64 Zweibrücken bei. Foto: Marco Wille/pmd FOTO: Marco Wille/pmd
Pforzheim. Einen couragierten Auftritt haben die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken bei der TGS Pforzheim hingelegt. Durch den klaren 28:20-Erfolg keimt wieder Hoffnung auf im Kampf gegen den Abstieg. Christian Gauf

Wichtiger Erfolg für den SV 64 Zweibrücken. Nach zwei Klatschen in der 3. Handball-Liga zum Jahresauftakt gelang nun ein sensationell anmutender 28:20 (12:4)-Auswärtssieg beim Tabellenfünften TGS Pforzheim . Die Grundlage für den höchsten Saisonerfolg legten die 64er dabei mit einer überragenden Abwehrleistung. Wobei Ladi Kovacin im SV-Tor auch überragend hielt, den starken Gastgeberrückraum mit seinen Paraden zum Verzweifeln brachte.

Bemerkenswert waren die 6:0- und 11:1-Zwischenstände (11./22.) einer an diesem Abend deutlich überlegenen Zweibrücker Truppe. "Wir sind sehr demütig nach Pforzheim gefahren, hätten nach der klaren Hinspielniederlage nie damit gerechnet, hier zu gewinnen", war SV-Trainer Stefan Bullacher nach diesem extrem wichtigen Auswärtssieg sehr zufrieden. Nachdem seine Mannschaft in der vergangenen Woche noch sehr nervös agiert hatte, der Druck des unbedingt Gewinnenmüssens die junge SV-Truppe merklich hemmte, spielten sie am Samstag "locker drauf los".

Wie sehr sich Andrej Klimovets, 2007er Weltmeister und Trainer der TGS, über die lasche Spielweise seiner Mannschaft ärgerte, war schnell zu erahnen. Sein erstes Team-Time-out nahm er in der achten Spielminute. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mannschaft mit 0:4 im Hintertreffen. Bemerkenswert war, dass er in der 22. Minute bereits seine zweite Auszeit nahm. Bis dahin hatte es seine Mannschaft gerade einmal geschafft, Ladi Kovacin im SV-Tor zu überwinden. Als Klimovets dann eine Schiedsrichterentscheidung lautstark kritisierte (20.), sah er zunächst die Gelbe Karte - da er nicht zu beruhigen war sogar eine Zeitstrafe. Seinen Frust äußerte er auch in der Pressekonferenz. "Heute habe ich nicht meine Mannschaft gesehen", sagte Klimovets, "dabei hatte ich sie in der letzten Woche immer gewarnt!"

In die gleiche Kerbe schlug der TGS-Mannschaftsverantwortliche Erich Wolf: "Wir haben heute nicht verstanden, dass man in dieser 3. Liga auch gegen einen Abstiegskandidaten zuhause vorgeführt werden kann." Dass mit Valentin Hörer der erfahrene Spielmacher krankheitsbedingt nicht mitwirken konnte, dürfte dem SV 64 allerdings schon in die Karten gespielt haben. Mit einer aggressiven 3:2:1-Abwehrformation gelang es immer wieder, enormen Druck aufzubauen, den starken Pforzheimer Rückraum derart unter Druck zu setzen, dass dieser in passives Spiel verfiel. Lediglich in der Schlussphase der ersten Hälfte, als Klimovets seinen bundesligaerfahrenen Schlussmann Daniel Sdunek für Jonathan Binder brachte, trafen die 64er nicht mehr so selbstverständlich. Während einer Zeitstrafe gegen Tim Burkholder erzielten die Gastgeber ihre beiden letzten Tore zum 4:12-Halbzeitstand.

Junioren-Nationalspieler Robin Egelhof war neben Max Sema, der den rechten Rückraumspieler Filip Prsa bearbeitete, einer der Garanten für den tollen Start in dieses Spiel. Doch auch nach dem Seitenwechsel spielten die Zweibrücker souverän weiter, bauten ihre Führung durch einen feinen Dreher Egelhofs, einen weiteren Treffer des starken Sema vom Kreis sowie einem Tor Burkholders in Unterzahl zum 15:4 aus (36.) "In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass heute etwas gehen könnte", erklärte Bullacher die Gemütslage seiner jungen Mannschaft, die in Pforzheim ihre beste Saisonleistung abrief. Als der SV 64 eine Viertelstunde vor Schluss noch 19:10 vorne lag, machte sich die Hoffnung auf den ersten Sieg des Jahres breit. Der von manchen erwartete Einbruch kam in diesem Spiel nicht.

"Heute sind wir einfach nur froh und stolz auf unsere Leistung", schloss Bullacher.

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Auf einen BlickSV 64 Zweibrücken: Kovacin und Lehr im Tor - Egelhof 5, Burkholder 3, A. Wöschler 5 - Abel 2, B. Zellmer 4 - Sema 5 - Enders 4/1, Denk, Waryas, Alt. cg