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Pferdesport
Stephanie Reinhard nicht zu stoppen

Stephanie und Ehemann Martin Reinhard als Co-Pilot siegten sowohl in der Dressur als auch im Gelände.
Stephanie und Ehemann Martin Reinhard als Co-Pilot siegten sowohl in der Dressur als auch im Gelände. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Die rheinland-pfälzische Kaderathletin hat am Wochenende beim Kutschenturnier auf der Zweibrücker Rennwiese brilliert. Von Cordula von Waldow

An der Zweibrücker Kutschenfahrerin Stephanie Reinhard hat am Wochenende kein Weg vorbeigeführt. Nach der Pfalzmeisterschaft sicherte sich die rheinland-pfälzische Kaderfahrerin beim großen Kutschenturnier des Vereins für Pferdefahrsport Westpfalz auf der Zweibrücker Rennwiese auch den Landestitel im Zweispänner der Ponys.

Mit Ehemann Martin Reinhard als Co-Pilot siegte sie sowohl in der Dressur als auch im Gelände. Mit dem Bronzeplatz im abschließenden Hindernisfahren gewann die 38-jährige Ergotherapeutin, die für die VRG Südwestpfalz anspannt, mit der kombinierten Prüfung der mittelschweren Klasse M auch die Landesmeisterschaft. „Das Gelände war extrem anspruchsvoll. In dem Berg-und-Tal-Hindernis in der großen Wellenbahn hatte ich Angst“, bekennt sie freimütig. Doch die beiden deutschen Reitponys Shaleen und Baron machten einen hervorragenden Job. Mit einem riesigen Satz folgte der eher wasserscheue Baron der mutigen Stute auch in das kühle Nass im Wasserhindernis.

Bereits vor dem Hindernisfahren hatte Reinhard so viel Vorsprung, dass sie sich sechs Abwürfe zwischen den eng gestellten Kegeln in dem Parcours mit 17 Hindernissen und 21 Toren hätte leisten können. „Hindernisfahren ist nicht gerade meine Paradedisziplin. Deshalb bin ich auf Nummer sicher gefahren“, freut sie sich über null Fehler trotz einiger Zeitstrafpunkte. Als einziger der sieben Starter blieb hier Martin Bolle vom FRZV Asbacher Land strafpunktfrei, so dass es kein Stechen um den Sieg gab. Vize-Landesmeister wurde Anja Habich (RFV Goddelau-Crumstadt) mit Mic‘s Sweet Diamond und Da‘Wicky vor Bernd Becker (FahrSV am Nürburgring) mit Bentje und Django. Martin Reinhard gewann mit seinem Erfolgspferd Tuelator in der kombinierten Prüfung Klasse M der Einspänner Pferde Silber. Nach Rang vier in allen Teilprüfungen, hatte er am Schluss rund sieben Strafpunkte mehr als Sieger Patrick Harrer (Pforzheimer Reiterverein) mit seinem auffälligen Holländer Schecken Junior.



Erneut den Landestitel gewann Otto Werst vom Zellertal-Donnersberger RuFV. Bei den Zweispänner Pferden wurde der einzige Rheinland-Pfälzer unter den fünf Teilnehmern Vierter in der Kombinierten Prüfung. Im Hindernisfahren mit Stechen gelang ihm der Sieg gegen Gesamtsieger Ewald Jakobi aus Hessen. Der erfahrene Pfälzer ist langjähriger Stammgast auf der Zweibrücker Rennwiese. Besonders das Gelände fand er höchst anspruchsvoll. „Ein Hindernis wie das Auf und Ab in der Wellenbahn bin ich in meinen 22 Jahren noch nicht gefahren“, sagte er. Sein Nachwuchspferd habe bei seinem erst zweiten Turnierstart die Herausforderung jedoch gut gemeistert. Das schwülwarme Wetter habe unter anderem auch seinen Pferden zu schaffen gemacht. Parcoursdesigner Alexander Flocke hatte den Fahrern der Klasse M fünf Hindernisse zu je fünf Toren „auf dem mittelschweren Niveau einer Landesmeisterschaft“ in den Weg gestellt. Er erklärte: „Der Anspruch liegt hier in der Topografie, nicht in den Toren. Es gibt überall Alternativen, so dass jede Klippe umfahren werden kann. Die allerdings kosten Zeit.“ In der A-Klasse waren lediglich vier Hindernisse ohne die Wellenbahn mit nur vier Toren zu meistern. Auch die Streckenlänge im Gelände ist mit 12 Kilometern für die Großpferde und 11 Kilometern für die Ponys jeweils 1000 Meter kürzer, als in der zweithöchsten Klasse M. Für die Gastgeber spannte Nick Schäfer bei den Einspännern Klasse A sein Pony Nadu an. Im Gelände fuhr er in die Platzierung und wurde Vierter. Nina Smeets vom RFV Limbach freute sich über zwei Schleifen in der Dressur der Pony Einspänner und über den Sieg im Zweispänner Klasse A. Elke Mohr vom RFV Weselberg war sehr zufrieden mit ihrem Nachwuchspferd. Mit dem achtjährigen Holländer Wallach James erreichte sie im Hindernisfahren die schnellste Zeit und gewann mit zwei Abwürfen Silber. „Er hat großen Spaß daran und zieht die Hindernisse regelrecht an“, freut sie sich.

Obwohl sie sich größere Startfelder gewünscht hätten, blickten auch die Gastgeber auf zwei gute Turniertage zurück. Von allen Seiten bekamen sie viel Lob, vor allem auch für den Kutscherabend. „Wir haben viele junge Helfer und waren besonders im sportlichen Bereich sehr gut besetzt“, blickt der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Arne Eis, zuversichtlich in die Zukunft des Vereins für Pferdefahrsport Westpfalz.