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LAZ Zweibrücken
Die Olympischen Spiele nur im Hinterkopf

 Nach einem Seuchenjahr soll es für LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens in diesem Jahr wieder hoch hinaus gehen.
Nach einem Seuchenjahr soll es für LAZ-Stabhochspringer Daniel Clemens in diesem Jahr wieder hoch hinaus gehen. FOTO: Wolfgang Birkenstock
Zweibrücken . Ganz ordentlich ist Daniel Clemens 2020 ins Wettkampfgeschehen gestartet. Obwohl der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken nach einer Seuchensaison gleich zu Beginn wieder mit Problemen zu kämpfen hatte. Von Svenja Hofer

Eine große Portion Optimismus und Tatendrang strahlt Daniel Clemens aus. Von kleinen Rückschlägen lässt sich der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken nicht aus der Bahn werfen. Und auch nach dem Seuchenjahr 2019, in dem er im Sommer von Verletzungen hart ausgebremst wurde, ist dem 27-Jährigen die Motivation nicht abhanden gekommen. Auch nicht, als im Januar nach einer bis dahin sehr guten Vorbereitung gleich wieder die Achillessehne zu zwicken begann.

„Im Endeffekt lief es im Training richtig super – da kann man auch schon viel rausziehen“, erklärt Clemen, dass er keinen Grund sieht, den Kopf hängen zu lassen. Die Verletzungen aus dem Vorjahr – Muskelfassriss und Probleme im Gleitgewebe der linken Achillessehne – waren auskuriert, im Dezember konnte er bereits gute Sprünge aus 18 Anlaufschritten machen, auch die Kraftwerte stimmten. „Dann kam jetzt die kleine Bremse. Aber durch diese Phase muss ich einfach durchkommen“, sagt der LAZ-Athlet zuversichtlich, nachdem ihm dieses Mal das Gleitgewebe an der rechten Achillessehne zu schaffen macht. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels, da schafft man das schon“, macht der Sportsoldat, der im vergangenen Jahr seinen Bachelor in „Internationales Management“ machte, klar. „Für den Kopf ist es einfach sehr gut, zu wissen, dass ich mir an meiner Achillessehne nichts kaputt machen kann. Es zwickt, aber sonst kann nichts passieren.“ Zwar fehle ihm seit Jahresbeginn etwas das Läuferische, aber das Springen funktioniere unter leichten Schmerzen. „Es geht in die richtige Richtung“, betont Daniel Clemens.

Und das hat er bereits zum Wettkampfauftakt bei den Rheinland-Pfalz-Hallenmeisterschaften in Ludwigshafen bewiesen. Mit 5,30 Metern sicherte er sich nicht nur den Sieg, sondern hakte auch gleich die Norm für die deutschen Meisterschaften unterm Hallendach am 22./23. Februar in Leipzig ab (wir berichteten). „Die Höhe war aus 14 Anlaufschritten in Ordnung. Ich haben meine Ziel erreicht und mich für die DM qualifiziert.“ Dort sicherte sich der LAZ-Höhenflieger im Vorjahr mit 5,50 Metern die Bronzemedaille.



Bis zu den nationalen Titelkämpfen will sich Daniel Clemens, der 2018 seine fünf Jahre alte Bestmarke um einen Zentimeter auf 5,61 Meter steigerte, immer weiter an seine Topform herantasten. Um erneut Chancen auf das Podium zu haben. Zuvor greift er aber an diesem Freitag noch beim 22. Internationalen Hallenmeeting in Chemnitz zum Stab. Dort plant Clemens aus 16 Schritten Anlauf zu springen. In Leipzig soll es dann nochmal zwei zurück auf 18 gehen. „Hoffentlich klappt das alles wie geplant und ich bin bis zur DM schmerzfrei.“ Danach geht es bereits recht schnell in die Vorbereitung auf die Sommersaison.

Für die meisten nationalen Spitzenathleten ist in diesem Jahr alles auf die Olympischen Spiele ausgerichtet ist. Im Hinterkopf von Daniel Clemens hat Tokio 2020 auch einen Platz. Doch er weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, die Norm (5,80 m) zu knacken und ein Ticket zu erhalten für ihn nicht die größte ist. „Olympia wird schwierig – da müsste schon ein kleines Wunder passieren“, erklärt der 27-Jährige, dessen Trainingskollege Raphael Holzdeppe in der Olympiasaison auf die Hallenrunde verzichtet. „Man gibt das große Ziel aber nie auf, bis es beschlossene Sache ist.“ Als realistischer schätzt Clemens allerdings die Teilnahme an den Europameisterschaften Ende August in Paris ein. Die Normhöhe (5,60m) hat der LAZ-Athlet allemal drauf. Es komme aber darauf an, ob die Tokio-Teilnehmer auch bei der EM starten oder nicht. „Das müssen wir abwarten und schauen, wo es für mich hingeht.“

Dabei sein will Daniel Clemens in diesem Sommer auf jeden Fall wieder bei der Freiluft-DM. Gewann er dort 2018 noch Bronze, musste er nach seinem Muskelfaserriss und verfehlter Norm im Vorjahr passen. „Die frühe deutsche Meisterschaft in Braunschweig (6./7. Juni) ist das erste Freiluft-Highlight.“ Weitere sollen folgen. Wichtig wäre es für Daniel Clemens, neben der Steigerung seiner Bestmarke, dabei „vor allem, gesund durch den Sommer zu kommen“.