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Sprachlosigkeit nach 0:4-Klatsche

 Der Zweibrücker Benjamin Arnold (blaues Trikot) versucht an Michael Schultz vorbeizukommen, kann sich gegen den FCK-Spieler aber nicht durchsetzen. Foto: Norbert Schwarz
Der Zweibrücker Benjamin Arnold (blaues Trikot) versucht an Michael Schultz vorbeizukommen, kann sich gegen den FCK-Spieler aber nicht durchsetzen. Foto: Norbert Schwarz FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Schwere Zeiten für den SVN Zweibrücken, auf dem Platz und in der Kasse. Bei der 0:4-Heimniederlage zeigte der 1. FC Kaiserslautern II dem SVN sportlich die Grenzen auf, SVN-Marketingmanager Jürgen Ländle später in der Pressekonferenz die finanziellen. Fritz Schäfer

SVN-Trainer Adis Herceg und sein Co-Trainer Pawel Biesiada saßen nach der 0:4 (0:3)-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern II noch lange auf ihren Stühlen am Spielfeldrand und verarbeiteten die 90 Minuten. "Ich bin enttäuscht, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Wir waren zu weit weg von den Gegenspielern und sind gar nicht in die Zweikämpfe gekommen", sagte Herceg bei der Pressekonferenz. "Jetzt müssen wir abwarten was passiert", sprach er auch an, dass vier, fünf Spieler den Verein verlassen und zwei neue kommen sollen (wir berichteten). "Am Montag gibt es einen Neustart", schaute der Trainer nach vorne.

"Ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich bin einfach sprachlos", sagte der sichtlich enttäuschte Spielführer Thorsten Hodel. Nach zehn Minuten abtasten, die der FCK brauchte, um sein Spiel umzusetzen, bestimmten die Gäste das Geschehen. Die Gastgeber ließen ihre Gegenspieler gewähren. So konnte in der 25. Minute Kevin Lahn ungehindert auf den freistehenden Sebastian Jacob flanken, der einköpfte.

Zehn Minuten später spielten sich die Gäste mit schnellen, kurzen Pässen durch. Die SVN-Spieler kamen immer zu spät. So hatte Lehn viel Zeit, den Ball in den Winkel zu schlenzen. Bei einem Freistoß patzte dann auch Torhüter Hodel. Der Ball landete vor den Füßen von Jan-Lucas Dorow (44.) der einschob. "Nach dem 1:0 war es ein leichtes Spiel", meinte FCK-Routinier Alexander Bugera. "In den bisherigen Spielen war es immer ganz schwer." Jacob setzte sich nach einem Pass in die Spitze gegen Banouas durch und erzielte in der 64. Minute den Endstand. Bei Kontern gegen die löchrige Abwehr, die zudem noch durch Fehlpässe erleichtert wurden, hätte der FCK noch erhöhen können. Anderseits hatten Jannik Sommer (75.) und Bruno Gomis (56.) die Chance zum Ehrentreffer. Beim Gomis-Schuss, den FCK-Torhüter Julian Pollersbeck abwehrte, gab es ebenso aufmunternden Beifall von den einheimischen Zuschauern, wie bei einer guten Reaktion von Nico Müller kurz später. Auch der Westpfalz Fan-Club schwang die blau-weißen Fahnen bis zum Schluss.

Auf diese Unterstützung hofft auch der Marketingmanager des SVN, Jürgen Ländle. Noch mehr aber auf die Hilfe der bisherigen und neuer Sponsoren. Denn "es klafft eine Lücke bei kurzfristigen Verbindlichkeiten". Das werde der Verein "auf die Reihe kriegen". Dazu würden die Ausgaben mit den Einnahmen in Einklang gebracht werden. Ländle: "Wir müssen sehen, was wir uns leisten können." Dazu wurde fünf Spielern angeboten, den Verein zu verlassen. Christian Telch (Goslarer SC), Rufat Dadashov (1. FC Saarbrücken ), André Fliess (FC Nöttingen) und Okan Günduz (unbekannt) haben nach Angaben des Vorsitzenden den Vertrag aufgelöst. Simon Maurer habe den Auflösungsvertrag noch nicht unterschrieben.

Zum Thema:

Auf einen Blick
SVN: Hodel - Müller, Banouas (81. Kern), Meisenheimer, Bach - Bouzid, Roller - Gomis (59. Peric), Jungbluth (59. Arnold), Sommer - Reljic.Tore: 0:1 (25.) Jacob; 0:2 (35.) Lahn; 0:3 (44.) Dorow; 0:4 (63.) Jacob. Gelbe Karten: Sommer, Reljic - Reichert. SR: Marco Unholzer.Zuschauer: 289. sf
Schritt in die richtige Richtung

Die ersten beiden dicken Torchancen der Partie hatte Neckarelz. Zunächst scheiterte Bogdan Müller (2.) am Homburger Torhüter David Buchholz und den Abpraller nutzte Danny Galm nicht. Der FC Homburg tat sich zunächst äußerst schwer. Gelungene FCH-Offensivaktionen fanden zunächst nicht statt. Stattdessen verzog Marcel Abel (18.) aus 15 Metern knapp den Ball über das Homburger Tor. Erst jetzt hatte der FCH seine erste dicke Torchance. Pech für den freigespielten Giancarlo Pinna, dass sein Heber (20.) über das Tor von Neckarelz ging. Danach aber verflachte die Partie zusehends, Strafraumszenen blieben äußerst rar. Als man schon mit einem torlosen Remis zur Halbzeitpause rechnete, schlug der FCH doch noch zu. Auf Zuspiel von Steven Kröner schoss Angelo Vaccaro den Ball aus zehn Metern an den Innenpfosten. Von hier kullerte der Ball über die Torlinie.

Nach dem Seitenwechsel wurde das Spielniveau von beiden Teams zwar nicht besser, aber der FC Homburg hatte genügend Torchancen, um das Spiel vorzeitig zu entscheiden. So musste Gäste-Torwart Marcel Wehr in der 50. Minute einen scharf hereingetretenen Eckball von Pinna entschärfen. Eine Minute später bekam Vaccaro eine Flanke von Andreas Gaebler mit dem Kopf nicht unter Kontrolle, so dass die Lederkugel über das Tor ging. Christian Grimm verzog nach einem Einwurf von Gallego den Ball aus halblinker Position (65.) knapp am Tor vorbei. Wer so viele Torchancen auslässt, wird normalerweise bestraft. Aber Ugur Bayazal vergab aus günstiger Position mit einem schwachen Kopfball die einzige Torchance für die Gäste. Kiefer: "Der Sieg war hochverdient, weil wir viele klare Torchancen hatten. Spielerisch haben wir noch viel Luft nach oben." mh
FCS und Elversberg klettern an Tabellenspitze

Matthew Taylor und Sven Sökler sorgten am Samstag quasi im Alleingang für den 2:1 (2:1)-Auswärtssieg des Drittliga-Absteigers 1. FC Saarbrücken beim FC Nöttingen. Dabei erwischten die Saarländer keinen guten Start. Nach elf Minuten traf Torjäger Michael Schürg für die Gastgeber. Dann aber bestimmte der FCS die Partie und konnte sie noch vor der Pause drehen. Taylor (16.) und Sökler (24.) erzielten die Treffer. Nach einer Roten Karte für Nöttingens Hohn (36.) brachte Saarbrücken den Auswärtssieg in Überzahl souverän über die Zeit.
Erste Pleite für Elversberg



Die SV Elverberg hat im Heimspiel gegen Kickers Offenbach die erste Saisonniederlage kassiert. Drei Minuten vor dem Ende erzielte Mittelfeldspieler Christian Cappek den 1:0-Treffer für die Gäste. Nach 73. Minuten hatte sich die SVE selbst dezimiert. Der gerade eingewechselte Jeremy Karikari flog nach grobem Foulspiel mit Rot vom Platz.

Zum Thema:

Auf einen Blick
FCH: Buchholz - Gaebler, Noll, Hallet, Stegerer - Kilian, Kröner - Pinna (76. Schäfer), Grimm (71. Deutsche), Gallego - Vaccaro (87. Wolf).Tor: 1:0 (45. + 1) Vaccaro: Gelbe Karten: Kröner (4), Kilian (2), Noll - Winkler, Schäfer.Schiedsrichter: Beck. Zuschauer: 735. mh

 An Marc Gallego (FCH, links) ist für Marcel Busch kein Vorbeikommen. Foto: Markus Hagen
An Marc Gallego (FCH, links) ist für Marcel Busch kein Vorbeikommen. Foto: Markus Hagen FOTO: Markus Hagen