| 20:18 Uhr

Sportkolumne
Weit entfernt vom Sportgedanken

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ja, derweil kochen Emotionen im Sport über. Meist – glücklicherweise – im positiven Sinne. Doch auch vor Frust und Enttäuschung ist niemand gefeit. Das gehört zum Spiel. Das, was sich am Samstag jedoch bei Wormatia Worms gegen den FK Pirmasens abspielte, hat mit Fußball – und Fan-Sein – rein gar nichts zu tun. Von Svenja Hofer

Nach dem späten Ausgleichstor des ehemaligen Wormser Spielers Marco Steil kletterten zwei Zuschauer über den Zaun, einer von ihnen attackierte FKP-Trainer Peter Tretter von hinten mit einem Schlüssel am Kopf. Tretter ging blutend zu Boden. Bedrückende Bilder, eine kriminelle Tat, die im Stadion – und auch sonst nirgendwo – etwas zu suchen haben. Unfassbare Szenen in einem ganz normalen Punktspiel der vierten Liga, das die geschockten Pirmasenser nach 15-minütiger Unterbrechung zu Ende bringen mussten, um nicht womöglich noch den einen Punkt aberkannt zu bekommen. Irrsinn.

Mit Pfiffen, Beleidigungen und häufig sinnloser Kritik von außen müssen Sportler umgehen lernen. Solche Attacken aber, die nicht nur dem Verein, sondern dem gesamten Fußball schaden, gehören bestraft. Es ist vielleicht nicht verwerflich, über 90 Minuten – mal mehr, mal weniger kritisch, mal laut, mal leise – mitzugehen. Das gehört zum Sport, macht ihn aus. Auch der Fußball lebt von den Fans. Den wirklich echten, die sich auch an schlechten Tagen bewusst sind: Es ist doch nur ein Spiel.