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Sportbund zieht Bilanz
Sportbund bemängelt „viel zu wenig“ Zuschüsse

Zu Horst Eckel (hier ein Bild von 2014), Mannschaftsmitglied der Deutschen Fußballweltmeistermannschaft von 1954, wird ab Juli eine Ausstellung in Hauenstein eingerichtet.
Zu Horst Eckel (hier ein Bild von 2014), Mannschaftsmitglied der Deutschen Fußballweltmeistermannschaft von 1954, wird ab Juli eine Ausstellung in Hauenstein eingerichtet. FOTO: Markus Scholz / picture alliance / dpa
Kaiserslautern/Zweibrücken. Jahrespressegespräch: Das Land gebe seit 1995 immer weniger für Fachverbände und Übungsleiter. Im Mai wird Präsident Dieter Noppenberger aufhören, ab Juli ist eine Ausstellung über Horst Eckel geplant. Von Eric Kolling

Bei seinem Jahrespressegespräch in Kaiserslautern hat Sportbund-Pfalz-Geschäftsführer Martin Schwarzweller am Dienstag die schwindenden Zuschüsse der Landesregierung kritisiert. Bei der Finanzausstattung des Landes für Fachverbände und Übungsleiter beispielsweise befinde man sich unter der Förderungshöhe der 1990er Jahre. „Das ist viel zu wenig“, monierte Schwarzweller laut Mitteilung. Mit den „uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen wir, so gut es geht zu wirtschaften“, fuhr er fort. Finanziell bleibe die Lage beim Sportbund Pfalz, der letztes Jahr 4800 Teilnehmer bei 204 Aus- und Fortbildungsveranstaltungen zählte, angespannt. 1995 hatte das Mainzer Innenministerium über den Landessportbund (LSB) dem Pfälzer Sportbund 4,6 Millionen Euro für Fachverbände und Übungsleiter überwiesen, erläuterte Sportbund-Pfalz-Sprecher Asmus Kaufmann auf Merkur-Nachfrage. Vergangenes Jahr lag die Förderung nur noch bei 3,8 Millionen Euro, sagt Kaufmann.

Joachim Winkler, Sprecher des Innenministeriums, gibt an, dass sich seit 2003 die angesprochenen Gelder mit Ausnahme geringer Schwankungen etwa 2008 durch Mindereinnahmen aus Oddset-Geldern kaum verändert hätten. Seit 2012 sei man stets mit rund 16,7 Mio. im Sport „geradeaus gefahren“, während in anderen Bereichen des Landeshaushalts wegen der Schuldenbremse kontinuierlich gekürzt worden sei. Der LSB habe in den letzten zehn Jahren weder Haushaltsansätze verändert noch Extra-Gelder gefordert. Winkler: „Im Übrigen lassen sich Vergleiche mit der Sportförderung in 1995 nicht ziehen, da zum damaligen Zeitpunkt der rheinland-pfälzische Sport komplett aus Lotto-Mitteln finanziert war.“

Letztlich hat der Sportbund Pfalz 2017 aber doch Geld verteilt: 986 000 Euro gingen aus Programmen für Baumaßnahmen an 112 Vereine, seit 2013 habe der Sportbund in der Pfalz den Kauf von 70 Defibrillatoren für Sportstätten und Vereine im Gesamtwert von 50 000 Euro unterstützt, berichtete Martin Schwarzweller beim Jahrespressegespräch. Ebenfalls 50 000 Euro erhielt die Sportjugend Pfalz 2017 erstmals für ihre Bildungsarbeit vom Landesamt für Soziales. Das Geld sei in die pfälzischen Vereine geflossen, die bestimmte Kriterien in ihrer Jugendarbeit erfüllten.



Ein wenig Geld bei Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgeldern dürfte der Sportbund künftig im Rahmen einer Schrumpfkur – offiziell „Verschlankung im administrativen Bereich“ – sparen, auch wenn das laut Sprecher Asmus Kaufmann nur ein Nebeneffekt ist. So soll bei der vierjährlichen Mitgliederversammlung am 26. Mai in Germersheim eine Satzungsänderung beschlossen werden, die die Abschaffung der „Ressortzuständigkeiten“ bei „Bildung“, „Sportentwicklung“, „Breitensport“ und „Marketing“ bei Präsidiumsmitgliedern vorsieht. Damit würden auch die vier gleichnamigen Ausschüsse wegfallen. Ziel ist es, Fachgremien nur zusammenzurufen, wenn es notwendig ist. „Wir versprechen uns dadurch ein noch effektiveres Arbeiten im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt“, sagt Schwarzweller. Konkret würden die Hauptamtlichen entlastet, weil der Arbeitsaufwand durch das Verfassen von Einladungen oder das Aufsetzen von Protokollen entfalle, so Kaufmann.

Im Mai in Germersheim wird auch die 20-jährige Amtszeit von Sportbund-Pfalz-Präsident Dieter Noppenberger enden. Er stellt sich nicht mehr zur Wahl. „1998 habe ich in Germersheim das Amt erstmals angetreten, 2018 werde ich auch hier meine Laufbahn beenden. Das Präsidium des Sportbundes wird der Mitgliederversammlung – als höchstem Gremium des Sportbundes – Elke Rottmüller als neue Präsidentin vorschlagen“, so Noppenberger. Auch der bisherige Vizepräsident „Bildung“ Dieter Krieger tritt nicht mehr an.

Besonders in den Fokus nehmen will der Sportbund Pfalz ab dem 4. Juli den 85-jährigen Fußballer Horst Eckel, den letzten noch lebenden Akteur der deutschen Weltmeisterelf von 1954. Geplant ist eine Sonderausstellung, bei der man neben dem Sportler auch den mit seiner Heimatregion verwurzelten und geerdeten Menschen „Horst Eckel“ zum Thema machen möchte.

Zu sehen sein wird diese im Pfälzischen Sportmuseum in Hauenstein. Dieses blicke übrigens auf eine erfolgreiche siebenjährige Geschichte mit vielen Sonderausstellungen und interessanten sporthistorischen Veranstaltungen zurück, teilte der Sportbund Pfalz mit. Dieses Jahr starte man mit den Planungen einer räumlichen Erweiterung im Obergeschoss des Deutschen Schuhmuseums Hauenstein. Damit bekäme das Sportmuseum weitere 200 bis 250 Quadratmeter Ausstellungsfläche dazu.