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Handball-Saarlandpokal
Souveräne und überraschende Auftritte

Teilweise erbitterte Kämpfe haben sich die Teams im Halbfinalturnier des Saarlandpokals geliefert. Am erfolgreichsten schnitten die VTZ um Moritz Baumgart (re.) und der TVN, hier Torsten Bas ab.
Teilweise erbitterte Kämpfe haben sich die Teams im Halbfinalturnier des Saarlandpokals geliefert. Am erfolgreichsten schnitten die VTZ um Moritz Baumgart (re.) und der TVN, hier Torsten Bas ab. FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Der Oberligist VTZ-Saarpfalz und der Saarlandligist TV Niederwürzbach sichern beim Halbfinalturnier in Zweibrücken den Einzug ins Final Four um den saarländischen Handballpokal. Von Jadran Pesic

Die Handballer der VT Zweibrücken sehen am Sonntagabend sehr zufrieden aus. Nach drei Siegen im selbst ausgerichteten Halbfinalturnier im Saarlandpokal ist das Team von Trainer Danijel Grgic souverän ins Final Four eingezogen. Für die größte Überraschung des Tages sorgte Saarlandligist TV Niederwürzbach, der sich überraschend gegen die HSG Völklingen durchsetzte und so das zweite Ticket für das Finalturnier am Ostermontag buchen konnte. Dann treffen siemit dem SV 64 Zweibrücken und den HF Illtal auf die beiden besten Teams des zweiten Halbfinalturniers.

„Ich kann meiner Mannschaft nur ein dickes Lob aussprechen. Sie hat tolle Moral gezeigt und es sich verdient“, kommentierte TVN-Trainer Christian Schöller das Weiterkommen seiner Mannschaft und fügt an: „Das muss man sich mal vorstellen. Wir sind als Saarlandligist erneut unter den Top-Vier-Mannschaften des Saarlands.“ Auch die VTZler freuten sich über den erneuten Einzug ins Final-Four. „Ich denke wir haben das souverän gelöst. Es freut mich persönlich auch, dass es auch der TVN erneut geschafft hat, sich zu qualifizieren“, sagte VTZ-Torhüter Yannic Klöckner, der in allen drei Partien gute Leistungen zeigte. Da Rouven Latz immer noch wegen seiner Verletzung an der Mittelhand fehlt, war die ganze Last auf den Schultern von Klöckner. „Ich muss zugeben, dass ich immer noch etwas geschwächt bin. Dennoch hat mir das Wochenende gut getan und ich konnte vor Rundenbeginn nochmal etwas Selbstvertrauen tanken“, erklärte die Zweibrücker Nummer eins nach längerer Krankheit.

Die Zweibrücker, die am Freitag bereits gegen den Drittligisten TuS Dansenberg ein Vorbereitungsspiel ausgetragen hatten, zeigten sich am Sonntag vom ersten Moment an sehr konzentriert. Im ersten Spiel bekamen sie es mit dem TVN zu tun, der durch zwei Treffer von Rechtsaußen Thorsten Bas mit 1:0 (2.) und 2:1 (3.) in Führung gehen konnte. In der Folge aber zeigte der Oberliga-Spitzenreiter, was ihn so stark macht. Aus einer aggressiven und sehr beweglichen Deckung heraus eroberten sie sich einen Ball nach dem anderen und zogen auf 7:2 davon. Zur Halbzeit führten sie bereits mit 11:4 und ließen so keine Zweifel aufkommen, wer die Partie würde für sich entscheiden. Die Hausherren blieben am Drücker und zogen ihr Spiel konsequent durch. Niederwürzbach fing schon an, die ersten Kräfte für die kommende Partie zu sparen. Besonders stark präsentierte sich VTZ-Linksaußen Richard Wilga, der fünf teilweise spektakuläre Treffer zum Sieg beisteuerte. Am Ende gewann die VTZ mit 25:12.



In der zweiten Partie setzte sich der Oberligist HSG Völklingen gegen den Verbandsligisten TuS Brotdorf II mit 28:10 durch. Gleich danach musste die HSG erneut aufs Feld. Sie bekam es mit dem TVN zu tun, der sich im Gegensatz zu ersten Partie viel effektiver präsentierte. Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, wobei der Saarlandligist leichte Vorteile für sich verbuchte. Ohne dabei wirklich Kapital rausschlagen zu können. Zur Halbzeit stand es 12:12. Und es blieb bis zum 16:16 eng. Danch nutzte die Mannschaft von Trainer Christian Schöller Nachlässigkeiten des Oberligisten gnadenlos aus und ging mit 19:16 in Führung. Die HSG verkürzte zwar nochmal auf 18:19, zu mehr reichte es aber nicht mehr. Am Ende stand ein etwas überraschendes 21:20 für den TVN auf der Anzeigetafel. 

Mit dem Underdog aus Brotdorf hatte danach die VTZ keine Probleme, gewann locker und leicht mit 27:9. Da auch der TV Niederwürzbach die gegen den TuS gewann (21:15), war vor dem letzten Spiel des Tages die Konstellation wie folgt: Bei einem Sieg der Zweibrücker oder einem Unentschieden, würde der Saarlandligist aus Niederwürzbach gemeinsam mit der VTZ ins Finale einziehen. Sollte die HSG Völklingen die Partie für sich entscheiden, wäre Niederwürzbach draußen. Die VTZ konnte nur noch bei einer Niederlage mit mindestens 13 Toren Unterschied aus dem Pokal ausscheiden. Die Zweibrücker, die erst vor drei Wochen gegen die HSG Völklingen in der Oberliga gespielt hatten, hatten in der Anfangsphase große Probleme mit dem Ligakonkurrenten. Nach nicht einmal sechs Minuten lagen sie mit 2:4 in Rückstand. Nur langsam stellten sie sich auf die junge Truppe der HSG ein, die in einer sehr aggressiven Abwehrarbeit ihr Glück suchte. Die VTZ musste ab der zwölften Minute auf Kapitän Philip Wiese verzichten, der nach einem harten Einsteigen nicht mehr mitwirken konnte. Diese Verletzung schien die paar letzten Prozente aus der Grgic-Truppe zu kitzeln, die in der Folge immer stärker wurde. So lag der Gastgeber zur Pause mit 9:8 vorne. Auch wenn die Partie gerade zunächst eng blieb, wuchs langsam aber sicher das Gefühl, dass die VTZ sich den Sieg nicht mehr nehmen lassen würde. Vor allem Rückraumspieler Tomas Kraucevicius und Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin waren jetzt kaum zu halten. Am Ende gewann die VTZ mit 18:15 und konnte gemeinsam mit dem TVN den Einzug ins Finale feiern. Am Ostermontag geht es dann um alles. Mit den HF Illtal und dem SV 64 Zweibrücken ist die Crème de la Cème des saarländischen Handballverbandes dabei und macht Jagd auf den Titelverteidiger VT Zweibrücken.