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VTZ-Silvesterlauf
Alle Jahre wieder verlangt die Strecke den Teilnehmern alles ab

 Gleich vorneweg im Starterfeld des 41. VTZ-Silvesterlaufs: der spätere Sieger Stefan Gaub mit der Nummer 126.
Gleich vorneweg im Starterfeld des 41. VTZ-Silvesterlaufs: der spätere Sieger Stefan Gaub mit der Nummer 126. FOTO: Norbert Schwarz / nos
Zweibrücken. Stefan Gaub hat am Samstag souverän den Silvesterlauf der VT Zweibrücken durch den Fasaneriewald gewonnen.

(cos) Unangefochten – mit mehr als einer Minute Vorsprung – überquerte der erfahrene Läufer Stefan Gaub die Ziellinie beim traditionellen „Silvesterlauf“ der VT Zweibrücken. 30 Läuferinnen und Läufer waren vom oberen Endpunkt des Wildrosengartens in der Fasanerie vom VTZ-Verantwortlichen Peter Stauch auf die 4,8 Kilometer lange Strecke geschickt worden. Die den Laufenthusiasten unter denkbar schlechten äußeren Bedingungen alles abverlangte.

Eine halbe Stunde vor dem Start des Traditionslaufs wartet das Trio Christine Port, Holger Tscheu und Sebastian Mayer mit Schreibbrett, Schreibzeug und Starterlisten gewappnet auf die Teilnehmer und den Beginn. In Trainingsanzügen und Regenjacken trotzen sie der spürbaren Kälte und dem blasenden Dezemberwind. Der Dauerregen vom Vormittag hat immerhin eine Verschnaufpause eingelegt. Dort, wo die uralte Fasaneriemauer des Wildrosengartens den Knickpunkt zum Romantikhotel macht, wird aus in einer Tüte mit Sägemehl eine handbreite Spur über den stark aufgeweichten Feldweg gelegt. An diesem Punkt werden sich 30 Minuten später 30 Starter versammeln. Nach und nach trudeln die Teilnehmer ein. Die Stimmung ist großartig. Jeder Neuankömmling wird mit großem Hallo begrüßt. Man kennt sich untereinander. Viele sind in Lauftreffs das Jahr über mehr oder weniger oft auf den Trainings- und manchmal auch Wettkampfstrecken zusammengekommen. Als einige Teilnehmer sich gar in kurzer Kleidung aufwärmen, entfährt es dem stellvertretenden VTZ-Vorsitzenden Martin Graßhoff: „Wahre Männerbeine.“

Der sportliche Geist ist für gerade mal eine Stunde an allen Ecken und Enden zu spüren. Laufenthusiasten sind sie alle, die, gleich ob weiblich oder männlich, den inneren Schweinehund überwunden haben und sich selbst bei diesem anstrengenden Lauf bestätigen wollen. Einfach werde es für die Teilnehmer nicht, dessen sind sich Port, Mayer und Tscheu einig. Vor allem der Mittelbereich der 4,8 Kilometer mit dem Treppenaufstieg mit gefühlten 100 Stufen und Podest dazwischen hoch zur Esebeckstraße werde allen mächtig in die Knochen, sprich Waden,  gehen. Bereits zum 41. Mal, wie Laufkenner Sebastian Mayer erklärt, machen sich die Sportler bei dieser Veranstaltung auf die Strecke im Fasaneriewald. Nach einem Favoriten für den Sieg befragt, kommt sein Urteil prompt: „Stefan Gaub! Wenn er am Start ist, dann liegt er immer unter den Top-Drei.“



Hightech gab es bei dieser Sportveranstaltung mit viel Esprit wie üblich nicht. Margit Schultheiß durfte mehrfach ungetadelt die Ziellinie überqueren, weil jegliche Elektronik fehlte. Beifall für alle gab es beim Zieleinlauf trotzdem. Und gar eine Laola-Welle für den Laufletzten, Michel Rastoul. Für die 4,8 Kilometer hatte dieser die doppelte Laufzeit des Siegers benötigt. Anstrengend sei der Lauf tatsächlich gewesen, meinte der 31-jährige Stefan Gaub, der nach 19:09 Minuten ins Ziel kam. Gaub hat seinen Lebensmittelpunk aus beruflichen Gründen inzwischen in den Frankfurter Raum verlegt, ist aber nach wie vor VTZ´ler mit Leib und Seele ist. Ein- oder zweimal gewann Gaub nach eigenen Worten den Lauf. Die 23-jährige Medizinstudentin Aline Salzmann läuft sonst für den TV Lemberg, ist aber in einer Zweibrücker Laufgruppe und startete erstmals beim Silvesterlauf. Für sie als Mittelstrecklerin mit reichlich Lauferfahrung – selbst bei deutschen  Jugendmeisterschaften – ist die Strecke schon eine Herausforderung gewesen, aber sie hatte „viel Spaß“.  Das findet auch der Zweitplatzierte Adam Sossalla, gleichfalls ein Premierenteilnehmer im Starterfeld. Der immer freundliche Postbeamte Michael Raab kehrt immer wieder zu den Laufwurzeln wie am Silvesterlauf zurück, obwohl es diesen inzwischen mehr zu Pedaltretern bei den „Contwiger Luftpumpen“ verschlagen hat. „Anstrengend war es auf jeden Fall, die Ausdauer ist noch da, aber die Laufschnelligkeit fehlt mir, das habe ich heute gemerkt“, erklärt er.

Martin Graßhoff kam an der Spitze des Schlussfeldes ins Ziel. Die Kleidung komplett verdreckt und von den Bodenkontakten stark gekennzeichnet. „Ich habe zweimal den Halt verloren, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht.“ Graßhoff räumt auch mit der Namensgebung für die sportliche Veranstaltung auf. Es gebe einen einstimmigen Beschluss in der Leichtathletikabteilung, nach welchem dieser Lauf den anfänglichen Namen „Silvesterlauf“ tragen soll. „Silvesterlauf im Advent, warum nicht, es ist ein Traditionslauf.“