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Fußball
Sieger in der Staubschlacht

Staubverdreckt zeigte sich die U 23 des FC Homburg als neuer Stadtmeister auf dem kaum bespielbaren Hartplatz des TuS Wörschweiler. Der Saarlandligist verteidigte mit einem klaren 4:0-Finalsieg über den SV Schwarzenbach seinen Vorjahrestitel erfolgreich.
Staubverdreckt zeigte sich die U 23 des FC Homburg als neuer Stadtmeister auf dem kaum bespielbaren Hartplatz des TuS Wörschweiler. Der Saarlandligist verteidigte mit einem klaren 4:0-Finalsieg über den SV Schwarzenbach seinen Vorjahrestitel erfolgreich. FOTO: Markus Hagen
Wörschweiler. Der FC Homburg II ist der alte und neue Homburger Fußball-Stadtmeister. Das Turnier litt unter den katastrophalen Platzbedingungen. Von Markus Hagen

Mit einem 4:0 (1:0)-Sieg im Finale gegen den SV Schwarzenbach verteidigte das Saarlandligateam des FC Homburg nach Treffern von Valdrin Dakaj (2), Fabio Castiglione und Tim Klotsch am Sonntagabend bei den Homburger Fußball-Stadtmeisterschaften seinen Titel aus dem Vorjahr. Platz drei ging an die SG Erbach, die sich durch Tore von Andreas Wolf, Benjamin Reuschl und Janek Kessler gegen den Verbandsligaaufsteiger Spielvereinigung Einöd-Ingweiler mit 3:0 durchsetzte.

Die Austragungsstätte, ein  schwer bespielbarer Hartplatz auf dem Gelände des Ausrichters TuS Wörschweiler, sorgte bei allen Beteiligten für Kopfschütteln. „Unzumutbar. Frechheit“, so die Unmutsäußerungen von Zuschauern, Spielern und Trainern aller elf beteiligten Mannschaften. Volker Weis, Spartenleiter Fußball des Sportstadtverbandes Homburg: „Ich verstehe die Unmutsäußerungen. Der Platz ist wirklich kaum bespielbar.“ Nicht nur, dass bei der Hitze der Platz staubtrocken war und während des Spiel die Protagonisten von Staubwolken umhüllt kaum mehr zu sehen waren – auch die Beschaffenheit des Platzes sorgte für Aufregung. Jan Berger, Spielertrainer des SV Schwarzenbach: „Teilweise kommt schon der Schotter unterhalb der roten Erde raus. Es sind größere Steine zu sehen. Die Verletzungsgefahr war riesengroß. Auf einem solchen Gelände darf keine Stadtmeisterschaft stattfinden.“

Die Qualität der Stadtmeisterschaft litt unter den Bedingungen. Denn jeder Club hatte fast ausschließlich Spieler der zweiten Mannschaft ins Rennen geschickt. 14 Tage vor Saisonbeginn wollte man kein Verletzungsrisiko eingehen. Weis bedauerte, dass zum Beispiel der FSV Jägersburg nicht wie in den letzten Jahren mit seinem Oberligateam antrat. „Der TuS Wörschweiler wollte die Stadt Homburg auf den miserablen Zustand seines Platzes durch die Präsenz der Öffentlichkeit bei dieser Meisterschaft aufmerksam machen“, so Weis. Ob sich Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind am Sonntagabend davon beeindrucken ließ? Ohne finanzielle Aufwendungen wird es für den TuS Wörschweiler kaum möglich sein, am Zustand seines Hartplatzes etwas zu ändern.



 Mehr schlecht, als recht wurde somit an vier Tagen auf dem „Bolzplatz“ in Wörschweiler gespielt. Im ersten Viertelfinalspiel am Samstag hatte der Aufsteiger zur Verbandsliga Nord-Ost, Spielvereinigung Einöd-Ingweiler, mit einem 4:0-Sieg durch Treffer von Jannik Heusser (2), Kevin Kozdra und Dominik Jost gegen den SV Beeden keine Probleme, sich für das Halbfinale zu qualifzieren. Titelverteidiger FC Homburg II setzte sich durch Tore von Valdrin Dakaj (2), Robin Hottenbacher und Tim Schneider bei zwei Gegentreffern durch Jan Ruffing gegen den SV Kirrberg mit 4:2 durch. Max Murr (2), Anto Radelic, Carlos Zalaru und Marin Dujmovic schossen den SV Schwarzenbach gegen den TuS Lappentascherhof 5:0 ins Semifinale. Dieses hatte auch die SG Erbach durch einen 2:0-Sieg nach Treffern von Janek Kessler und Marc Oliver Roth gegen den TuS Wörschweiler erreicht. Im ersten Halbfinale stand es zwischen dem FC Homburg II und der Spielvereinigung Einöd-Ingweiler 1:1 nach zweimal 25 Minuten. Tim Schneider (FCH) und Dominik Jost (Einöd) trafen. Mit einem 5:4-Sieg im Elfmeterschießen kam der FC Homburg II ins Endspiel, das dann auch der SV Schwarzenbach mit einem 1:0-Sieg durch das Tor von Dujmovic gegen die SG Erbach erreichte.

 Im Finale hielt der Landesligist aus Schwarzenbach gegen den klar favorisierten Saarlandligisten aus Homburg in der ersten Halbzeit mit. Es dauerte bis zur 40. Minute ehe Fabio Castiglione das 1:0 für den Favoriten erzielte. Zwei Minuten später hätte der SV Schwarzenbach durch Niklas Ecker fast ausgelichen. Aber seinen Schuss fischte Niclas Schurig von der Torlinie. In der zweiten Halbzeit kam bei Homburg die spielerische Überlegenheit deutlicher zum tragen. Valdrin Dakaj (55./78.) und der eingewechselte Tim Klotsch (81.) schraubten das Ergebnis zum 4:0-Endstand in die Höhe. Schwarzenbachs Spielertrainer Jan Berger: „Vielleicht wäre es enger geworden, wenn wir vor der Pause die Großchance zum 1:1 genutzt hätten. In der zweiten Halbzeit hat Homburg seine Torchancen eiskalt ausgenutzt – auch weil wir konditionell nicht mehr mithalten konnten. Der Sieg war für den FCH auch in der Höhe verdient.“ Homburgs Trainer Andreas Sorg fand, „dass sich seine Spieler trotz des ungewohnten Untergrunds ganz hervorragend gezeigt hätten.“ Man habe trotz Hitze, Staub und roter Erde Charakter gezeigt und die Stadtmeisterschaft verdient nach Homburg geholt.

 Im kommenden Jahr wird die Spielvereinigung Einöd-Ingweiler anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens Gastgeber des Turniers sein. Auf einem erst in diesem Jahr erneuerten Kunstrasen dürften die Fußballteams dann bessere Bedingungen vorfinden.