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Weltfußballerin in der JVA
Junge Frauen kicken in JVA mit Weltfußballerin Nadine Keßler

Weltfußballerin Nadine Keßler hält gemeinsam mit der Frauenmannschaft der JVA Zweibrücken den gewonnenen Sepp-Herberger-Pokal in die Höhe.
Weltfußballerin Nadine Keßler hält gemeinsam mit der Frauenmannschaft der JVA Zweibrücken den gewonnenen Sepp-Herberger-Pokal in die Höhe. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Der ehemalige Profi war anlässlich des Sieges beim Sepp-Herberger-Pokal zu Gast in der Zweibrücker Justizvollzugsanstalt. Von Volker Baumann

Kicken mit einer Weltfußballerin. Das durften am Samstag einige junge Frauen aus dem Strafvollzug der JVA Zweibrücken, als Nadine Keßler zu Besuch war. Im Juni spielten acht Männermannschaften und vier Frauenteams mit zusammen 140 Sportlern in der Jugendstrafanstalt Berlin um den Sepp-Herberger-Pokal. Bei der zehnten Auflage des bundesweit größten Fußballturniers im Jugendstrafvollzug ging der Siegerpokal bei den Frauen an die Justizvollzugsanstalt (JVA) Zweibrücken. Als Botschafterin der DFB-Stiftung Sepp Herberger Nadine Keßler daher am vergangenen Samstag in ihre pfälzische Heimat, um das siegreiche Team in Zweibrücken zu besuchen.

Keßler, die 1988 in Landstuhl geboren wurde, ist eine ehemalige deutsche Profifußballspielerin. Zwischen 2004 und 2009 kickte die Mittelfeldspielerin beim 1. FC Saarbrücken hauptsächlich in der 2. Bundesliga und erreichte mit dem Verein zweimal den Aufstieg in Liga eins. Dort wurde sie 2006 mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber als beste Nachwuchsspielerin ihres Jahrgangs ausgezeichnet. Nach dem zweiten Aufstieg wechselte sie 2009 zum 1.FFC Turbine Potsdam. Seit 2011 spielte sie für den VfL Wolfsburg. Mit Potsdam und Wolfsburg wurde sie vier Mal deutsche Meisterin und gewann dreimal die Champions League. 2014 wurde Nadine Keßler, Schlüsselspielerin bei den Wolfsburger Erfolgen in Meisterschaft und Champions League, zu Europas Fußballerin und zur Weltfußballerin des Jahres gewählt. Seit 2010 gehörte sie außerdem zum Kader der deutschen Nationalmannschaft, mit der sie 2013 Europameisterin wurde. Im April 2016 beendete sie verletzungsbedingt ihre Karriere. Seit dem Sommer 2016 ist Keßler zusammen mit Camille Abily, Verónica Boquete, Laura Georges, Stephanie Houghton und Lotta Schelin UEFA-Botschafterin für die Entwicklung des Frauenfußballs. Daneben ist sie seit März 2017 Beraterin zur Überwachung der Entwicklung des Frauenfußballs bei der UEFA in Nyon am Genfersee.

Mit den jungen siegreichen Frauen des Strafvollzugs in der JVA Zweibrücken tauschte sie sich am Samstag bei ihrem Besuch rege aus, diskutierte mit ihnen nicht nur über fußballerische Leistungen. Zuvor hatte sie sich bei einem Rundgang mit der stellvertretenden Anstaltsleiterin Sandra Gauf insbesondere über Ausbildung und Frauenvollzug in Zweibrücken informiert. Selbstverständlich zeigte die Weltfußballerin bei einem gemeinsamen Training auch technische Glanzstückchen, die von den Mitspielerinnen immer wieder mit Applaus bedacht wurden.