| 00:00 Uhr

Sekunden vor Schluss Punkt gerettet

Mainz. In einem turbulenten Spiel haben sich die Handballerinnen des SV 64 einen Punkt bei der SG Mainz-Bretzenheim erkämpft. Erst Sekunden vor dem Ende sicherte Joline Müller mit ihrem Treffer das Remis. Christian Gauf

Einer Achterbahnfahrt hat das Handball-Oberligaspiel der SV64-Frauen geglichen. "Das war eine ganz verrückte Partie", sagt Trainer Martin Schwarzwald nach dem 33:33 (15:15) bei der Drittliga-Reserve der SG Mainz-Bretzenheim. Wie erwartet, traten die Gastgeberinnen mit Lea Schuhknecht und Lara Leuckefeld verstärkt durch zwei Leistungsträgerinnen der Ersten an. Zunächst nahmen diese jedoch auf der Bank Platz.

Zweibrücken übernahm die Initiative, zog auf 4:1 weg. Die SV-Truppe kombinierte gut, die Abwehr machte einen ordentlichen Job. "Die Hereinnahme von Schuhknecht und Leuckefeld änderte das Geschehen komplett", machte Schwarzwald den entscheidenden Punkt dafür aus, dass sein Team nach dem 7:3 zusehends Probleme bekam. Die Defensive bekam Schuhknecht nicht in den Griff, sie traf aus dem Rückraum nach Belieben. So holte die SG einen 7:11-Rückstand bis zur Pause auf (15:15).

Danach dominierte Bretzenheim . Bedingt auch durch die zweite Zeitstrafe von Katharina Koch (35.) zogen die Gastgeberinnen mit einer Viererserie auf 24:20 davon. "Wir haben in der Abwehr alles Mögliche probiert", sagte Schwarzwald , "unser normales 5:1 funktionierte gegen die starke Achse Schuknecht/Leuckefeld aber nicht. Nahmen wir Schuhknecht in Manndeckung, ließ sich Leuckefeld in den Rückraum fallen und erlegte uns durch ihre hervorragenden 1:1-Situationen". So zog die SG auf 28:21 davon. Schwarzwald nahm sein Team-Time-Out, appellierte an den Kampfgeist. "Wir sind gerade auf dem besten Weg, uns abschießen zu lassen", schimpfte er. Vor allem Annika Schlegel auf der vorgezogenen Abwehrposition, die immer wieder zwischen Mann- und Raumdeckung wechselte, sorgte für viele Fehler im Bretzenheimer Angriffsspiel, lobte Schwarzwald die Kreisläuferin. "Auch Jugendspielerin Maren Rixecker machte ihr bestes Damespiel." Durch eine 6:0-Serie gingen die Gäste wieder mit 32:31 in Führung (58.). In eigener Überzahl unterlief den SV-Frauen dann ein unnötiger Ballverlust. Der Konter saß zum 32:32. Der schnelle Pass zum Anwurf ging über die Mittellinie hinweg, worauf die Schiedsrichter sofort auf Zeitspiel entschieden. Ein schneller Abschluss musste her - Fehlversuch - und erneut ein schnelles Gegentor zum 32:33. "Und das bei eigener Überzahl", hadert der Trainer. 30 Sekunden blieben dem SV 64. Den verdienten Ausgleichstreffer erzielte Joline Müller drei Sekunden vor Spielende nach einem Freiwurf. "Das war der Schlusspunkt einer irren Partie." Der SV 64 geht als erster Verfolger von Spitzenreiter Roude Leiw Bascharage in die Weihnachtspause.Ein souveräner Sieg ist den erstmals in Bestbesetzung angetretenen A-Junioren des SV 64 gelungen. Im zweiten Rückrundenspiel der Jugend-Bundesliga gegen den VfL Günzburg setzte sich das Team von Tony Hennersdorf in der Ignaz-Roth-Halle vor 200 Zuschauern mit 31:22 (13:9) durch. Hennersdorf hatte den Luxus, mit Jerome Müller und Björn Zintel zwei Jugendnationalspieler zunächst auf der Auswechselbank zu lassen. Insbesondere Müller nutzte dann aber den 20-minütigen Einsatz für zehn Tore. In der Schlussviertelstunde machten sich allerdings auch Ermüdungserscheinungen bei den Gästen bemerkbar, die in der ersten Hälfte eine tolle kämpferische Leistung aufs Parkett gebracht hatten. "Wir haben aber m Angriff zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht", haderte Hennersdorf etwas mit der gezeigten Leistung. "In der Abwehr standen wir allerdings recht sicher". Es gab mit Günzburgs Kreisläufer Daniel Jäger aber auch einen Spieler, den die SV-Defensive nur sehr schwer zu kontrollieren vermochte. Immer wieder schafften es die Günzburger, diesen bestens in Szene zu setzen. Gut aus Zweibrücker Sicht, dass Benedikt Berz im SV-Tor eine starke Leistung ablieferte. So stand es nach sieben Minuten 3:2 und nach 15 Minuten 6:5 für die Gastgeber, die sich erst im Schlussspurt der ersten Hälfte etwas zum 13:9-Pausenstand lösen konnten. In Hälfte zwei konnte Hennersdorf durchwechseln und so Yannic Klöckner, Nils Wöschler, Jerome Müller, Björn Zintel und Robin Egelhof schonen, die tags darauf noch in der ersten Mannschaft beim Drittligaspiel zum Einsatz kommen sollten.

Während für seine Mitspieler nun erst einmal Pause angesagt ist, ist Egelhof nach Spielende zum Lehrgang der Jugendnationalmannschaft nach Warendorf gereist, wo er die Möglichkeit hat, sich den Bundestrainern zu empfehlen.

 Defensive durchbrochen: Tom Grieser (links) feierte mit den SV64-A-Junioren zum Jahresabschluss zuhause einen klaren Sieg gegen Günzburg. Foto: mw
Defensive durchbrochen: Tom Grieser (links) feierte mit den SV64-A-Junioren zum Jahresabschluss zuhause einen klaren Sieg gegen Günzburg. Foto: mw FOTO: mw