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Schwieriger Spagat für den SVN

Durch ein tiefes Tal schreitet derzeit der SVN Zweibrücken . Der finanziell angeschlagene Fußball-Regionalligist kämpft ums wirtschaftliche Überleben. Große sportliche Sprünge sind daher momentan nicht zu erwarten.

Ganz im Gegenteil. Um die zweite Saison in der Regionalliga überstehen zu können, musste der Verein vor dem Ende der Wechselfrist am Montag fünf wertvolle Spieler sowie Torwarttrainer Enver Marina abgeben. Darunter Leistungsträger wie Rufat Dadashov und Simon Maurer. Und das, wo sich die neu formierte Mannschaft unter dem neuen Trainer Adis Herceg schon mit dem vorherigen Kader schwer getan hat. Nach sieben Spielen liegen die Niederauerbacher mit fünf Zählern auf dem vorletzten Rang. Das an sich ist kein Weltuntergang . Doch der SVN muss sich nun den weit größeren Problemen stellen. Die Realität hat ihn eingeholt. Schon in der vergangenen - mit Platz sieben überraschend erfolgreichen - Saison wurde immer wieder deutlich, dass der durch den Regionalliga-Aufstieg finanziell bis aufs Äußerste geforderte Verein mit der sportlichen Entwicklung auf dem Rasen nicht Schritt halten kann.

Mit vielen Unsicherheiten ist der SVN Zweibrücken nach dem Ende der Ära Peter Rubeck/Heiner Semar zudem in seine zweite Runde in der vierthöchsten deutschen Spielklasse gestartet. Durch den teilweisen Rückzug des Mäzen Semar, den kompletten Umbau der Mannschaft sowie des Trainerteams und der sich als schwierig gestaltenden Suche nach Sponsoren wurde die Situation zum Beginn der neuen Spielzeit erheblich erschwert. So blieb auch das Trikot leer. Neben der nötigen Begleichung von Altlasten fehlen somit auch die rund 50 000 Euro für diesen Werbeplatz in den Kassen. Die Verantwortlichen hatten das Budget allerdings mit der Hoffnung zusammengestellt, noch einen Sponsor dafür zu finden. Vergeblich. Nun musste umgeplant, Spieler fortgeschickt werden. Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Doch obwohl die Einschnitte in der Mannschaft schmerzen, gab es keine Alternative. Die wirtschaftlichen Belange müssen derzeit klar über dem sportlichen Erfolg stehen. Für den SVN geht es ums Überleben. Die Einsparungen einer "sechsstelligen Summe", wie es der Vorsitzende Richard Denger bezifferte, sollen helfen, die Saison finanziell sauber über die Bühne zu bringen. Ein erster Schritt in Richtung Konsolidierung ist damit also getan.

Dass die Zwangsabgänge allein aber nicht ausreichen, zeigt sich zum einen in der Ungewissheit bei den Vereinsverantwortlichen. Denger "hofft", die Saison finanziell gesehen zu überstehen. Zum anderen wird an weiteren Stellschrauben gedreht: Das Sportheim wird künftig in Eigenregie von Ehrenamtlichen geführt, zudem durch die Verlosung des freien Werbeplatzes auf der Brust auf weitere Einnahmen gehofft. Sicherheit sieht anders aus.

Der sportliche Erfolg musste nun erst einmal hinten angestellt werden. Klar muss aber auch sein, dass gerade dieser der Türöffner bei neuen Sponsoren und Unterstützern ist. Das Auftreten der Mannschaft bei der 0:4-Heimniederlage zuletzt gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern gab keinen allzu großen Anlass zu Optimismus. Den akrobatischen Spagat zwischen dem sportlich Notwendigen und dem finanziell Machbaren muss der SVN stets von Neuem vollziehen. Es ist ein Tanz auf der Rasierklinge, dessen Ausgang offen ist.